Die Rolle der Frau bei der Realisierung des Weltfriedens

Shohreh Sadeghi

Im Rahmen der interkulturellen Woche mit dem diesjährigen Motto: „Wer offen ist, kann mehr erleben“ fand am Samstag, den 26. Oktober 2013, der zweite interreligiöse Frauenbegegnungstag im Ökumenischen Forum HafenCity in Hamburg statt. Frau Shohreh Sadeghi, die eigens zu diesem Anlass aus Iran angereist war, referierte über das Thema: „Die Rolle der Frau beim Verwirklichen des Weltfriedens“. Auf sehr aufschlussreiche Weise beleuchtete sie den Begriff Frieden aus islamischer Perspektive. Im Folgenden eine Zusammenfassung ihres Vortrags:

Ich halte es für notwendig am Anfang die beiden Schlüsselbegriffe – Frieden und Krieg – aus islamischer Perspektive zu erläutern. Beginnen möchte ich mit dem ersten Begriff: Frieden. Das Erste, was der Islam im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen vorschlägt, ist, dass die Menschen sich mit dem heiligen Wort „Salaam“ begrüßen sollen. Dieses Wort ist einer der Namen des allmächtigen Gottes und drückt den Frieden und die Freude zwischen den Menschen aus. Das Äußern der geschwisterlichen Verbundenheit und der Gleichheit ist eine Art Gebet. Diese Begrüßungsformel spiegelt den Gesundheitswunsch für die Seele und den Leib des Gegenübers und der gesamten Gesellschaft wieder. Aus diesem Grund begrüßen wir uns mit „Salaam = Frieden“. Durch das Fundament des Friedens und der Sicherheit in allen zwischenmenschlichen Angelegenheiten sowie des Wohlwollens der Menschen untereinander können sich Ungerechtigkeit und Feindschaft nicht verbreiten. Das bedeutet, dass der Islam die beiden Werte „Frieden und Wohlwollen“ als Grundbausteine für die zwischenmenschlichen Beziehungen ansieht.

Die islamische Religion reduziert den Frieden nicht nur auf das Fehlen von Kriegen. Es gibt viele Länder, in denen kein Krieg stattfindet, in denen aber dennoch kein Frieden herrscht, weil die Grundrechte der Individuen mit Füßen getreten werden. Daher kann man den Begriff „Krieg“ nicht nur auf militärische Auseinandersetzungen reduzieren. Auch ohne kriegerische Kämpfe kann ein Großteil der Menschheit ihre Rechte verlieren. Nach islamischer Auffassung enthalten alle Religionen friedliche Botschaften, um das Zusammenleben der Menschen zu fördern. Da der Islam jedoch die letzte göttliche Offenbarung an die Menschen ist, nutzt er nicht nur alle vorangehenden Botschaften in Bezug auf Frieden und Freundschaft, sondern stellt der Gesellschaft auch die vollkommensten Vorgehensweisen und Grundsätze zur Verfügung. Ich möchte im Folgenden auf einige dieser Grundsätze eingehen.

  1. Grundsatz: Die Zusammengehörigkeit von Frieden und Gerechtigkeit

In Bezug auf die zuvor gegebene Interpretation des Friedens im Islam ist es ersichtlich geworden, dass Frieden ohne soziale Gerechtigkeit nicht möglich ist. Durch eine solche Sichtweise wird deutlich, dass Frieden und Gerechtigkeit eng miteinander verknüpft sind, wenn es um Freundschaft und Nächstenliebe in der Gesellschaft geht. Erst durch soziale Gerechtigkeit kann sich Frieden entfalten und nur so wird Krieg bedeutungslos. Somit erhält der Frieden im Islam eine allgemeinere Bedeutung und beinhaltet gleichzeitig auch andere soziale Werte wie Gesundheit, Sicherheit, Wahrheit und Gerechtigkeit.

Aus diesem Zusammenhang heraus wird klar, dass wenn in einer Gesellschaft Ungerechtigkeit herrscht, auch die sozialen Beziehungen darunter leiden. Obwohl kein Krieg stattfindet, geht der soziale Frieden verloren. Deshalb spielt aus islamischer Sicht die Gerechtigkeit eine zentrale Rolle, wenn es um Frieden und Glückseligkeit geht. Sie ist ein zentraler Wert für alle Propheten und Religionen.

