Das Recht auf menschliche Würde

Allama Mohammad Taqi Dschafari

Um das Recht auf menschliche Würde verstehen zu können, müssen wir zuerst die Bedeutung von Würde erläutern. Würde bedeutet Ehre, Größe, Achtung, Reinheit von Lasterhaftigkeit und eine Art Vollkommenheit des Menschen. Im Islam gibt es zwei Arten von Würde, die dem Menschen zu Eigen sind:

  1. Eine angeborene und natürliche Würde, die alle Menschen besitzen. Solange sie nicht willentlich einen Betrug oder ein Verbrechen an sich oder anderen begehen und diese Würde nicht von sich weisen, sind sie im Besitz dieser wertvollen Eigenschaft.
  2. Eine höhere Würde, die durch den Erwerb von Werten und infolge des Gebrauchs von Begabungen und positiven Kräften im Wesen des Menschen und durch Bemühung auf dem Weg der Entwicklung, Vervollkommnung und Güte entsteht. Diese Würde ist erwerbbar und willentlich. Der endgültige und herausragende menschliche Wert betrifft eben diese Würde und Größe.

Die natürliche Würde

Wir erläutern zunächst die angeborene, nicht willentliche Würde des Menschen, die Gott allen Menschen verliehen hat. Es gibt viele Koranverse und gültige Überlieferungen, die diese Würde beweisen, wovon wir einige anführen werden, aber alle Wissenschaftler und Experten beziehen sich insbesondere für die Erbringung des Beweises der menschlichen Größe und Würde auf die Sure al-Isra (17:70), die besagt: „Und wir waren gegen die Kinder Adams huldreich und haben bewirkt, dass sie auf dem Festland und auf dem Meer getragen werden, haben ihnen allerlei gute Dinge beschert und sie vor vielen von denen, die wir sonst noch erschaffen haben, sichtlich ausgezeichnet.“

Dieser Koranvers beweist mit aller Deutlichkeit, dass Gott der Erhabene die Söhne Adams in ihrem Wesen erhöht und über viele Geschöpfe gestellt hat. Aus diesem unanfechtbaren und eindeutigen Grund müssen die Menschen diese Größe und Ehre füreinander als ein Recht anerkennen und sich gegenüber diesem Recht verpflichtet sehen. Der Ursprung dieser natürlichen Würde besteht in der bedeutsamen Beziehung zwischen Gott und dem Menschen: „Wenn Ich ihn geformt und ihm von Meinem Geist eingehaucht habe, sollt ihr euch vor ihm niederwerfen.“ (al-Hidschr | 15:29) Und durch diese wertvolle Gnade machte Gott den Menschen wertvoll, sodass die Engel anbetend vor ihm niederfallen. Und der Ursprung dieser Größe besteht aus den sehr wichtigen Eigenschaften, Kräften und Begabungen, durch deren Anwendung sowie ehrliche Suche auf dem Weg des „vernünftigen Lebens“ wir zur Beschreibung der wertvollen, erhabenen Würde und Größe gelangen. Aus diesem Koranvers geht hervor, dass der Mensch außer das Recht auf Leben, das die anderen zu beachten verpflichtet sind, auch das Recht auf eine natürliche Würde hat. Und solange der Mensch selbst diese Würde durch Verbrechen und Betrug an sich oder anderen nicht verwirkt, sind die anderen verpflichtet, dieses Recht zu achten, genauso, wie sie verpflichtet sind, das Lebensrecht von einander zu achten.

Bis dahin sind alle göttlichen Religionen sowie eine beachtliche Anzahl der rechtlichen Ordnungen und moralischen Schulen einer Meinung, d.h. diese Religionen und die rechtlichen und moralischen Ordnungen akzeptieren eine natürliche Würde aller Menschen und sehen alle Menschen als dazu verpflichtet an, dieses Recht zu beachten. Aber manche Rechtsordnungen der Welt, u.a. die Menschenrechte der Vereinten Nationen, beschränken die menschliche Würde auf diese natürliche Würde und sprechen kein Wort über die Würde, die durch den Erwerb von Werten entsteht. Und sie halten die vervollkommnende Bewegung der Menschen auf dem Weg des „vernünftigen Lebens“ an. Diese Idee, die die rechtlichen Angelegenheiten von den moralischen unterscheidet ist der Grund für die Ziellosigkeit der Menschen in der Gegenwart, insbesondere da, wo wir zu Beginn des 15. Jahrhunderts nach der Hidschra und am Beginn des 21. Jahrhunderts nach Christus angelangt sind. Und bewusste Wissenschaftler, die von Geld, Ansehen und Ruhm nicht geblendet sind, sagen: „Der Globus ist ein schöner Planet, der immer das Leben der Menschen mit absoluter Frische und Erwünschtem im Wesen der Natur erfüllte. Nun ist er aber in einen brennenden Motor verwandelt worden, der mit verwunderlicher Geschwindigkeit daran geht, die Wurzeln des menschlichen Seins auszutrocknen.“ (Vancouver Konferenz, 1998)

