Qur’an-Exegese: Ar-Rad – Vers 28 bis 29

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بسم الله الرحمن الرحیم

هُوَ اللَّهُ الَّذِي لا إِلهَ إِلاَّ هُوَ عالِمُ الْغَيْبِ وَ الشَّهادَةِ هُوَ الرَّحْمنُ الرَّحِيمُ (22) هُوَ اللَّهُ الَّذِي لا إِلهَ إِلاَّ هُوَ الْمَلِكُ الْقُدُّوسُ السَّلامُ الْمُؤْمِنُ الْمُهَيْمِنُ الْعَزِيزُ الْجَبَّارُ الْمُتَكَبِّرُ سُبْحانَ اللَّهِ عَمَّا يُشْرِكُونَ (23) هُوَ اللَّهُ الْخالِقُ الْبارِئُ الْمُصَوِّرُ لَهُ الْأَسْماءُ الْحُسْنى‏ يُسَبِّحُ لَهُ ما فِي السَّماواتِ وَ الْأَرْضِ وَ هُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ (24)

Transliteration

Huwa Al-Lahu Al-Ladhī Lā ‚Ilāha ‚Illā Huwa ‚Ālimu Al-Ghaybi Wa Ash-Shahādati  Huwa Ar-Raĥmānu Ar-Raĥīmu Huwa Al-Lahu Al-Ladhī Lā ‚Ilāha ‚Illā Huwa Al-Maliku Al-Quddūsu As-Salāmu Al-Mu’uminu Al-Muhayminu Al-Azīzu Al-Jabbāru Al-Mutakabbiru  Subĥāna Al-Lahi `Ammā Yushrikūna Huwa Al-Lahu Al-Khāliqu Al-Bāri’u Al-Muşawwiru  Lahu Al-‚Asmā’u Al-Ĥusná   Yusabbiĥu Lahu Mā Fī As-Samāwāti Wa Al-‚Arđi  Wa Huwa Al-Azīzu Al-Ĥakīmu

Übersetzung

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Er ist Allah, außer Dem kein Gott ist; Er ist der Kenner des Verborgenen und des Sichtbaren. Er ist der Allerbarmer, der Barmherzige. Er ist Allah, außer Dem kein Gott ist; Er ist der Herrscher, der Einzig Heilige, der Friede, der Verleiher von Sicherheit, der Überwacher, der Erhabene, der Unterwerfer, der Majestätische. Gepriesen sei Allah über all das, was sie (Ihm) beigesellen. Er ist Allah, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter. Ihm stehen die schönsten Namen zu. Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist Ihn, und Er ist der Erhabene, der Allweise.

(Al-Haschr | 59:22-24)

Erläuterung

Die letzten Verse der gesegneten 59. Sure, die einen wichtigen Teil der Namen und Eigenschaften Gottes enthalten, sind außergewöhnlich prachtvolle und inspirierende Verse. Gleichsam sind sie auch eine große Lektion im Felde der Erziehung für den Menschen, da mit ihnen Folgendes ausgesagt wird: Wenn ihr die Nähe Gottes sucht und die nach Pracht und Vollendung Strebenden seid, dann entzündet die Flammen dieser Eigenschaften in eurer Existenz.

Diese Verse haben den Zweck, dass sie einige der schönsten Namen und Eigenschaften Gottes, des Erhabenen, aufzählen und weisen darauf hin, dass Er der Inhaber der besten Namen und frei von jeglichem Makel ist. In einer Überlieferung lesen wir über den Gesandten Gottes, dass er sagte: „Wer auch immer die letzten Verse der Sure al-Haschr liest, dessen vergangene und künftige Sünden werden verziehen werden.“[1]

Einer der Gefährten des Propheten sagte: „Ich fragte den Gesandten Gottes nach dem größten Namen Gottes. Er antwortete: „Dir sei es anempfohlen, dass du das Ende der Sure al-Haschr liest – und lese sie oft.“ Ein anderes Mal wiederholte ich jene Frage und die Heiligkeit wiederholte die (vorherige) Antwort.“[2] Auch Sa’id ibn Dschubair überliefert von Ibn Abbas, dass er sagte: „Der Gesandte Gottes sprach: „Der größte und prächtigste Name Gottes befindet sich in den sechs Versen am Ende der Sure al-Haschr.““[3]  Zweifellos werden die, die Seiner mit Seinen schönsten Namen gedenken, wenn sie auf jene Namen der Vollkommenheit treffen, den Mangel ihres Selbst im Angesicht jener Vollkommenheit verstehen.