Das hebräische Wort „Schalom“ erscheint im heiligen Buch der Juden beinahe 200 mal. Die Abkürzung desselben Wortes ist ebenfalls häufig im Talmud verwendet worden. In diesem Zusammenhang erkennt man: Die Welt ist auf drei Säulen aufgebaut: Auf der Wahrheit, auf gerechter Beurteilung und auf Frieden und Freundschaft. Ohne Frieden kann nichts existieren. Auf der Basis der jüdischen Interpretationslehre profitiert der Mensch vom Wohlwollen und der Freundschaft seiner Mitmenschen, wenn er Frieden verbreitet. Aus der Sicht der Thora ist Frieden nicht beschränkt auf eine bestimmte Gruppe, Zeit oder Region. Gott beschert der ganzen Welt Seinen Frieden. Es ist die Pflicht eines jeden Juden, sich um Frieden, Freundschaft und Gerechtigkeit zu bemühen. Im Talmud wird die Gerechtigkeit als wichtigste Voraussetzung für Frieden und ihr Fortbestehen angesehen, darüber hinaus wird sie als unabdingbarer Bestandteil der Welt bezeichnet. Der Mangel an Gerechtigkeit verursacht Kriminalität. Mit der genauen Aufzählung der Völker und Stämme, die früher seit Adam (Gen. 5,1-32) und Noah (Gen. 10,1-31) existiert haben, bezeichnet die Thora alle Menschen als einander ebenbürtig und wirbt für die Liebe mit dem Satz: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie Dich selbst.“ (Lev. 19,18). Der Nächste wird hierbei in erster Linie noch als Volksgenosse verstanden.

Im Christentum, worin das menschliche Leben als ein Strahl des göttlichen Lichts und das göttliche Schicksal als väterliche Fürsorge angesehen wird, werden alle Menschen als Mitglieder einer einzigen Familie betrachtet. Diese nehmen eine göttliche Ausstrahlung an, wenn sie sich für Nächstenliebe einsetzen, die nun alle Menschen umfasst (Mk. 12,31 parr.) und das zweite Gebot nach der Gottesliebe ist (Mk. 12,30f. par.). Somit wird die Liebe zu Gott von der Liebe zueinander untrennbar. Die christliche Tradition gibt dem Menschen in Anlehnung an der Tatsache, dass der Mensch die Basis und das Ziel der sozialen Ordnung ist, Rechte, die unumstößlich sind. Nach christlichem Verständnis basieren soziale Beziehungen auf den folgenden Säulen: Solidarität, Einigkeit, Zusammenhalt, Entgegenkommen und Zusammenarbeit, wobei die Solidarität ein natürliches Verlangen darstellt, das die völlige Zuwendung, die Vergebung und die Versöhnung beinhaltet. In der christlichen Lehre erhalten Frieden und Versöhnung erst mit der Gerechtigkeit ihre Bedeutung (Röm. 5,1-11) und jegliche Trennung der Gerechtigkeit vom Frieden wird ausgeschlossen, wie dies im Islam ebenfalls der Fall ist.

Im heiligen Buch Avesta, das auf den iranischen Religionsstifter Zarathustra zurückgeht, wird der Krieg und der Besitz von Waffen kritisiert. In den Liedern der Avesta steht geschrieben: „Wir glauben an die reine Religion, die den Krieg verneint, die Waffen beseitigt und Opferbereitschaft verbreitet.“ Diese Lehre wird im täglichen Gebet der Zaratustrierer erwähnt. Die Zaratustrierer wünschen sich in ihrem Glauben beständigen Frieden und Freundschaft zwischen allen Verwandten und allen Stämmen.

Der Islam beinhaltet als die letzte göttliche Religion alle wertvollen Lehren der anderen Religionen und sieht das harmonische Zusammenleben, die Versöhnung und die Liebe als Mittel zum Erreichen des Friedens an. Wie bereits erwähnt wurde, geht nach islamischer Auffassung die Bedeutung von Frieden weit über die Nicht-Existenz des Krieges hinaus. Armut, soziale Ungerechtigkeit und Diskriminierungen jeglicher Art sind die anderen Gesichter des Krieges, dem viele unterdrückte Menschen in der heutigen Zeit zum Opfer fallen.

In einigen Friedensbewegungen der heutigen Zeit sind die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten in Vergessenheit geraten. Es wird lediglich der Frieden in seiner Bedeutung als Kriegsvermeidungsstrategie und Mittel zum Erlöschen des Feuers zwischen den Nationen betrachtet. Jedoch findet Frieden erst zusammen mit Gerechtigkeit seine wahre Bedeutung und Frieden ohne Gerechtigkeit ist nichts weiter als die Festigung von Unrechtssystemen und Hohn gegenüber der Menschheit.