Die höhere Würde

Die höhere Würde steht über der natürlichen Würde, die allen Menschen gemeinsam ist. Die höhere Würde basiert auf Werten wie Gottesehrfurcht und Frömmigkeit: „O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesehrfürchtigste ist.“ (al-Hudschurat |49:13)

Es bedarf der Erläuterung, dass obwohl die meisten Kinder Adams mit so vielen Kräften, Begabungen und Vorzügen ausgestattet sind, sie, wenn sie sich weigern die menschlichen Rechte zu beachten, auf Abwege geraten, zu Ignoranten werden, undankbar und hartherzig. Es stellt sich heraus, dass Gott, der Gepriesene, nur die Voraussetzung für die Erlangung von Werten, Größe und Ehre im Menschen erschaffen hat, d.h. alle positiven Kräfte und Begabungen, die Gott den Menschen verliehen hat, sind notwendig für Würde und Ehre und erforderlich, damit das Recht auf Würde darauf aufbaut, aber es bedeutet nicht, dass in allen Gelegenheiten und unter allen Bedingungen die Menschen im Besitz von Edelmut des Wesens und der höheren Würde sind. Wenn ein Mensch also nach Lüsternheit, Eigendünkel, Machtspiel und Selbstbezogenheit trachtet und jene Kräfte und Begabungen auf dem Wege seiner schmutzigen Ziele lenkt und gebraucht, ist es gewiss, dass ein solcher Mensch kein Recht auf Würde und Edelmut des Wesens hat. Und da er zerstörerisch auf das Leben, die Größe und Freiheit der anderen Menschen wirkt, ist er schuldig, und muss gerügt werden und zur Verteidigung der Rechte der anderen auf Leben, Größe und Freiheit, bestraft werden.

Muhammad ibn Dschafar Aqba erzählt vom Oberhaupt der Gläubigen, Imam Ali (a.), gepriesen sei sein Name, dass er bei einer Predigt sprach: „Oh Leute, der Prophet Adam (a.) hat sich weder Sklaven noch Sklavinnen genommen und alle Menschen sind frei, aber Gott hat die Verantwortung von manchen von euch manch anderen überlassen…“[1]     Abgesehen davon, dass durch diese Überlieferung das Fehlen der Sklaverei im Islam bewiesen wird, wird hier die allgemeine Größe und Würde der Menschheit als Grundlage für Freiheit, Edelmut und Freimut vorgebracht. In Sure 60 (al-Mumtahana|60:8) heißt es: „Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft haben und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gütig zu sein und redlich mit ihnen zu verfahren; wahrlich, Allah liebt die Gerechten.“

Der verstorbene Muhaddis Qummi schreibt in Safinat-ul-Bahar[2] eine Überlieferung über die menschliche Größe nieder: „Hussein ibn Khalid erzählt, er habe Imam Reza (a.) gesagt: O Sohn des Propheten, man erzählt, der Prophet Gottes, gesegnet sei er, habe gesagt, Gott habe Adam nach seinem Ebenbilde erschaffen. Ist dies richtig? Imam Reza habe geantwortet: Gott möge diejenigen vernichten, die den Anfang der Überlieferung auslassen. Die Überlieferung lautet so: Der Große Prophet ging vorbei, als zwei Männer miteinander stritten. Einer sagte zum anderen: Gott möge dein Angesicht und das Angesicht jener, die dir ähnlich sind, hässlich gestalten. Der Große Prophet sprach: Knecht Gottes, sprich nicht so frevelhaft. Gott, der Gepriesene und Erhabene, hat Adam seinem Angesichte ähnlich erschaffen.“ Man sieht, dass allein die Ähnlichkeit des menschlichen Angesichts mit dem Angesichte Adams, die bei allen Menschen vorhanden ist, eine Größe und Würde für sie alle bewirkt.

Der Oberhaupt der Gläubigen, Imam Ali (a.) schrieb,[3] im Testament an seine beiden Söhne über seinen eigenen Mörder, Ibn Muldscham Muradi: „Meine Söhne, wenn ihr an Ibn Muldscham Muradi Vergeltung (qisas) übt, hütet euch davor ihn nach dem Qisas zu verstümmeln, denn ich habe vom Prophet Gottes gehört: Hütet euch davor, zu verstümmeln, auch wenn es sich um einen räudigen Hund handelt.“ Auch aus diesem Gebot geht hervor, dass aus islamischer Sicht, die menschliche Größe auch nach dem Tod und nach der Hinrichtung bestehen bleibt und niemand hat das Recht die natürliche Würde des Menschen anzutasten.

