Schah Abdul Adhim al-Hasani – Der Gefährte von Imam Taqi (a.s.)

Abdul Adhim ibn Abdillah al-Hasani, war ein männlicher Nachkomme der fünften Generation von Imam Hasan (a.s), dem zweiten Imam der Muslime. Seine Vaterschaftslinie wird wie folgt zugeordnet: Er ist der Sohn von Abdullah, Sohn von Ali, Sohn von Hasan, Sohn von Zaid, Sohn von Hasan al-Mudschtaba (a.s.). Er war ein guter und ehrlicher Gefährte und Anhänger von Imam Reza (a.s), Imam Dschawad (a.s.) und Imam Hadi (a.s.). Er heiratete Khadidscha, die Tochter seines Großonkels. Ihre Vaterschaftslinie ist nahezu identisch mit seiner. Sie ist die Tochter von al-Qasim, Sohn von Hasan, Sohn von Zaid, Sohn von Hasan al-Mudschtaba (a.s.).

Der Gottesfürchtige wurde am 4. Rabi 173 nach der Auswanderung (4. September 789 n. Chr.) in Madina al-Munawara geboren. Er zählt zu den Tradenten, die eine Vielzahl authentischer Überlieferungen seiner Zeit aufgezeichnet haben. Ihm werden unter anderen zwei wertvolle Bücher zugeordnet, die er persönlich verfasst hat. Schah Abdul Adhim al-Hasani war ein Experte in Religions- und Koranwissenschaften. Er zählte zu den gelehrtesten Menschen seiner Zeit. Zudem war er auch ein treuer Gefährte sowie eine wichtige Vertrauensperson für die Ahl-ul-Bayt. Er lebte zu einer Zeit, in der die Herrschaft in den Händen der Abbasiden lag.
Zu dieser Zeit wurde ein enormer Druck auf die Schiiten ausgeübt. Nichtdestotrotz haben jene, welche ihre Religion mit ihrem Leben verteidigt haben, um die Botschaft der Ahl-ul-Bayt weiterhin zu bewahren, ihre Überlieferungen aufgeschrieben, gesammelt und verbreitet. Es war damals eine sehr wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, die erledigt werden musste. Eine dieser verantwortungsbewussten Personen, die es geschafft haben diese große Arbeit zu leisten, war Schah Abdul Adhim al-Hasani. Er hat zu seinen Lebzeiten von Imam Kazim (a.s.), Imam Reza (a.s.), Imam Taqi (a.s.), Imam Naqi (a.s.) und Imam Hasan al-Askari (a.s.) gelernt. Jedoch stand er nur mit Imam Taqi (a.s.) sowie Imam Hadi (a.s.) im persönlichen Kontakt. Dementsprechend konnte er viele ihrer Überlieferungen aufschreiben und sammeln.

Das Leben von Schah Abdul Adhim al-Hasani wurde von Saheb ibn Abbad niedergeschrieben. Aus diesem Werk ist zu entnehmen, dass Abu Torab Rohani vom Besuch Abu Hamed Razis bei Imam Hadi (a.s.) erfahren hat. Abu Hamed Razi ging nach Samara, um den Imam nach religiösen Rechtsurteilen zu befragen. Der Imam beantwortete ihm alle Fragen und sagte ihm bei der Verabschiedung, dass er Schah Abdul Adhim al-Hasan seine Grüße ausrichten solle und in Zukunft bei religiösen Angelegenheiten sich an ihn wenden könne.[1] Abdul Azim war einer der großen Rechtsgelehrten seiner Zeit. Er war nicht nur ein Überlieferer, sondern auch ein hochangesehener Gelehrte.

Scheich Saduq erwähnte eine Überlieferung von Imam Hadi (a.s.), wonach eines Tages ein Mann Imam Hadi (a.s.) besucht habe. Dieser fragte den Mann, wo er gewesen sei. Der Mann antwortete dem Imam, dass er den Schrein von Hussayn ibn Ali (a.s.) in Karbala besucht habe. Daraufhin sagte Imam Hadi (a.s.): „Wisse, dass wenn du das Mausoleum von Schah Abdul Adhim al-Hasani in deiner eigenen Stadt besuchst, es so ist, als ob du Hussayn ibn Ali besucht hättest.“[2]

Marhume Najashi hat in seinem Werk „Rejal“ ein Buch über schiitische Schriftsteller verfasst. In diesem Buch wird Schah Abdul Adhim al-Hasani ebenfalls erwähnt. Des weiteren wird erwähnt, dass er ein Buch geschrieben hat, welches den Titel trägt „Khutbehaye Amir al-Mumenin“.[3] Scheich Tusi hat in seinem Werk „Al-Ferest“ ebenso ein Buch über schiitische Schriftsteller verfasst, indem Schah Abdul Adhim al-Hasani auch darunter aufgelistet ist, der unter anderem selbst Bücher geschrieben hat. Saheb ibn Abbad erwähnt ebenfalls, dass Abdel Azim ein Buch verfasst hat, welches den Titel trägt „Shabo Ruz“.