Der Islam lässt es nicht zu, dass im Namen des Friedens und des Einklangs der Nährboden für Ausbeutung und Versklavung geschaffen wird. Gott hat im Koran mehrmals für die Versöhnung der Menschen, den Weg der Gerechtigkeit, Fairness, Ethik und Rechtleitung vorgeschlagen. Genauso wie Frieden ohne Gerechtigkeit keine Bedeutung hat, macht auch Gerechtigkeit ohne die Sicherung der Rechte der Menschen keinen Sinn. Dies wiederum ist die Basis zur Vermeidung von Gewalt und Unfrieden. Wenn Frieden auf der Basis von Gerechtigkeit aufgebaut ist, wird er sich als beständiger Grundwert etablieren, mit dessen Hilfe man den Weltfrieden erreichen kann.

Eine der Maxime des Korans ist das Streben nach Frieden und dessen Bekenntnis für alle Bereiche des menschlichen Lebens. Gott spricht im Koran (al-Hudschurat | 49:10): „Die Gläubigen sind doch alle Geschwister, so versöhnt eure Geschwister miteinander! Und handelt wie gottesfürchtige Gläubige, damit Euch Gnade erwiesen wird.“

  1. Grundsatz: Die Würde des Menschen

Der zweite Grundsatz, der beim islamischen Verständnis von Frieden beachtet werden muss, ist, dass dem Menschen eine hohe Würde zugewiesen wird unbeachtet seiner Weltanschauung und Religion: „Und Gewiss, bereits verliehen Wir den Kindern Adams Würde (Bani Isra‘il |17:70).“ In der Logik des Korans besitzen alle Menschen dieselben Wurzeln. Und alle sind in der Menschlichkeit und bei der Ausstattung mit ihren natürlichen Rechten gleich. In der Schöpfung existieren keine Menschen erster und zweiter Klasse. Deshalb sind sie allesamt in ihren Grundrechten gleich. In der Lehre vom Koran und des Propheten steht, dass es, wenn man einen unschuldigen Menschen tötet, so ist, als hätte man die gesamte Menschheit vernichtet (Al-Maida | 5:32). Die Seele des Islam besteht aus Frieden basierend auf Gerechtigkeit, wodurch die Würde und der Platz der Menschen definiert und geschützt wird, und womit die Fähigkeiten und die Begabungen erst gezeigt und gewürdigt werden können. Daher gilt: wenn die Menschenwürde innerhalb der Gesellschaft geschützt wird, können alle von Frieden und Sicherheit profitieren.

Unter Beachtung des bisher Gesagten wird es verständlich, dass aus der Sicht aller Gottesreligionen das Vorhandensein jeglichen Unrechts in der Gesellschaft eine Barriere für den Fortbestand des Friedens darstellt. Aus diesem Grunde stellt die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen in vielen Ländern eine Gefahr für den Weltfrieden dar. Wie bereits erwähnt, sieht der Islam Mann und Frau als gleichberechtigt an und toleriert in keinster Weise Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen. In einer Gesellschaft, in der die Frauen ungerecht behandelt werden, nimmt das Unrecht zu, mit der Folge, dass kriegerische Konflikte und Unsicherheiten zunehmen.

  1. Grundsatz: Vermeidung von Diskriminierung in der Rechtszuweisung

Obwohl das Verlangen mancher feministischer Bewegungen nach Gleichheit als Bekämpfung von Ungerechtigkeit gedeutet wird, ist es im Kern selbst eine der schlimmsten Formen der Ungerechtigkeit. In Wahrheit sind das Unrecht gegenüber Frauen und die diskriminierende Verteidigung der Frauenrechte zwei Seiten derselben Medaille. Aus diesem Grund setzt sich der Islam für das Recht der Frauen und Männer ein und nicht nur für das einseitige Pochen auf Frauenrechten gegenüber den Männern.   Die islamische Ideologie basiert auf Gerechtigkeit ohne Bezugnahme auf das Geschlecht. Es ist dabei gleichgültig, ob das Recht einer Frau oder einem Mann zusteht.

Prophet Muhammad (s.a.) war selbst ein Verteidiger der Frauenrechte, genauso wie er sich für das Recht der gesamten Menschheit eingesetzt hat. Das ist die wahre Bedeutung vom Frieden, welche auf Gerechtigkeit basiert. Die Friedens- und Frauenrechts-Bewegungen müssen die Rechte aller beachten und nicht nur das Recht von einer bestimmter Gruppe, eines Geschlechts oder eines Landes. Wenn Frieden in der Welt herrschen soll, muss zuerst das Unrecht als Übel beseitigt werden und zwar für die gesamte Menschheit.

