Qur’an-Exegese: Al-Baqarah – Vers 126

Seyed Mohsen Ale Batoul

بسم الله الرحمن الرحيم

وَ إِذْ قَالَ إِبْرَاهِمُ رَبّ‏ِ اجْعَلْ هَاذَا بَلَدًا ءَامِنًا وَ ارْزُقْ أَهْلَهُ مِنَ الثَّمَرَاتِ مَنْ ءَامَنَ مِنهُْم بِاللَّهِ وَ الْيَوْمِ الاَْخِرِ  قَالَ وَ مَن كَفَرَ فَأُمَتِّعُهُ قَلِيلًا ثُمَّ أَضْطَرُّهُ إِلىَ‏ عَذَابِ النَّارِ  وَ بِئْسَ الْمَصِيرُ

سوره البقرة ، آيه 126

Transliteration

wa-ˈiḏ qāla ˈibrāhīmu rabbi ǧʿal hāḏā balada ˈāminan wa-rzuq ˈahlahū mina

ṯ-ṯamarāti man ˈāmana minhum bi-llāhi wa-l-yawmi l-ˈāḫiri qāla wa-man kafara

fa-ˈumatti ʿuhū qalīlan ṯumma ˈaḍṭarruhū ˈilā ʿaḏābi n-nāri wa-bi ˈsa l-maṣīru

Übersetzung

Und als Abraham sagte: „Mein Herr, mach dies zu einem sicheren Ort und gib Früchte den dort Wohnenden, dem, der von ihnen an Allah und den Jüngsten Tag glaubt“, sagte Er: „Auch den, der ungläubig ist, werde Ich für kurze Zeit versorgen, alsdann ihn ausliefern der Bestrafung des Feuers; und welch ein schlechtes Los ist das!“

Erläuterung

In diesem Vers spricht der Prophet Abraham (a.) mehrere Bittgebete aus, worin er bedeutende Anfragen an seinen Schöpfer richtet. Seine erste Bitte ist: „Lieber Herr, lege diesen Ort als „Balad“ d.h. als Wohngebiet fest!“ Erstens weil dieser Ort bis dahin unbewohnbar war, und zweitens gab es keinerlei Anzeichen dafür, dass es vor dem Eintreffen des Propheten Abraham (a.) je zu einer solchen bewohnbaren Gegend zählen würde.[1] Ein anderer Wunsch des Propheten war: „O Herr, sichere diesen Ort, und biete seinen Bewohnern Schutz.“ Die nächste Bitte von Abraham (a.) lautete: „O Herr, teile den Bewohnern dieser Stadt – denjenigen, die an Gott und an den Tag der Auferstehung glauben – die Früchte des Lebens zu.“ Durch Abrahams (a.s.) Gebet hat Allah diesen heiligen Ort mit der inneren und äußeren Sicherheit und mit Wohlfahrt gesegnet.Es ist in diesem Vers zu beachten, dass Abraham (a.), nachdem er den Wunsch nach  Sicherheit gegenüber Allah geäußert hat, sich Gottes Segen ausschließlich für die Gläubigen wünscht! Möglicherweise ist der Grund für dieses Vorgehen, dass Abraham (a.) plötzlich gemerkt hat, dass eine Entzweiung der Bevölkerung Mekkas in die Gottesfürchtigen und die Ungläubigen stattfinden könnte. Dies war genau der Fall zu seiner Zeit, als er sich von den Ungläubigen und denjenigen, die etwas anderes außer Allah anbeteten, und sogar von seinem Onkel getrennt hatte (at-Tauba | 9:114). Daher betont er beim Gebet für die Gottesgaben: „O Allah gewähre Deine Gabe nur den Gläubigen von Mekka“, obwohl er genau weiß, dass wenn Gottesgnade einer Stadt zuteil wird, alle Menschen in der Stadt daraus Nutzen ziehen werden, seien es die Gläubigen oder die Ungläubigen. Trotzdem richtet er seine Bitte an Allah nur für die Gottesfürchtigen, wodurch er seine Empörung gegenüber den Ungläubigen äußert.[2]

Allah entgegnet Abraham (a.), dass wenn der Segen ein Land erreicht, alle Menschen davon profitieren werden. Es ist nicht so, dass der Regen nur auf die Gegend der Gläubigen herabgesandt wird, oder eine Quelle nur die Gottesfürchtigen mit Wasser versorgt. Der Schöpfer des Universums ist nachsichtig und sanft und seine Barmherzigkeit ist allumfassend.[3] Auf der anderen Seite betont Allah am Ende des Verses, dass die Nutzung mancher Gottesgaben durch die Ungläubigen allein wegen der Hochachtung des Gotteshauses (Kaaba) möglich ist. Ansonsten gibt es keine Gnade und Rettung am Jüngsten Tag für die Ungläubigen.