Interpretation der schönsten Namen Gottes

  1. Allah

Dieses Wort kommt 2505 Mal im heiligen Qur’an vor und es entstammt dem Wort „Al Illah“ (der Gott)[4]. Der prachtvolle Ausdruck „Allah“ ist der umfassendste Name Gottes. Denn die Erforschung der Namen Gottes, die im heiligen Qur’an oder anderen islamischen Quellen vorhanden sind, zeigt auf, dass ein jeder von ihnen einen speziellen Teil der Eigenschaften Gottes reflektiert.

Unter all diesen Namen ist der einzige Name, der auf alle Eigenschaften und die Vollkommenheit Gottes hinweist, oder, mit anderen Worten, die prachtvollen und schönen Eigenschaften Gottes in sich vereint, genau dieses „Allah“. Deshalb werden die anderen Namen Gottes oft als Eigenschaften des Wortes „Allah“ verwendet, beispielsweise die Worte „ghafur“ und „rahim“, die auf den Aspekt der Vergebung Gottes hinweisen. Denn wahrlich, Allah ist allvergebend (ghafur), barmherzig (rahim). (2:226) Das Wort „sami“ weist darauf hin, dass Er das Hörbare zur Kenntnis nimmt. Das Wort „alim“ weist darauf hin, dass er alles zur Kenntnis nimmt. Denn wahrlich, Allah ist allhörend (sami), allwissend (alim)[5].

  1. Alimul Ghaybi wa Schahada

Das Wort „schahada“ erstreckt sich auf Dinge, die für den Menschen offenbar und gegenwärtig sind. Gleichsam hat das Wort „ghayb“ eine gegenteilige Bedeutung. Diese beiden Worte haben eine weitere und miteinander in Beziehung stehende Bedeutung, nämlich, dass es möglich ist, dass etwas für jemanden oder eine Sache verborgen und für jemand anderes oder eine andere Sache offenkundig ist. Die Bezeugung bedarf der Wahrnehmung des Zeugen in Bezug auf das zu Bezeugende. Nun ist diese Wahrnehmung entweder gefühlt, imaginär, intellektuell oder existenziell.

Da Gott, der Erhabene, aller Dinge kundig ist und alle Dinge und Angelegenheiten sieht, sind alle Dinge, die für uns verborgen oder aber offenkundig sind, für Gott, den Erhabenen, immer offenkundig. Das bedeutet, dass er sowohl über das Verborgene als auch über das Offenkundige in Kenntnis ist und dass es außer Ihm nichts gibt, was derart ist. Dies liegt wiederum daran, dass außer Gott die Existenz eines jeden Wesens begrenzt ist und es von daher nicht in der Lage ist, über alles Kunde zu haben[6].

  1. Al-Malik

Das Wort „malik“ kommt im heiligen Qur’an neun Mal vor, wovon es vier Mal im Zusammenhang mit Gott erwähnt wird. Malik bezeichnet den Eigentümer der Verwaltung menschlicher Angelegenheiten und denjenigen, der dazu bevollmächtigt ist, über sie zu herrschen, auf eine Art, dass keiner die Fähigkeit hat, seine Befehle zu verhindern und niemand über ihn herrscht[7].  Auch sind einige der Forscher der Meinung, dass „malik“ sich auf eine mächtige und fähige Person beziehen kann, die es schafft, mit politischen Mitteln und Maßnahmen eine Gruppe zu verwalten und eigentlich mit seinen Geboten und Verboten in der Gesellschaft Okkupationen durchführt[8].

  1. Quddus

Das Wort „quddus“ kommt zwei Mal im heiligen Qur’an vor[9] und bezeichnet das Streben nach Heiligkeit und Reinheit in den Eigenschaften und Handlungen und die Reinheit von allen mit einem Makel behafteten Eigenschaften[10]. Einige Forscher sind in Bezug auf den Unterschied zwischen Quddus und Subbuh der Meinung, dass beide die Reinheit von jeglichen Fehlern bezeichneten, aber zwischen jenen beiden Begriffen gäbe es einen erkennbaren Unterschied: Tasbih ist das Negieren von Makel und Fehlern während Taqdis das Negieren von Beschränkungen jeglicher Art bedeutet.