In diesem Zusammenhang sind Eigenschaften wie Gottesfurcht, Glaube an das nächste Leben und Frömmigkeit der beste Schutz, um Ungerechtigkeit gegenüber anderen zu vermeiden. Das Leben, die Moral, die Erziehung, die Kultur, die Politik und die Wirtschaft müssen mit Frömmigkeit und dem Glauben an das nächste Leben verknüpft werden. Soziale Verantwortung sowie die friedliche Koexistenz müssen in den Vordergrund rücken statt ausschweifende Vergnügungen und wirtschaftliche Bereicherung. In einer Gesellschaft, in der Moral und Spiritualität ihren festen Platz haben, ist der Frieden gesichert. Ein entsprechendes Verhalten für den Frieden ist die Toleranz und der Respekt gegenüber anderen Meinungen im Rahmen der nationalen Gesetzgebung und ein Verhalten, das auf sozialer Gleichheit und Zusammengehörigkeit sowie Geduld und Zufriedenheit basiert. Wenn eine der besagten Verhaltensweisen fehlt, würde das zu Feindschaft, Unzufriedenheit und Unrecht  führen.

  1. Grundsatz: Die Rolle der Frauen beim Erreichen des Friedens

Ohne Zweifel ist die Etablierung des Weltfriedens abhängig von der Erziehung friedliebender Menschen. Mit anderen Worten beginnt der Frieden bei der inneren Einstellung der Menschen. Die Erziehung beginnt in der Familie und genau deshalb wird ihr im Islam große Bedeutung geschenkt. Während der Kindheit erlernt und erfährt der Mensch innerhalb seiner Familie viele Verhaltensweisen, Werte und ungeschriebene Gesetze in einem inoffiziellen Rahmen. Werte wie Gerechtigkeit, Frieden und Glaube werden in der Familie erlernt. Wenn die Familienstrukturen auseinander brechen, ist die Folge eine falsche gesellschaftliche Entwicklung, die wiederum in Ungerechtigkeit, Krieg und Gewalt münden kann. In einer liebevollen familiären Umgebung werden friedvolle Frauen und Männer erzogen. Genau in dieser ruhigen Umgebung und Atmosphäre entfaltet sich Frieden. Jemand, der nicht in einer solchen Umgebung aufgewachsen ist, wird später ohne Zweifel den Wert des Friedens und der Sicherheit nicht verstehen. Wenn wir die Geschichte analysieren, dann stellen wir fest, dass oftmals unerzogene und unmoralische Menschen für Ungerechtigkeiten und Kriege verantwortlich sind.

In unseren Augen ist der wesentlichste Einflussfaktor in der Familie die Frau, was in einem Gedicht der berühmten Poetin Parvin Etesami sehr schön dargelegt wird, in dem sie die Frau als den Kapitän der Familie bezeichnet: „Weißt Du, was der Unterschied zwischen Mann und Frau ist? Der eine ist eine Fähre und der andere der Fährmann.“ Das Schiff wird sich ohne einen Kapitän entweder verfahren oder sinken. Eine gläubige und wohlerzogene Frau kann selbst eine ganze Generation vorbildlicher Nachkommen hervorbringen.

Der Prophet Jesus (a.s.), der Sohn von Maria, hat bei seiner Mutter Liebe, Aufrichtigkeit und Nächstenliebe gelernt, und dies später durch seine Taten andere Menschen gelehrt. Der Prophet Moses (a.s.) ist durch seine Mutter zu einem mutigen Mann herangewachsen, der später die Israeliten von der Unterdrückung Pharaos befreit hat. Der Prophet Muhammad (s.a.) hat in den Armen seiner Mutter Amina sowie seiner Ziehmütter Halime Sadia und Fatima den inneren Frieden und den Willen zu Reformen bekommen. Somit ist der Schutz und die aufmerksame Führung der Familie der erste Schritt zur Verbreitung von Frieden innerhalb einer Gesellschaft.

Die Frau spielt diesbezüglich die wichtigste Rolle. Wir sind heute leider Zeuge davon, dass manche Medien unter dem Deckmantel der Verteidigung der Frauenrechte die Schwächung des Familienfundaments herbeiführen. Dies geschieht in einer Art und Weise, dass Werte wie Freundschaft, Zusammengehörigkeit und Solidarität in der Familie sich in Konkurrenzverhalten, Abwendung und Feindschaft verwandeln. Im Namen der Frauen- und Menschenrechte wird die Würde der Frau mit Füßen getreten. Erhabene Werte wie die Einfühlsamkeit und Sentimentalität der Frau, der Schutz der Familie, die Mutterschaft, Liebenswürdigkeit und Trost werden absichtlich degradiert und abgeschwächt.