Masada ibn Sadaqa[4] erzählt von Imam Sadiq (a.) gepriesen sei sein Name: „Das Oberhaupt der Gläubigen, Imam Ali (a.) schickte 5 Wasaq (ca. 60 Kilo) Datteln an einen Mann, der freigebig und großmütig war und nie etwas von dem Oberhaupt der Gläubigen oder anderen gefordert hatte. Jemand sagte zum Oberhaupt der Gläubigen: Ich schwöre bei Gott, dass er dich um nichts gebeten hatte. Es würde auch ein Wasaq genügen. Der Herr sprach aber: Gott möge deinesgleichen in der Gesellschaft der Gläubigen nicht vermehren. Ich schenke und du zeigst Geiz. Ich schwöre bei Gott, wenn ich ihm nicht gebe, was er von mir (mir persönlich oder aus der Schatzkammer) erhofft, es sei denn er fragt mich danach, dann habe ich ihm nichts gegeben, es sei denn zu einem Preis, den ich von ihm erhalten habe, denn ich habe ihn dann dazu gebracht seine Würde zu verkaufen. (D.h. ich habe ihn gezwungen seine Würde für 5 Wasaq Datteln einzutauschen, jenes Angesicht, das sich zu Ehren seines und meines Gottes, auf die Erde wirft.)“ Gibt es für die menschlichen Würde und Ehre einen besseren Beweis als diese Überlieferung? Am Ende dieser Diskussion möchten wir darauf hinweisen, dass wenn wir das Leben als ein rein natürliches Phänomen betrachten und keine übernatürliche Ebene beweisen können, die ihm Wert verleiht, werden wir nicht in der Lage sein, ein Recht auf Leben zu beweisen, dass die anderen zu achten verpflichtet sind. Ebenso werden wir für das Leben keine höhere Würde beweisen können, die als Recht von den anderen beachtet werden müsste.

Das Recht auf Würde

Kann eine Person oder eine Gesellschaft, die das Recht der anderen auf Würde nicht achtet, selbst ein Recht auf Würde besitzen? Es kann sein, dass manche Einsprüche erheben und sagen, eine negative Antwort auf diese Frage sei so eindeutig, dass es gar nicht notwendig wäre, diese Frage zu stellen. Diesen müssen wir antworten, dass wie wir bereits angeführt haben, dies kein einfaches Problem ist, dessen Antwort einfach „ja“ oder „nein“ wäre, sondern es vielmehr mehrere Aspekte und größere Ausmaße hätte und wenn wir diese beachten, werden wir diversen Problemen gegenüberstehen. Obwohl wir im Laufe der vorherigen Diskussionen diese Frage nebenbei beantwortet haben, möchte ich wegen der Bedeutung dieser wichtigen Angelegenheit hier noch einmal ausführlich darauf antworten: Das Nicht-Beachten des Rechtes auf eine natürliche Würde und Ehre hat nicht nur eine Ursache. Die Antwort hängt von dem Grund der Missachtung und Beleidigung ab.