Darum können Attribute wie Wissen (Ilm) und Macht (Qudrat), die sowohl Gott als auch den Menschen zugeschrieben werden können, aus zwei Hinsichten Gott zugeschrieben werden: Erstens ist Er frei von Makel und Bedürfnissen in diesen Eigenschaften, weswegen er Subuh ist. Aus dem anderen Blickwinkel treffen diese Eigenschaften bis in das kleinste Detail auf Gott zu, so dass er Qodus ist[11]. Das bedeutet, dass dieses Wissen, das zu den Eigenschaften Gottes gehört, nicht nur die Reinheit von jedem Makel bedeutet, sondern dass Gott der Inhaber des vollendendsten und besten Wissens ist.

  1. Salam

Das Wort „salam“ kommt sieben Mal im heiligen Qur’an vor, von denen es nur einmal in besonderer Verbindung mit Gott erwähnt wird. In dem Buch Tafsir-Nemuneh wird  „salam“ als Bezeichnung für jemanden erwähnt, der in keiner Weise Unrecht oder Unterdrückung an jemanden gestattet und der sich in seiner Gesamtheit im Zustand des Friedens befindet[12]. Einige andere haben den Begriff in Bezug auf jemanden erwähnt, der mit Friedfertigkeit mit den anderen umgeht, und nicht streitlustig, bösartig oder schädlich wird[13]. Der sunnitische Qur’aninterpret Alusi hat jenes Wort mit der Bedeutung von „Gesund von Fehlern“-sein definiert[14].

Jawohl, Gott ist der Frieden und Er lädt zum Frieden ein: „Und Allah lädt ein zum Haus des Friedens“[15]. Und die Rechtleitung durch Ihn geschieht dadurch, dass er zum Frieden leitet: „Damit leitet Allah jene, die Sein Wohlgefallen suchen, auf die Wege des Friedens“[16]. Das Haus, was für die Gläubigen gebaut wurde, ist ebenfalls das Haus des Friedens: „Ihnen wird ein Haus des Friedens bei ihrem Herrn zuteil sein.“[17] Und der Gruß der Paradiesbewohner ist ebenso nichts als Frieden: „nur das Wort: „Frieden, Frieden!““[18]

Der Märtyrer Morteza Motahhari ist bezüglich der Reihenfolge der drei letztgenannten Namen der Ansicht, dass der Name „al-Quddus“ vielleicht deshalb nach dem Namen „al Malik“ kommt, weil der Mensch aufgrund der vielen Erlebnisse, die er im Laufe der Geschichte gemacht hat, an negative Dinge denkt, wenn er hört, dass die Macht bei einem einzigen ist. Er denkt dann an Aspekte wie Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Gier und anderes.

Dadurch aber, dass der Name „al-Quddus“ nach dem Namen „al-Malik“ kommt, wird diese Vorstellung entkräftet. Nachdem dann jene Vorstellung und Sorge aus den menschlichen Gedanken getilgt wurde, erwähnt Gott den Namen „as-Salam“, damit er aufzeigt, dass dieser Gott, der „al-Malik“ ist, nicht nur kein Unterdrücker ist, sondern für euch Wohlbefinden und Frieden bringt und liebenswürdig ist[19].

  1. Mu’min

Allama Tabatabai schreibt in seiner Erläuterung zum Wort „Mu’min“ Folgendes: „Mu’min bezeichneten jemanden, der dir Sicherheit gibt und der dich in seiner Gnade bewahrt.“[20] Scheikh Tabarsi überliefert in seinem Werk „Madschmu al Bayan“ von Ibn Abbas, dass er sagte: „Mu’min ist jemand, vor dessen Unterdrückung das Volk in Sicherheit ist.“ Einige andere sind der Ansicht, dass „Mu’min“ jemand ist, der sein Wort hält, seinem Wort also treu ist, oder jemand ist, der zum Glauben einlädt[21]. Laut Tafsir Nemuneh wird jemand als Mu’min bezeichnet, der seinen Freunden Sicherheit schenkt und den Glauben verbreitet[22].

  1. Muhaymin

Dieses Wort kommt ein einziges Mal im heiligen Qur’an vor und bezieht sich auf Grundlage dessen, was Allama Tabatabai gesagt hat, auf die Vorzüglichkeit oder Vorherrschaft einer Person oder einer Sache[23]. In Tafsir Nemuneh wird al-Moheymin zu jemanden gesagt, der über alle Dinge wacht und auf sie aufpasst[24].