قَالَ وَ مَن كَفَرَ فَأُمَتِّعُهُ قَلِيلًا ثُمَّ أَضْطَرُّهُ إِلىَ‏ عَذَابِ النَّارِ  وَ بِئْسَ الْمَصِير

Allah erwähnt in diesem Abschnitt: Diese Gaben und die Sicherheit sind allein für die Gläubigen in dieser und in der nächsten Welt bestimmt, jedoch wird den Ungläubigen eine vorübergehende Sicherheit und eine eingeschränkte Nutznießung zuteil, und danach werden sie in eine Tortur verwickelt. Allahs Darlegung deutet hier darauf hin, dass die Ungläubigen nicht auf ihr gutes Leben in Mekka stolz sein dürfen, und sie dürfen nicht denken, dass sie den Respekt Gottes genießen. Das alles ist allein durch den Respekt und die Ehre, welche dem Gotteshaus gilt.[4] Dieser Sachverhalt gilt ebenfalls für die heilige Stadt Maschhad. Viele der Einwohner und der Pilger der heiligen Stadt genießen Gottesgaben. Die Gläubigen erhalten sowohl in diesem als auch im nächsten Leben Güte und Seligkeit. Wenn aber jemand die Ehre der wahren Nachfolge des Propheten Muhammad (s.) nicht achtet, wird er zwar in diesem Leben oberflächlich Gottesgnade genießen, aber wird von der inneren Seligkeit und deren Nutzen im nächsten Leben nichts spüren.

Sicherheit – Die Basis des Fortschritts

Ein anderer Punkt in dem Bittgebet ist, dass Abraham (a.) sich zuerst die Sicherheit von Allah wünscht und erst danach die Gottesgaben und wirtschaftlichen Vorteile für das Volk zur Sprache bringt. Dies ist eine Anspielung darauf, dass es wahrhaftig keine Wohlfahrt und keinen wirtschaftlichen Fortschritt ohne Sicherheit geben kann. Dies wird in der Sura Quraisch deutlich, worin man liest: „So sollen sie dem Herren dieses Hauses dienen, der ihnen Speise gegen den Hunger gibt und Sicherheit gegen die Furcht gewährt“. (Quraisch | 106:3-4)

Die Sicherheit der Stadt Mekka war zur damaligen Zeit die höchste der Gaben Gottes. Sobald die Bewohner von Mekka die Kaaba- und Stadtregion verließen, wurden sie von Räubern überfallen. Daher wird im Koran hervorgehoben, dass die Sicherheit Mekkas keine gewöhnliche Angelegenheit sei, sondern eine Besonderheit, die durch das Gebet von Abraham (a.) zustande kam: „Sehen sie (die Ungläubigen von Mekka) etwa nicht, dass Wir einen sicheren Bezirk errichteten, während um ihn herum (außerhalb dieses Bezirks) die Menschen beraubt werden?!“ (al-Ankabut |  29:67)

In der Sure al-Qasas, Vers 57 (al-Qasas | 28:57) ist zu lesen: „Und sie (die Ungläubigen) sagen, wenn wir deiner Führung folgen, so würden wir von unserem Land weggerissen werden. Haben Wir denn kein sicheres Schutzgebiet errichtet, zu dem die Früchte aller Art gebracht werden als Versorgung von Uns? Jedoch wissen es die meisten von ihnen nicht.“ Dieser Vers besagt: „Wir haben diese Sicherheit gefestigt, d.h. es ist nicht so, dass die Menschen in Mekka gut sind, bzw. dass die Räuber gute Menschen sind, sondern dass das Gebiet um Mekka sicher ist. Dies haben wir ausgeführt. Wissen sie (die Ungläubigen) nicht, dass sich Mekka wegen seiner klimatischen Bedingungen nicht selbst versorgen kann? Trotz dieser Tatsache seid ihr bestens versorgt, und das ist nur durch Uns zustande gekommen.“