  1. Wenn der Grund für den fehlenden Glauben an das Recht der Menschen auf Würde in Lüsternheit, Selbstbezogenheit und Leidenschaftlichkeit liegt, werden wir die Diskussion darüber nach Beendigung der wissenschaftlichen Forschungen über die Tiere beginnen. Denn Allah hat über diese im Koran gesprochen: „sie sind niedriger als die Tiere“. Und sie dürfen in wissenschaftlichen Betrachtungen und Forschungen nicht den Platz der Tiere in Anspruch nehmen. Außerdem ist bei Berücksichtigung der Stellung, die Gott den Tieren verliehen hat, die Registrierung dieser Leute im Verzeichnis der Tiere eine Beleidigung für die Stellung der Tiere. Im Koran heißt es: „Sie sind wie das Vieh, nein, sie irren noch eher (vom Weg) ab.“ (al-Araf | 7:179)
  2. Wenn der Grund für die Missachtung des Rechts auf Würde in Unwissenheit liegt, in dem Sinn, dass ein Mensch seine Würde und seine Werte nicht kennt und er weiß, dass er sie nicht kennt und deshalb nicht auf seine Unwissenheit beharrt, fällt die Aufgabe der Beachtung des Rechts auf Würde der anderen Menschen von ihm ab. Aber die Behauptung solcher Unwissenheit von Leuten mit einem gewissen Grad an Denkfähigkeit und Gewissen in einer Gesellschaft mit menschlicher Kultur erscheint etwas fern von der Wahrheit, denn jeder vernünftige mit Gewissen ausgestatteter Mensch schmeckt die starke Bitterkeit der eigenen Missachtung und Beleidigung; und manchmal ist diese Bitterkeit so stark, dass der Mensch, um sich davon zu befreien, oder um am Beleidiger Rache zu üben, auf sein Leben verzichtet. Aber eine solche Unwissenheit von Würde und Ehre des Menschen verwirkt nicht das Recht des Unwissenden auf die menschliche Würde, es sei denn die Beachtung dieses seines Rechtes führe zum Missbrauch durch ihn.
  3. Wenn der Grund für die Missachtung des Rechtes auf Größe und Ehre des Menschen eine doppelte Unwissenheit ist, d.h. wenn bezüglich der Erkenntnis und Wertschätzung des Menschen, seiner Größe und Würde eine Fehleinschätzung vorliegt und der Betreffende glaubt, dass der Mensch ein eigensüchtiges Tier ist, das alle seine Begabungen und Kräfte im Sinne seiner Selbstbezogenheit anwendet, wie Hobbes und Machiavelli, ist er überzeugt, dass seine gewonnene Überzeugung zu hundert Prozent richtig ist und die anderen falsch liegen. Es kann auch sein, dass die doppelte Unwissenheit aus Fahrlässigkeit erfolgt, aber dies ist nur bei einfachen Denkern vorstellbar und nicht bei so fähigen Denkern, die sich eine Zeit ihres Lebens im Dienste ihrer Idee und Theorie bemüht haben. Auch aus dem Grund, dass diese Unwissenden über großes geistiges Potential verfügen und die Fähigkeit für die Erkenntnis der menschlichen Wahrheiten in ihren diversen Dimensionen haben, gelangen sie nicht plötzlich zu solch abwegigen Meinungen, sie durchlaufen vielmehr Phasen und verlieren im Laufe dieser Phasen ihre Sehkraft stetig in Umdrehungen um sich selbst.

Diese deuten zuerst ihre natürliche Würde und Ehre falsch und vernichten diese, dann fällen sie über andere Menschen ihre Urteile. Haben sich diese Menschen wirklich nicht wegen Missachtung und Beleidigung ihrer Selbst unwohl gefühlt? Wenn sie sich nicht unwohl fühlten, so sicherlich deshalb, weil sie Wahrheiten des Wertes, der menschlichen Größe, Ehre und Würde mit vollem Willen von sich gewiesen haben und diese verlustig gegangen waren. Sind die Ansichten und Urteile solcher Menschen (die die Menschheit mit der Erkrankung der Entfremdung von Menschen infiziert haben, die zu einer anderen Krankheit, die der Selbstentfremdung geführt hat) nicht genau wie die Ansicht und das Urteil von Verrückten über die Vernunft und deren Negation durch die Menschen?

Heutzutage folgt das Leben der Menschen keinem Prinzip und keinem Gesetz und die Humanwissenschaften an den Universitäten werden gezwungen zu schreiben: Das grundlegende Motiv der Menschen in allen Bereichen und Qualitäten des Lebens ist der Sexualtrieb und obgleich dessen Befriedigung bei allen Tieren bestimmten Gesetzen unterliegt, unterliegt er beim Menschen keiner Bedingung und keinem Gesetz und darf auch keinem Gesetz unterliegen (wer das Gegenteil behauptet, ist unwissenschaftlich). Das Gewissen hat keine Echtheit, ist nichts außer dem Resultat der in der Kindheit und Jugend erhaltenen Gebote und Verbote (wer das Gegenteil behauptet, ist unwissenschaftlich). Alle Gedanken, alle Vernunft, Erfindungen und Gefühle im Bereich der Kunst, Wissenschaft, Philosophie, Recht, Betrieb, Ordnung, Literatur und Politik, alle Vorstellungen und die Phantasie der Menschen sind reflektiv bedingte Ereignisse, nicht-reflektiv bedingt, oder bedingt nicht-reflektiv. (wer dagegen ist, ist antiwissenschaftlich).

Die ewige, fortdauernde Tradition aller Lebewesen, die keinerlei Deutung und Widerstand duldet, ist die natürliche Auslese und die Überlegenheit des Starken gegenüber dem Schwachen. (wer dagegen ist, ist unwissenschaftlich). Alles Tun und Lassen der Glieder und Gedanken der Menschen beruht auf Utilitarismus (wer das Gegenteil behauptet, ist antiwissenschaftlich). Um den unangenehmen Folgen des geometrisch progressiv ansteigenden Bevölkerungswachstums und der rechnerischen Progression des Lebensunterhaltes zu entrinnen, soll man nach Maltus entweder zerstörerische Kriege betreiben oder das Begehen von Obszönitäten zum Zwecke der Reduzierung der Bevölkerung zulassen (wer das Gegenteil behauptet, ist unwissenschaftlich). Und letztlich gibt es keine Möglichkeit die menschliche Gesellschaft zu führen, außer durch Machiavellismus (wer das Gegenteil behauptet, ist unwissenschaftlich).