Stattdessen wird auf Individualität, freie Liebe und Unabhängigkeit vom Familienbund Wert gelegt. Es wird zunehmend von Frauen verlangt, in Konkurrenz zu den Männern zu treten mit der Absicht, sie in die Rolle des Mannes zu stecken. Dies führte dazu, dass in den Gesellschaften vieler westlicher Länder die Menschen der sanften Natur der Frau und der liebevollen mütterlichen Erziehung entbehrten. Die Reinheit und Tugendhaftigkeit der Frauen, die mit ihrer wichtigen Familienrolle einen wesentlichen Anteil am Weltfrieden haben könnten, wird durch die Medien und humanistischen Bewegungen mit unkontrolliertem Verlangen nach Spaß befleckt.

Die Frau ist das Fundament und die Hauptachse der Familie. Aufgrund mancher körperlicher und seelischer Unterschiede ist jedoch jedes Geschlecht für die Ausführung bestimmter Aufgaben geeigneter. Aus diesem Grund ist der Anteil an Fortbestand und Stabilität der Familie unterschiedlich. Die Frau spielt bei der Entspannung und der sensiblen Familienatmosphäre eine zentrale Rolle. Obwohl laut Koran beide Partner zur Entspannung der Familie beitragen sollten, überwiegt hier jedoch die Stellung der Frau. Dies rührt von ihren natürlichen Eigenschaften sowie der liebevollen und gefühlsbetonten Natur der Frau her. Bildlich gesprochen könnte man auch sagen, dass das Zuhause, welches eine Frau mit „Herzenshand“ aufbaut, besser ist, als das Haus, das mit der Hand eines Mannes aufgebaut wird.

Die nächste wichtige Aufgabe einer Familie ist die Fortpflanzung, worin die Frau ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, da die Entwicklung der embryonalen Phase, die Geburt und das Stillen des Säuglings nur auf sie beschränkt ist. In den weiteren Entwicklungsphasen wird der Frau ebenfalls eine herausragende Rolle übertragen, indem sie für das äußere und innere Wohlergehen des Kindes sorgt. Der liebevolle Schoß der Mutter ist die erste Schule, die das Kind besucht und seine Persönlichkeit entwickelt sich darin. Die menschliche Identität sowie die gesunde Persönlichkeitsentwicklung und die Gefühle des Kindes werden durch die ständige Interaktion mit den Eltern, insbesondere mit der Mutter beeinflusst. Frauen stellen durch ihr Dasein in der Gesellschaft nicht bloß ein Geschlecht dar, sondern sie gestalten in ihren unterschiedlichen Rollen als Kämpferinnen, Wissenschaftlerinnen oder als Verteidigerinnen der Menschenrechte aktiv die Gesellschaft mit.

  1. Grundsatz: Die Frauenrolle bei der Stabilität des Friedens

Die Festigung der Annäherung und des Zusammenhalts, die Erzeugung einer Kultur des Zusammenwirkens sowie die friedliche Interaktion auf Basis von Recht und Gerechtigkeit kann die Stabilität des Friedens sichern. Wenn man das Leben nach Faktoren wie der Annährung auf Basis gemeinsamer Interessen, der Wertschätzung des Rechts anderer und dem friedlichem Zusammenleben ausrichtet, entsteht eine Atmosphäre voller Sicherheit, Frieden und Freundschaft. Kulturelle Isolation hingegen führt zu Streitigkeiten und Kämpfen, die Unsicherheit zur Folge haben. Auf der anderen Seite sind Strategien wie eine gemeinsame Politik, die Eingliederung der Religion in die Welt, die Verbreitung von Glauben und Gottesfurcht, die Einhaltung von Zusagen und die Zunahme von Gerechtigkeit unentbehrliche Schritte in Richtung des Weltfriedens für die gesamte Menschheit.

In der islamischen Lehre werden hinsichtlich der Völkerannährung dem übertriebenen Nationalismus, der Abstammung und dem Rassismus keinerlei Platz eingeräumt, stattdessen werden Attribute wie Gottesfurcht und Nächstenliebe gefördert. Es wird für Moral und Ethik geworben, indem Hilfs- und Opferbereitschaft gelehrt wird. Dies sind wertvolle Gebote, um den Weltfrieden zu realisieren. Diese und ähnliche Handlungsempfehlungen können mehr noch als jede diplomatische Strategie und jedes politische Engagement der Gewalt und den Kriegen entgegenwirken. Frauen wie Männer können gemeinsam die Gerechtigkeit fördern, indem sie sich aktiv einbringen und den Dialog im Interesse der gesamten Menschheit fördern.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen allen den Frieden und Segen Gottes.