Seelische und geistige Sicherheit

Die Religion des Islam setzt einen besonderen Fokus auf die Beziehung zwischen Mensch und Gott, zwischen Mensch und seinen Mitmenschen sowie zwischen Mensch und Natur. Der Islam ist bestrebt in diesen Beziehungen die Sicherheit und den Frieden herzustellen. Dies stellt einen der Grundsteine der Gesetzgebung des Islam dar und sorgt für die Sicherheit und Frieden in allen Lebensbereichen. Die Sicherheit und der Frieden innerhalb der Gesellschaft beginnen im Islam mit dem individuellen und inneren Frieden. Die Basis dafür, dass sich die Mitglieder einer Gesellschaft um die öffentliche Sicherheit sorgen und sie fördern können, ist ihre seelische und psychische Ausgeglichenheit (Ruhe). Im Umkehrschluss wird es für die Gesellschaft als Ganzes auch keinen Frieden geben, wenn die einzelnen Mitglieder einer Gesellschaft keine seelische Zufriedenheit spüren. Zweifellos entsteht die innere Ausgeglichenheit (Ruhe) aus dem Glauben und der Gottesfürchtigkeit, die den Menschen aus der Ziellosigkeit und der Irrationalität errettet.

Ayatollah Motahhari schreibt über die Rolle der Religion und die Sicherheit, die ihr entstammt: „Das Leben der Menschen ist, gewollt oder ungewollt, neben Glückseligkeit und Freude auch geprägt von Mühe, Leid, Not und Niederlagen. Bei manchen Ereignissen wie dem Altern und dem Tod kann nicht verhindert werden, dass die Menschen leiden. Der Glaube aber gibt dem Mensch Halt und Widerstandskraft, wodurch das Leid in Freude verwandelt wird, und wodurch der Tod als ein Weg für die Rückkehr zu Allah und den ewigen Genuss von Gottesgnade interpretiert wird. Deshalb werden diese dadurch nicht nur erträglicher, sondern sogar als angenehm und liebenswürdig empfunden.“[5]

Wenn ein Mensch daran glaubt, dass Allah ihm näher steht als die Halsschlagader (Qaf | 50:16); und wenn er eine Bitte an Ihn richtet, werden seine Bittgebete erhört (Baqara | 2:186); Allah weiß, was er tut (al-Mudschadila | 58:15); Allah gewichtet alle guten und schlechten Taten (as-Zalzala | 99:7. 8); Allah lässt keine Belohnung der Wohltätigen aus (at-Tauba | 9:120); er fühlt sich ein durch eine metaphysische Kraft bestärkt und gestützt, die über allem steht, und vor keinem außer Ihm sich fürchtet (al-Ahzab | 33:39); er fürchtet keine Missbilligung irgendeines Missbilligenden (al-Ma`ida | 5:54); er trauert nicht um das, was ihm entgangen ist, und er freut sich nicht übermäßig über das, was ihm gewährt wurde (al-Hadid | 57:23). Auf diese Art und Weise überströmt ihn die Sicherheit und die wahre seelische Ruhe.

الَّذِينَ ءَامَنُوا وَ لَمْ يَلْبِسُواْ إِيمَانَهُم بِظُلْمٍ أُوْلَئكَ لهَُمُ الْأَمْنُ وَ هُم مُّهْتَدُون‏

„Diejenigen, die den Glauben an Allah verinnerlicht haben und ihren Glauben nicht mit Übertretung vermischen, fühlen sich sicher und sind rechtgeleitet.“ (an-An‘am | 6:82). Deshalb ist Allah derjenige, der Herzensruhe in die Seelen der Gläubigen hinabsendet.

هُوَ الَّذِى أَنزَلَ السَّكِينَةَ فىِ قُلُوبِ الْمُؤْمِنِينَ لِيزَْدَادُواْ إِيمَانًا مَّعَ إِيمَانهِِمْ  وَ لِلَّهِ جُنُودُ السَّمَاوَاتِ وَ الْأَرْضِ  وَ كاَنَ اللَّهُ عَلِيمًا حَكِيمًا

Er ist derjenige, der Herzensruhe in die Herzen der Gläubigen hinabsandte, damit sie mehr Hingabe in ihrem Glauben gewinnen (al-Fath | 48:4). Und der Mensch kann im Schatten Gottes seine Ruhe finden und seine innere Stärke erreichen.