Auf der anderen Seite sind Würde, Wert und Achtung des menschlichen Wesens Grundlage für die Proklamation der Menschenrechte. Sehen die heutigen Denker diesen Widerspruch wirklich nicht, oder sehen sie diesen, aber die Elemente der Macht, die sie als Mittel gebrauchen, sind größer als dass diese Widersprüche und Antagonismen über die Menschen sie interessieren könnten? Deshalb stellen sie sich trotz einer anderen Realität blind. Wenn ein Denker oder eine Schule behauptet, dass alle Menschen im Nutzen des Rechtes auf menschliche Würde und Ehre gleich sind und keinerlei Unterschied zwischen ihnen besteht, sagt er mit Sicherheit Unverständliches. Ist es vernünftig, wenn auf der einen Seite große Persönlichkeiten wie Ali ibn Abi Talib (a.) und auf der anderen Seite Mörder wie Ibn Muldscham Muradi ohne Unterschied das Recht auf menschliche Würde genießen dürfen?

Was ist das für eine Geistesordnung, die Moses (a.), Jesus (a.) und Muhammad (s.), mit Pharaonen, Satanisten und Goldanbetern und Menschen, die gewalttätig und falsch sind, ohne Unterschied auf eine Stufe stellt? Es scheint, dass jede juristische, kulturelle, politische und ethische Überlegung über die Gleichsetzung aller Verbrecher, Henker, Feinde des Rechts und der Wahrheit bezüglich Würde, ein Schaden an der menschlichen Würde ist, der auf keinen Fall wieder gut zu machen ist. Diese Gleichheit wurde im heiligen Koran eindeutig durch den Vers 13 aus Sure al-Hudschurat negiert: „O ihr Menschen, siehe, wir erschufen euch von einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, auf dass ihr einander kennet. Siehe, der am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch.“ (al-Hudschurat | 49:13)

Zum Beginn der Diskussion haben wir angeführt, dass es im Hinblick auf die gültigen islamischen Quellen zwei Arten der menschlichen Würde gibt: Die natürliche Würde und die göttliche oder höhere Würde.

  1. Die natürliche Würde ist die, die Gott, der Erhabene allen Menschen ohne Ausnahme verliehen hat. Sure 17 ist ein eindeutiger Beweis für diese göttlichen Gnade: „Und wir waren gegen die Kinder Adams huldreich und haben bewirkt, dass sie auf dem Festland und auf dem Meer getragen werden, haben ihnen allerlei gute Dinge beschert und sie vor vielen von denen, die wir sonst noch erschaffen haben, sichtlich ausgezeichnet.“ (al-Isra | 17:70) Es sei denn jene, die durch Sünde ihre Gott gegebene menschliche Größe vernichten.
  2. Die höhere Würde ist jene Ehre und Größe, die durch willentliche Anstrengung auf dem Wege der Läuterung der Seele und Erlangung von Vervollkommnung und Gottesannäherung, wofür die Kenntnis und Achtung von der menschlichen Größe eine notwendige Bedingung ist, entsteht. Dies ist die Größe, die Gott bestimmt hat: „O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesehrfürchtigste ist.“ (al-Hudschurat | 49:13)

Es ist gewiss, dass jede der zwei Arten der Würde verschiedene Stufen hat, die sich nach Qualität und Quantität des Bewusstseins von der Größe und dem Wert des menschlichen Seins und zur Entwicklung einer göttlichen Persönlichkeit, richtet.

Die Stufen der Würde

 

Nun werden die sechs menschlichen Gruppen aus der Sicht des Islams mit den verschiedenen Stufen der zwei Arten von Würde erläutert:

  1. Der Mensch, in seinem primären Entwicklungsstadium, dessen Persönlichkeitsentwicklung nicht die Stufe erreicht hat, um die Notwendigkeit einzusehen, die Gesetze und Prinzipien des Lebens zu begreifen und auf diesen Grundlagen zu leben. Er hat von der Menschlichkeit nur eine äußere Schale, eine ungenutzte geistige Kapazität und eine Persönlichkeit im Zustand eines Samens, die im Feld seines Seins gesät worden ist. Dieser Mensch lebt mit Faktoren der natürlichen und sozialen Umgebung und natürlichen Erfordernissen der materiellen Dimension. Der Grund für den Beweis der Würde für diese Menschengruppe ist außer dem Vers 70 der Sure al-Isra und sonstigen traditionellen und rationalen Gründen das klare, eindeutige Gebot des Oberhaupts der Gläubigen, Imam Ali (a.), in seinem bekannten Befehl an Malik al-Aschtar. Ebenso die sehr bekannte Überlieferung vom Propheten des Islam, worin er sagt: „Alle Menschen sind wie die Familie Gottes und die beliebtesten unter ihnen bei Gott sind die nützlichsten und nutzbringendsten für die göttliche Familie.“ Dies ist die natürlich menschliche Würde, die die Menschen als Familie Gottes vorstellt.
  2. Der Mensch, der mit der relativen Entwicklung seiner Persönlichkeit die anderen Menschen als seinesgleichen erkannt hat und sein Leben auf der Basis von Prinzipien und Gesetzen gegründet und die Harmonie mit dem Leben der anderen akzeptiert hat, ihre Genüsse, Schmerzen, Nützlichkeit und Würde im Vergleich zu sich selbst in Betracht zieht und sich in Rücksicht auf deren Zustand aufgrund von Prinzipien und Gesetzen verpflichtet fühlt. Diese beiden Gruppen verfügen über die natürliche menschliche Würde, obgleich die zweite Gruppe wegen der Persönlichkeit und der Verpflichtung, die sie in Bezug auf das Handeln akzeptiert hat, vollkommener ist und daher über mehr Würde verfügt. Dazu gibt es den berühmten Satz von Imam Hussayn (a.), den er am Tage seines Todes zu Aschura zu den feindlichen Truppen des Umar ibn Sad sprach: „Wenn es für euch keinen Glauben gibt, d. h. wenn ihr an keine Religion glaubt und das Jenseits nicht fürchtet, dann seid wenigstens offenherzig auf Erden.“

Er hat ihnen die Notwendigkeit, die traditionell und sozial bewiesenen Verpflichtungen  der üblichen Kultur zu beachten, erläutert. Er sagte ihnen, wenn sie auch an keine Religion glauben und keine Strafe im Jenseits fürchten, so sollen sie doch zumindest die Frauen und Kinder im Krieg schonen, was auch für sie eine Verpflichtung war. Es ist gewiss, dass solange der Mensch aus dem niedrigen Grad der tierischen Neigungen und Wünsche nicht hochsteigt, den Grad des Edelmuts nicht erreichen kann, was nur durch positive Verpflichtungen im Leben realisiert werden kann. Je mehr ein Mensch die Strecke der Erhöhung hinaufsteigt, umso mehr nähert er sich der zweiten Gruppe und sein Anteil an Größe und Würde steigt. Ebenso wird jener, der weiter der zweiten Gruppe der Erhöhung näherkommt, größeren Anteil an Größe haben. Das gilt natürlich auch für die weiteren Gruppen.