Auswanderung nach Rey

Es ist nicht genau bekannt, warum der in Madina geborene Schah Abdul Adhim al-Hasani nach Rey ausgewandert ist. Schließlich hatte er die Imame in seinem Umfeld, von denen er viel profitieren konnte. Jedoch ist bekannt, dass er aufgrund von politischer sowie wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit der Ahl-ul-Bayt von den Abbasiden verfolgt und gesucht wurde. Zu jener Zeit, als er noch in Madina lebte, wurden die Nachkommenschaft und die Verwandten des Propheten gejagt und getötet. Dadurch entstanden viele Kriege zwischen den arabischen Völkern. Einer, der die meisten Feldzüge gegen die Sippschaft des Propheten angeführt hat, war der Kalif Mutawakkil. Durch seinen Hass und Neid versuchte er jegliche Spur des Kindersegens des Propheten zu vernichten. Er tötete viele von ihnen und sperrte viele ein. Er befahl sogar die Gräber zu öffnen, um sie zu entehren. Als Mutawakkil das Mausoleum Imam Hussayns zerstören wollte, ging Schah Abdul Adhim al-Hasani zu Imam Hadi (a.s.) und fragte um Erlaubnis, dieses Mausoleum beschützen zu dürfen und im Krieg mitzuwirken. Doch der Imam verneinte dies und befahl ihm zu fliehen, da Mutawakkil jeden töte, der seine Anordnungen nicht befolge. So befolgte Schah Abdul Adhim al-Hasani die Anweisungen seines Imams und begab sich in Richtung Ray.

Er wanderte von einer Stadt in die nächste und handelte stets intelligent, sodass niemand seine Identität erkannte. Doch zur selben Zeit war er immer noch der Experte der Religion, und lehrte die jeweiligen Dorfbewohnern die Lehren der Ahl-ul-Bayt und des Koran, bis er schließlich im Iran ankam. Er hatte sich die Stadt ausgewählt, da er dort seiner Leidenschaft, der Religion, nachgehen konnte. Dort als Fremder angekommen erkannte er, dass sich die Stadt in zwei Regionen geteilt hatte. Auf der einen Seite die Sunniten und auf der anderen die Schiiten. Schnell freundete er sich mit vielen aus der Stadt an und war ein beliebter Lehrer. Schah Abdul Adhim al-Hasani fastete tagsüber und war nachts mit dem Gottesdienst beschäftigt. Die Bewohner merkten schnell, dass er etwas Energiereiches mit sich trug, sodass sich dieses schnell in der Stadt herumgesprochen hatte und seine Persönlichkeit beliebt machte. Seine Ethik und Rhetorik gefielen jedem, sodass er die zwei Regionen wieder vereinen konnte. Die Gruppierungen wurden aufgelöst und vertrugen sich miteinander.

Todesursache

Marhume Najashi sowie Sahab ibn Abbad vertraten die Meinung, dass Schah Abdul Adhim al-Hasani aufgrund einer Erkrankung eines natürlichen Todes gestorben ist.[4] Er trug bei seinem Tod einen Brief in seiner Tasche. Dieser Brief war der familiäre Stammbaum Seyyeds, der bis zu Imam Ali (a.s.) zurückzuführen war. Aus dem Buch Al-Shajareh al-Mobarake ist zu entnehmen, dass er getötet wurde und zum Märtyrer geworden ist.[5] Jedoch existieren auch Quellen, aus denen zu entnehmen ist, dass er im lebendigen Zustand begraben wurde.[6] Durch die vorliegenden Quellen kann man davon ausgehen, dass er entweder durch eine Erkrankung eines natürlichen Todes gestorben ist, getötet, vergiftet[7] oder aber lebendig begraben wurde. Wenn man den Quellen glauben schenkt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Schah Abdul Adhim al-Hasani zuerst vergiftet wurde, dadurch erkrankt ist und auf Grund dessen verstorben und zum Märtyrer geworden ist.

Wie war es jedoch möglich ihn zu töten, da er doch ein geheimes Leben in Rey geführt hatte? Da die Regierung auf der Suche nach dem Seyyed war und dies sich herumgesprochen hatte, ist anzunehmen, dass Personen seinen Aufenthalt (nachdem er aufgrund seiner Glaubenslehre bekannter geworden war) in Rey der abbasidischen Regierung verraten haben. So konnte man durch die Vergiftung für eine unauffällige Ermordung sorgen. Beachtet man die Worte von Imam Hadi (a.s.) über das Besuchen des Mausoleums von Schah Abdul Adhim al-Hasani und die Gleichstellung des Lohnes, als ob man Imam Hussayn (a.s.) besucht hätte, kann dies auch ein Argument dafür sein, dass er ebenfalls zum Märtyrer geworden ist. Somit existieren keine festen Beweise, die seine Ermordung bestätigen könnten. Jedoch gibt es ebensowenig ausschlaggebende Überlieferungen, die eine natürliche Todesursache feststellten.