Individuelle Sicherheit

Der Koran schenkt der Sicherheit und dem Schutz des Lebens eine besondere Beachtung und bezeichnet jeden Mörder (und das Böse) so, als ob dieser die ganze Menschheit und die Menschlichkeit ausrottet (al-Maìda | 5:32), weil wahrlich mit der Vernichtung der Menschheit die Menschlichkeit zugrunde geht und verschwindet. Oder mit anderen Worten, die Menschlichkeit wird aufgrund der Heilung des seelischen und psychischen Zustands des Individuums sowie durch den Wandel des Glaubenssatzes und die Rückkehr zum Monotheismus bekräftigt und am Leben erhalten. „Wenn einer einen Menschen tötet, ohne dass er einen Mord begangen oder auf der Erde Unheil gestiftet hat, so ist es, als hätte er die Menschheit getötet.“ (al-Ma`ida | 5:32).

فَكَأَنَّمَا أَحْيَا النَّاسَ جَمِيعًا  وَ لَقَدْ جَاءَتْهُمْ رُسُلُنَا بِالْبَيِّنَاتِ ثُمَّ إِنَّ كَثِيرًا مِّنْهُم بَعْدَ ذَالِكَ فىِ الْأَرْضِ لَمُسرِْفُون‏

Denn die Bedeutung von Menschlichkeit ist nichts anderes als der Monotheismus und Gottesglaube sowie der Glaube an den Tag der Auferstehung. In diesem Sinne steht der Grad der Menschlichkeit in direktem Zusammenhang mit seiner Ergebenheit gegenüber Allah. Ebenso ist von Gott offenbart: „Und wer einen Menschen vorsätzlich tötet, dessen Lohn ist die Hölle, in der er ewig bleiben muss. Und Allah zürnt ihm und verflucht ihn und bereitet ihm gewaltige Strafe.“ (an-Nisa | 4:93).

Einer der Indikatoren der individuellen Sicherheit ist der Schutz des Hab und Gut der Einzelnen, welche durch die verschiedenen Gesetze gesichert werden, die gleichsam die Strafen für die Schuldigen festgelegen (al-Ma`ida | 5:38). In verschiedenen Versen im Koran gibt es Äußerungen über die Sicherheit der Persönlichkeit und der Ehre zu lesen: „O, die ihr glaubt, die einen sollen nicht über die anderen spotten, denn vielleicht sind eben diese besser als sie …. und bewirft euch nicht gegenseitig mit hässlichen Beinamen“. (al-Hudschurat | 49:11); „Und sucht nichts andere auszukundschaften und führt nicht üble Nachrede übereinander“. (al-Hudschurat | 49:12); „Respektiert euch gegenseitig, bittet euch gegenseitig um Erlaubnis und begrüßt euch.“ (an-Nur | 24:27. 28); „Erhebt keine falsche Anschuldigung gegeneinander.“ (an-Nisa | 4:112); „Werft den ehrbaren Ehefrauen keine Untreue vor“ (an-Nisa | 4:4. 23). Diese Vorschriften dienen der Sicherheit und dem Seelenfrieden der Einzelnen, sodass zusätzlich zum Erreichen der psychischen Sicherheit ebenfalls die Sicherheit des Individuums bewahrt wird.

Soziale Sicherheit

Die soziale Sicherheit ist eine Vorkehrung, innerhalb derer alle Mitglieder einer Gesellschaft im Rahmen einer gesetzlichen Vereinbarung die volle Freiheit erlangen und zudem alle die gleichen Rechte und die gleiche Stellung gegenüber den Gesetzen genießen. Die Etablierung der Gesetze und der Ordnung ist der erste Schritt zur Realisierung eines gesunden sozialen Lebens. Eine Gesellschaft ohne Sicherheit wird nicht zur Ruhe finden, und jegliche Freude und Leistung wird darin in sich zusammenbrechen. Die soziale Unsicherheit vernichtet die Wirtschaft und bremst die kulturelle Entwicklung, wodurch statt eines freien Ideenaustausches zwischen den Intellektuellen sich eine Art Ent- bzw. Zurückhaltung in der Gesellschaft durchsetzt. In so einer Atmosphäre übernimmt eine Gruppe von unansehnlichen und kriecherischen Persönlichkeiten die Führung. Imam Ali (a.) bezeichnet die soziale Unsicherheit als Grund für die ignorante Gesellschaft in der Zeit vor dem Islam. Er beschreibt: „Die Wissenden und die Denkenden in der ignoranten Gesellschaft waren stumm, und stattdessen waren die Unwissenden sowie Ignoranten geachtet.“[6]