Fakhruddin Razi sagt, dass es in Bezug auf diesen Begriff zwei Aussagen gäbe. Aus der Sicht einiger, entlehnt sich der Begriff von dem Wort „Heymin“, das so viel wie bewahren und beschützen bedeutet. Einige andere sehen den Begriff in Verbindung mit „Iman“, im Sinne von ruhespendend. Aus dieser Hinsicht ist Muhaymin ein Bezeugender, vor dem nichts verborgen bleibt[25].

  1. Aziz

Das Wort Aziz kommt 95 Mal im Qur’an vor. Scheikh Tabarsi nennt zwei mögliche Bedeutungen für diesen Begriff:

  1. a) Aziz bezeichnet jemanden, den man nicht dominieren kann.
  2. b) Aziz ist jene Kraft, die unerreichbar ist und für die kein Ziel unmöglich ist[26].

Allama Tabatabai erwähnt auch eine andere mögliche Bedeutung, die besagt, dass Aziz jemand ist, von dem die anderen alles, was sie besitzen, haben. Und alles, was er hat, hat er von niemand anderem[27]. Fakhraddin Razi und einige andere sunnitischen Qur’aninterpreten definieren Aziz als jemanden, für den nichts Ähnliches vorgefunden werden kann[28].

  1. Dschabbar

Der Name Dschabbar kommt nur ein einziges Mal im Qur’an vor.  Alama Tabatabai sieht darin die Hyperbel des Wortes Dschschabr und sieht das Wort als Bezeichnung für einen Korrektor. Auch kann laut ihm das Wort jemanden bezeichnen, dessen Willen durchdringend ist und der seinen Willen jedem, bei dem er es will, mit Zwang auferlegt[29].

In Tafsir Nemuneh wird gesagt, dass dieser Begriff, wenn er in Bezug auf Gott verwendet wird, eine seiner großen Eigenschaften bezeichnet, die sich darauf erstreckt, dass er mit der Autorität Seines Willens und der Vollkommenheit Seiner Macht sich jeder Verderbtheit zuwendet. Wenn der Begriff in einem anderen Zusammenhang als dem mit Gott erwähnt wird, ist die Bedeutung mit Kritik und Rüge verbunden[30].

Der Märtyrer Morteza Motahhari ist der Meinung, dass der Begriff entweder aus dem Wort „dschabbariat“ oder aus dem Begriff „dschobran“ stammt. Wenn es aus dem erstgenannten Wort entstammt, dann hat es dieselbe Bedeutung, wie es die zuvor genannten Interpreten erklärt haben. Wenn das Wort jedoch aus dem Wort dschobran stammen sollte, dann bedeutet es, dass er vorhandene Mängel und Makel korrigiert[31]

  1. Mutakabbir

Das Wort mutakabbir kommt in der Singularform im heiligen Qur’an einmal vor. Scheikh Tabarsi definiert das Wort in seinem Madschmu al Bayan als etwas, dem die Eigenschaft der Ehrerbietung gebührt[32].  Er erwähnt auch die Meinung anderer, die der Ansicht sind, dass das Wort mutakabbir sich auf jemanden bezieht, der von allem Übel rein ist[33]. Alama Tabatabai hat das Wort mutakabbir auf jemanden bezogen, der sich mit göttlicher Erhabenheit präsentiert[34].

In Tafsir Nemuneh werden wird das Wort „mutakabbir“ auf zwei verschiedene Weisen verwendet: rühmend und tadelnd. Wenn das Wort im Zusammenhang mit Gott verwendet wird, dann bedeutet das das Aufweisen von Größe, guten Taten und vielen wünschenswerten Eigenschaften. Wenn es sich jedoch nicht auf Gott bezieht, dann hat es die tadelnde Bedeutung, da kleine und armselige Personen den Anspruch erheben, groß zu sein und sich Eigenschaften zuschreiben, die sie nicht aufweisen. Da Pracht und Größe nur zum Rang Gottes passen, wird dieser Begriff mit einer rühmenden Bedeutung nur in Bezug auf Ihn verwendet und wenn es sich nicht auf Ihn bezieht, dann hat es eine tadelnswerte Bedeutung[35].

  1. Khaliq

Dieser Begriff wird acht Mal im heiligen Qur’an verwendet. Scheikh Tabarsi hat diesem Begriff die Bedeutung „Schöpfer“ zugeschrieben[36]. Allama Tabatabai ist der Meinung, dass das Wort „khaliq“ sich auf jemanden bezieht, der die Dinge mit Maß erschaffen hat[37]. Alusi definiert „khaliq“ als jemanden, der die Dinge mit notwendiger Weisheit bemisst. Auch hat er eine andere mögliche Definition für diesen Begriff erwähnt, bei dem „khaliq“ jemand ist, der die Dinge aus dem Nichts erschafft[38].