  1. Ein Mensch, dessen Persönlichkeit sich durch Annäherung an die Vervollkommnung entwickelt hat und überzeugt ist, dass seine Existenz aus einem mächtigen, wissenden, absolut bedürfnislosen Ursprung voller Liebe zu allen seinen Geschöpfen entsprungen ist und dass er in dieser Welt dem Willen jenes Ursprungs, der durch Vernunft und Gewissen den Menschen unterbreitet wird und zum Nutzen der Menschen ist, folgen muss und so sich auf den Weg zu seinem hohen Lebensziel machen muss. Dieses Ziel ist das Erreichen der höchsten Sphäre der Vervollkommnung. Diese Vervollkommnung resultiert im ewigen Glück, also dem Erreichen Gottes und seines Paradieses. Obgleich diese Gruppe über das Prophetentum in seinem Glauben nichts weiß, ist sie bezüglich Größe, Ehre und Würde höher liegend als die erste und zweite Gruppe. Denn diese Gruppe konnte mit den Vorzügen der beiden anderen Gruppen ihr Leben und ihre Existenz in dieser Welt mit der Theorie des Gesamtseins deuten und auslegen. Und sie hat durch diese Auslegung eine große willentliche Anstrengung und Suche nach ihrem hohen Lebensziel unternommen, wozu sicherlich ein Verzicht auf Genüsse, Egoismus und Opferbereitschaft notwendig war.
  2. Ein Mensch, der außer dem oben angeführten Glauben und pflichtbewussten Verhalten den Vertretern Gottes auf Erden, die Propheten genannt werden, folgt – Propheten, die den göttlichen Willen über die Schöpfung, Sein und Menschheit durch göttliche Offenbarung empfangen und den Menschen unterbreiten. Diese Gruppe von Menschen besteht bekanntlich aus drei Gruppen: Die Nachfolger der Religionen Abrahams, also Juden, Christen und Muslime. Es ist gewiss, dass sie, wenn jede dieser Gruppen gemäß ihrer Behauptung der Zugehörigkeit zum göttlichen Propheten handelt (nicht wegen Zeremonien und der Erlangung von gesetzlichen Privilegien, die jede dieser Schulen für ihre Anhänger bestimmt hat), mehr Größe und Ehre als die drei vorherigen Gruppen erlangt. Da sie im Besitz der göttlichen Offenbarung sind und diese angenommen haben, sind sie für die willentliche Suche nach Vervollkommnung bereit. Diese Gruppe kann einen sehr wichtigen Grad von Vervollkommnung durch Gehorsamkeit gegenüber den Propheten erreichen, was zur Erhöhung ihrer Würde führt.
  3. Ein Mensch, der den Islam angenommen und akzeptiert hat. Unter Islam verstehen wir jene göttliche Religion, die alle Propheten akzeptiert. Diese Religion, wie es aus dem Inhalt aller ihrer Hauptquellen hervorgeht und insbesondere durch den endgültigen Wert, den sie dem Wesen und dem gesunden Menschenverstand sowie den Geboten beimisst, umfasst die Vorzüge aller Religionen mit Offenbarungsbüchern. Die Erhöhung der Größe, Ehre und Würde eines Muslims gegenüber den anderen rührt daher, dass er alle Dimensionen seines Geistes, seiner Gedanken, seines Gewissens, seines Wesens und seiner Gefühle auf die Suche geschickt hat und sich den richtigsten und besten Glauben und die besten Gebote in Bezug auf die Vernunft und das Wesen ausgesucht hat.
  4. Die Menschen, die den Islam angenommen haben und deren Entwicklung und Vervollkommnung den Grad der Gottesehrfürchtigkeit erreicht hat. Wie es im Koran heißt: „… der am meisten Geehrte unter euch ist der Gottesehrfürchtigste.“ (al-Hudschurat | 49:13)

Wer sind die Gottehrfürchtigen?

Die tugendhaften Menschen sind diejenigen, die ihr Wesen vor Lasterhaftigkeit und Verderbnis schützen und den göttlichen Kern ihrer Existenz über alle Dimensionen ihres Seins gestellt haben und dabei keine Mühen scheuen. Die Tugend kann in der erläuterten Bedeutung in allen fünf Gruppen (2 bis 6) in verschiedenen Graden erreicht werden, d.h. jeder Mensch aus einer der fünf Gruppen kann durch Selbsterkenntnis und Erkennen der Notwendigkeit die tierischen Instinkte in sich zähmen und menschliche Tugend erlangen. Somit können fünf Gruppen die göttliche Größe in verschiedenen Graden genießen. Das Recht auf Würde ist wie alle Prinzipien des Grundrechtes ein Gebot und kein Recht im üblichen Sinne der Rechtswissenschaften. Genauso wie das Recht auf Leben ist auch das Recht auf Würde ein Vorzug oder Charakteristikum, das weder übertragbar noch verzichtbar ist. Das gilt ebenso für das Recht auf Erziehung und Ausbildung, Freiheit und Gleichheit.

Aus der Sicht des Islam darf niemand einen Vorzug, den Gott ihm als Ehre und Würde verliehen hat, anderen übertagen oder darauf verzichten. Es kann z.B. niemand sagen: Ich werde mein Recht auf Achtung gegen so und so viel Geld übertragen oder darauf verzichten und nach dieser Übertragung habe ich kein Recht mehr auf Achtung und Würde. Aus der Sicht des Islams ist der Schutz der menschlichen Ehre notwendig, ebenso die Zurechtweisung einer Person, die freiwillig auf ihr Recht auf Ehre verzichten möchte. In dieser Welt ist das Leben ohne menschliche Ehre nicht nur kein menschliches Leben, es ist sogar niedriger als tierisches Leben. Denn es ist offensichtlich, dass ein Mensch ohne Ehre aufgrund des Besitzes diverser Kräfte und Begabungen sehr viel Unheil anrichten kann. Er kann zur Befriedigung seiner Egoismen alle Menschen ins Unglück stürzen, wobei aber die Tiere, sogar die wilden Bestien, nicht in der Lage sind, die Ehre der Menschen anzutasten. Ein Tier kann im Falle des großen Hungers aufgrund seiner Natur dem Körper des Menschen einen Schaden zufügen (aber nicht aus böser Absicht und Gegnerschaft gegen den Menschen oder aus Trotz).