Die Ordnung und die soziale Sicherheit hat im Islam einen besonderen Stellenwert. Der Islam hat als Religion die Aufgabe eine gesunde Lebensgrundlage zu schaffen, in der sich sozialer Frieden und Sicherheit etablieren können. Dadurch wird den Gesetzlosen jeglicher Handlungsspielraum entzogen, sodass die Gesellschaft nicht in den Ruin getrieben werden kann. Es ist zu beachten, dass für den Schutz der Sicherheit und der Gesellschaft die Überlegungen und instinktiven Anregungen alleine nicht effektiv genug sind. Vielmehr ist hier die Gesetzgebung maßgeblich. Denn obwohl der Mensch an sich ein soziales Wesen ist, so ist er dennoch immer bestrebt seine eigenen Vorteile zu sichern. Dies kann in vieler Hinsicht mit den Rechten anderer kollidieren. Daher müssen Gesetze für die Sicherung der einzelnen Rechte entworfen werden, die diese Konflikte beseitigen können.

Da für die Überführung der Straftäter die Gesetzgebung alleine nicht ausreicht, muss für das Durchsetzen und die Ausbreitung der Sicherheit in der Gesellschaft eine andere Institution geschaffen werden, die in Konfliktsituationen agieren und für Ruhe sorgen kann. Diese Aufgabe wird durch die exekutive Institution in der Regierung ausgeführt, um die Gesellschaft vor Missetätern und Kriminellen zu schützen. Imam Khomeini (r.) sagt: „Die Gesetzgebung allein reicht zur Rechtleitung und Zufriedenheit der Gesellschaft nicht aus. Es bedarf einer exekutiven Institution, um die Gesetze durchsetzen zu können, um dadurch für das Glück und den Wohlstand der Menschheit zu sorgen. Aus diesem Grunde hat Gott neben dem Gesetzbuch eine Regierung und eine exekutive Kraft bevollmächtigt. Die exekutive Institution setzt die Gesetze und Rechtsprechung durch, sodass die gefällten Urteile der Gerichte in die Praxis umgesetzt werden können.“

Über die existentielle Notwendigkeit der Regierung sagt Imam Ali (a.s.): „Es ist richtig, dass nichts wichtiger ist als Gottesbefehl. Jedoch brauchen die Menschen einen Gouverneur, durch dessen Regiment die Gläubigen ihren Werken nachgehen können, und durch den auch die Ungläubigen Nutzen davontragen. Durch die Regierung wird Staatsvermögen aufgebaut, mit dessen Hilfe Feinde bekämpft werden können. Die Straßen werden sicher, und zwischen den Schwachen und den Starken wird Gerechtigkeit ausgeübt, und die Wohltäter werden in Wohlfahrt leben.“[7] Die Unterteilung in Sicherheitsbereiche besagt nicht, dass es keine Beziehung zwischen den einzelnen Feldern gibt, sie sind im Gegenteil eng miteinander verknüpft. Wenn bspw. die geistige und religiöse Grundlage der Sicherheit schwächelt, beeinflusst dies stark die anderen Bereiche der Sicherheit. Wenn die soziale und politische Sicherheit verletzt wird, werden die kulturellen, wirtschaftlichen und geistigen Bereiche ebenfalls ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen und Gefahren ausgesetzt.

 

[1] Tafsire Tasnim von Javadi Amoli.

[2] Tabatabai: Tafsir al-Mizan.

[3] Makarem Schirazi: Tafsir Nemune. B. 1, S. 452.

[4] Tabatabai: Tafsir al-Mizan.

[5] Eine Einführung in die islamische Weltanschauung, Bd. 1, S 34.

[6] Nahjul-Albalagha, Predigt 2.

[7] Nahdsch-ul-Balagha, Predigt 40.