  1. Bari

Dieser Name kommt drei Mal im heiligen Qur’an vor und hat eine ähnliche Bedeutung wie „khaliq“, mit dem Unterschied, dass „bari“ ein Hervorbringer ist, der die Dinge, die er hervorgebracht hat, in Bezug aufeinander auszeichnet. Fakhraddin Razi hat „bari“ als jenen Erschaffer und Hervorbringer betrachtet, dessen Schöpfung in Form von Körpern ist[39]. Tafsir Nemuneh bekräftigt diese Ansicht, dass Er jener Gott ist, der die Schöpfung ohne Schwund und Verlust und ohne Ähnlichkeit mit etwas Vorherigem hervorgebracht hat[40].

  1. Musawwir

Dieser Name kommt lediglich einmal im heiligen Qur’an vor und bezieht sich auf jemanden, der sein Hervorgebrachtes so geformt hat, dass es nicht miteinander verwechselt werden kann[41]. Fakhruddin Razi und Alusi haben Musawir als jemanden definiert, der seine Schöpfung so formt und plant, wie er will[42]. Nachdem Gott all die erwähnten Namen genannt hat, sagt er: „Ihm stehen die schönsten Namen zu.“

Dieser Äußerung kann man zwei Aussagen entnehmen. Eine ist die, dass diese Verse einige der Namen Gottes erwähnen und uns mithilfe des Satzes „Ihm stehen die schönsten Namen zu“ verständlich machen wollen, dass Gott schöne Namen hat, aber auch alle schönen Namen besitzt, sodass diese erwähnten Namen nur Beispiele waren und weitere schöne Namen existieren.

In den Interpretationswerken steht:  Dieser Satz weist auf die anderen schönen Namen hin, denn das Wort „Al Asmaa“ steht im Plural und beginnt mit dem Artikel „al“ und nach den grammatikalischen Regeln betont ein Plural mit dem Artikel „al“ eine allgemeine Bedeutung. Ayatullah Makarem Schirazi sagt, dass durch diesen Satz deutlich wird, dass die Namen Gottes sich nicht nur auf die Namen beschränken, die in diesem Vers erwähnt wurden.

Die zweite Aussage ist die, dass dieser Satz jene Namen nennt, die allein Gott zustehen. Aus dieser Hinsicht ist die Bedeutung des Satzes folgende: „Nur Gott gebühren die schönsten Namen.“ Wie bereits oben erwähnt, führt der Artikel „al“ dazu, dass „asmaa“ (Namen) einen allgemeinen Bedeutungsradius erhält, was bedeutet, dass jeder schöne Name und jede schöne Eigenschaft, der in der Welt existiert, von Gott kommt, und dass niemand darin ein Teilhaber Gottes ist[43].

„Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist Ihn, und Er ist der Erhabene, der Allweise.“ Diese Verse enden mit dem Satz „und Er ist der Erhabene, der Allweise“. Das bedeutet, dass Er eine nicht zu durchbrechende Macht und jemand ist, dessen Handlungen glaubwürdig sind und nicht übertrieben oder vergebens. Weder schwächt ihn der Frevel der Sünder, die gegen das verstoßen, was er vorgegeben hat, noch die Ablehnung der Feinde. Und ebenso schwächt ihn die Belohnung nicht, die er den Gefügigen und Tugendhaften zuteil werden lässt[44].

Es ist interessant, dass sowohl am Anfang als auch am Ende der Sura al Haschr „der Erhabene, der Allweise“ sowie die Erwähnung der Lobpreisung vorkommt, denn das letztendliche Ziel dieser Sure ist die Erkenntnis Gottes. Das „Ihn-preisen“ geschieht durch Seine heiligen Namen[45]. Somit wurden in diesen drei Versen zusätzlich zu den Angelegenheiten, die den Monotheismus betreffen und zwei Mal wiederholt wurden, siebzehn Eigenschaften der Eigenschaften Gottes erwähnt. In Anbetracht der Gesamtheit dieser Eigenschaften kann eine Art Ordnung in diesen drei Versen erkannt werden.