Kurz gesagt, nach umfassenden Untersuchungen über den geistigen und psychischen Zustand der Menschen kommen wir zu dem Resultat, dass es, wenn jemand die Bedeutung der menschlichen Größe und Ehre begreift und selbst über dieses große menschliche Kapital verfügt, unmöglich ist, dass er eine andere Person beleidigt und deren Größe und Ehre verletzt. Wenn sich also Personen in einer Familie, Gesellschaft oder Gruppe befinden, die das Recht (oder besser gesagt das Gebot) der menschlichen Größe missachten, ist es gewiss, dass diese Personen selbst über keine Größe und Ehre verfügen.

Meinungsfreiheit versus Menschenwürde

Es gibt einen unauflösbaren Widerspruch zwischen absoluter Meinungsfreiheit auf der einen Seite und der Notwendigkeit der ernsten Beachtung der menschlichen Größe und Würde als eine kategorische Aufgabe im sozialen Leben auf der anderen Seite. Jede Rechtsordnung, die die Freiheit der Meinungsäußerung verteidigen möchte, muss unbedingt in Betracht ziehen, dass eine absolute Freiheit der Meinungsäußerung zur Beleidigung der Würde der Menschen und der angenommenen und schicklichen Heiligtümer der menschlichen Gesellschaften führen kann. Obgleich wir die Freiheit der Meinungsäußerung wie die anderen Freiheiten als ein sehr gutes und geeignetes Mittel für die Erreichung der hohen menschlichen Ziele betrachten, sehen wir die Freiheit der Meinungsäußerung trotz der lebenswichtigen Bedeutung, die wir der Freiheit beimessen, als eine bedingte Freiheit an, die nicht zur Beleidigung und Verwirrung der menschlichen Ehre und Größe führen darf. Aus der Sicht des Islam ist die Freiheit die größte göttliche Gnade auf dem Weg zur Vervollkommnung. Aber leider haben die Menschenrechte der Vereinten Nationen diesen Aspekt besonders bei der Freiheit der Meinungsäußerung außer Betracht gelassen.

Diese Rechtsordnung, die ein hochwertiges Produkt der rechtlichen und politischen Kulturen und Ordnungen der früheren Jahrhunderte und Perioden genannt wurde, hat einen Widerspruch resultierend aus der Pflicht aller Menschen, die Würde der Menschen zu beachten und zu beschützen, auf der einen Seite, und der starken Betonung der freien Meinungsäußerung ohne jegliche Grenzen bei deren Anwendung auf der anderen Seite verursacht. Die Erklärung der Menschenrechte weist auf die Bedeutung der Menschenwürde und der menschlichen Größe und die Notwendigkeit diese zu beachten hin. Im ersten Paragraphen der Präambel werden die Gründe und Motivationen der Erklärung der Menschenrechte aufgeführt. Aus diesen Artikeln und den Sätzen der Präambel geht klar hervor, dass das Recht auf menschliche Würde zu den Grundrechten der Menschen auf der Welt gehört.

Nun wollen wir auf die Betonung der freien Meinungsäußerung in den Menschenrechten eingehen und sehen, wie diese ohne jegliche Einschränkung als ein Recht festgesetzt worden ist. In Artikel 19 der Erklärung der Menschenrechte heißt es: „Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung: dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ Nun steht die Frage an, dass wenn die Menschenrechte das menschliche Recht auf Würde und Ehre als ein Grundrecht betonen und alle Menschen in der Gesellschaft zu deren Beachtung verpflichten, wie dann die Freiheit der Meinungsäußerung absolut sein kann, wenn diese Meinungsäußerung in den menschlichen Gesellschaften zu den stärksten Beleidigungen der Ansichten und Ideologien anderer Menschen führt? Man muss die Leute, die eine bedingungslose Freiheit der Meinungsäußerung fordern, fragen, an wen und welche Stellen sich Personen, Gruppen oder sogar ganze Gesellschaften wenden und von wem sie ihr Recht fordern sollen, wenn sie durch diese freie Meinungsäußerung beleidigt, psychisch und persönlich verletzt werden. Natürlich ist das Studium und die Überprüfung der Ideen aus wissenschaftlicher und philosophischer Hinsicht ohne Bosheit und Beleidigung in der Diskussion etwas anderes und vielleicht wird sich auch niemand finden, der diese als Beleidigung betrachtet. Trotzdem müssen, damit eine faire Diskussion geführt werden kann, alle Dimensionen dieses Themas und auch deren konkrete Folgen beachtet werden.

 

[1] Shaykh Faiz Muhsin Kashani: Al-Wafi – Bd. 14, S. 20

[2] Muhaddis Qummi: Safinat-ul-Bahar – Bd. 2, S. 54-55

[3] Imam Ali (a.): Nahdsch-ul-Balagha – Bd. 2, Nr. 47

[4] Wasail al-Schia – Bd. 2, S. 118