Im ersten Vers werden die allgemeinsten Eigenschaften des Wesens (Wissen – Ilm) und die allgemeinsten Eigenschaften der Handlungen (Allbarmherzigkeit – Rahma), die die Wurzeln aller Handlungen Gottes sind, erwähnt. Im zweiten Vers ist die Rede von seiner Herrschaft und der Würde dieser Herrschaft. Die Eigenschaften „Quddus“, „Salam“, „Mu’min“, „Dschabar“ und „Mutakabbir“ gehören unter Berücksichtigung der obengenannten Definition dieser Namen alle zu den Besonderheiten dieser vollkommenen göttlichen Herrschaft. Im letzten Vers wird dann über die Schöpfung und was damit zusammenhängt, wie das Ordnen, das Formen, die Macht und die Weisheit, gesprochen.

Seyed Mohsen Ale Batoul

[1] Tafsir Noor ath-Thaqalayn, Band 5, Seite 293.
[2] Tafsir Noor ath-Thaqalayn, Band 5, Seite 293.
[3] Madschmu al Bayan fi Tafsir al Quran, Band 9, Seite 267.
[4] Al Keschaf, Band 1, Seite 5; Tafsir al Mizan, Band 1, Seite 18.
[5] Al-Baqara | 2:227.
[6] Tafsir al Mizan, Band 19, Seite 382, persische Version.
[7] At-Tebyan, Band 9, Seite 573; Tafsir Nemuneh, Band 23, Seite 552; Ruh al-Ma’ani, Band 14, Seite 256.
[8] Jafar Subhani, Manschur Jawid, Band 2, Seite 382.
[9] Al-Haschr | 59:23; al-Dschum`a | 62:1.
[10] Al-Mizan, Band 19, S. 381, persische Version; Mutaharri, Aschenai ba Qor’an, Band 6, Seite 196.
[11] Jawadi-Amoli; Tafsire Moudhuhiye Qur’ane Karim, Band 2; Tauhid dar Qur’an, S. 241.
[12] Tafsir Nemuneh, Band 23, Seite 552.
[13] Tafsir al Mizan, Band 19, S. 382, persische Version.
[14] Alusi, Ruh al Ma’ani, Band 14, Seite 256.
[15] Yunus | 10:25.
[16] Al-Ma`ida | 5:16.
[17] Al-An | 6:128.
[18] Al-Waqi`a | 56:26.
[19] Schahid Motahhari, Aschenai ba Qur’an, Band 6, Seite 210.
[20] Tafsir al Mizan, Band 19, S. 382, persische Version.
[21] Madschmu al Bayan fi Tafsir al Qur’an, Band 9, Seite 400.
[22] Tafsir Nemuneh, Band 23, Seite 553.
[23] Tafsir al-Mizan, Band 19, Seite 382.
[24] Tafsir Nemuneh, Band 23, Seite 553.
[25] Fakhr Razi, Mafatih al Ghayb, Band 29, Seite 513.
[26] Madschmu al Bayan fi Tafsir al Qur’an, Band 9, Seite 400.
[27] Tafsir Mizan, Band 19, Seite 383, persische Version.
[28] Fakhraddin Razi, Mafatih al Ghayb, Band 29, Seite 513; Alusi, Ruh al Ma’ani, Band 14, Seite 256.
[29] Tafsir al-Mizan, Band 19, Seite 383, persische Version.
[30] Tafsir Nemuneh, Band 23, Seite 553-554.
[31] Aschena’i ba Qur’an, Band 6, Seite 214.
[32] also es verdient, dass ihm Größe und Pracht zugeschrieben werden.
[33] Madschmu al Bayan fi Tafsir al Qur’an, Band 9, Seite 400.
[34] Tafsir al Mizan, Band 19, Seite 383, persische Version.
[35] Tafsir Nemuneh, Band 23, Seite 554.
[36] Tabarasi, Madschmu al Bayan fi Tafsir al Qur’an, Band 9, Seite 401.
[37] Tafsir al Mizan, Band 19, Seite 383, persische Version.
[38] Ruh al Ma’ani, Band 14, Seite 257.
[39] Fakhraddin Razi, Mafatih al Ghayb, Band 29, Seite 514.
[40] Tafsir Nemuneh, Band 23, Seite 555.
[41] Tafsir al Mizan, a.a.O.
[42] Mafatih al gheyb, s.o, Ruh al Ma’ani, a.a.O.
[43] Tafsir al Mizan, Band 19, Seite 384, persische Version.
[44] Tafsir al Mizan, Band 19, Seite 384, persische Version.
[45] Tafsir Nemuneh, Band 23, Seite 559.