Saheb ibn Abbad berichtet, dass in seiner Todesnacht ein Mann aus der Stadt Rey vom heiligen Propheten Muhammad (s.a.) geträumt habe. Der Prophet sagte dem Mann, dass am morgigen Tag einer seiner Söhne im Garten von Ibn Abdul Wahab neben dem Apfelbaum beigesetzt werde. Als der Mann aus dem Schlaf erwacht ist, machte dieser sich sofort auf dem Weg zu dem Gartenbesitzer. Seine Absicht war es, das Grundstück zu kaufen. Als der Gartenbesitzer den Mann befragte, wieso er sein Grundstück kaufen möchte, erzählte der Mann ihm von seinem Traum. Daraufhin antwortete der Gartenbesitzer, denselben Traum in der letzten Nacht geträumt zu haben. Diesbezüglich entschloss der Gartenbesitzer sich dazu, diesen Ort den verstorbenen Schiiten zu Verfügung zu stellen. Somit wurde dieser Ort dazu bestimmt, die verstorbenen Schiiten samt Angehörigen der Ahl-ul-Bayt an diesem Ort beizusetzen.[8]

Überlieferungen

Im Buch Jannatu al-Naeem[9] existieren 60 Überlieferungen, die von Schah Abdul Adhim al-Hasani erzählt wurden. Im Buch „Ruho Reyhan“[10] existieren 57 Überlieferungen von ihm.  Im Buch al-Taskira al-Azima sind 40 Überlieferungen von ihm überliefert. Im Buch Abdul Adhim al-Hasani Hayatoh und Musnad[11] existieren 78 Überlieferungen. In einem Kongress zu Ehren Schah Abdul Adhim al-Hasanis ist ein Buch entstanden und veröffentlicht worden, das 120 Überlieferungen enthält. Das Buch trägt den Titel „Musnad Hz. Azim Hasani“.
Man sollte jedoch beachten, dass weitaus mehr Überlieferungen von ihm existieren. Saheb ibn Abbad berichtete über, dass dieser ein sehr religiöser, gottesfürchtiger Mann war. Er hat stets seinen Gottesdienst verrichtet und war bekannt dafür die Wahrheit auszusprechen. Diesbezüglich  erwähnte er weiterhin, dass Abdul Azim ein Alim war und fest an die Glaubensgrundlagen glaubte. Darüber hinaus bestätigte Sahab ibn Abbad, dass Schah Abdul Adhim al-Hasani viele Überlieferungen veröffentlicht hat.

Eines Tages besuchte Schah Abdul Adhim al-Hasani Imam Hadi (a.s.) in seiner Wohnung, woraufhin der Imam sprach: „Gegrüßt seist du, oh Abul-Qasim. Du bist wahrhaftig einer unserer Anhänger.“ So sagte er: „Ich besuche dich, mein Meister, um dir meine Umsetzung der Religion zu präsentieren“. Dies tat er immer wieder, um seinen Glauben weiter zu stärken. Dies ist einer seiner besonderen Charakterzüge gewesen, die ihn diese hohe Stufe erreichen ließen. Imam Hadi (a.s.) sagte: „Bei Allah, deine Glaubenslehre und die Art deiner Religionsausübung entspricht wahrlich der Religion Gottes. Verbleibe in diesem Zustand.“

Imam Reza (a.s.) gab Schah Abdul Adhim al-Hasani einige Ratschläge mit, um diese an die Schiiten weiterzugeben:

  • „Sag meinen Schiiten, dass sie dem Teufel keinen Einlass in ihren Herzen gewähren sollen.“
  • „Sie sollen stets die Wahrheit sagen und vertrauenswürdige Personen sein.“
  • „Sie sollen sinnlose Diskussionen und Gespräche unterlassen, stattdessen versuchen sich zurückzuhalten.
  • „Es erfreut den Imam sehr, wenn die Schiiten sich gegenseitig im Guten besuchen und freundlichen aufrichtigen Kontakt zueinander pflegen.“
  • „Sage meiner Schia, dass sie miteinander nicht streiten sollen und kein schlechtes Wort übereinander verlieren dürfen. Ich habe einen Eid gesprochen und bete dafür, dass jeder, der sich nicht daran hält, im Diesseits sowie im Jenseits bestraft wird.“

Eines Tages hörte Schah Abdul Adhim al-Hasani von Imam Hadi (a.s.), dass Ibrahim (a.s.) viele Segenswünsche auf den Propheten Mohammad (s.a.) geschickt hat und dies der Grund war, warum Allah  Ibrahim (a.s.) auch so sehr geliebt hat. Eines Tages ging Schah Abdul Adhim al-Hasani zu Imam Javad (a.s.) und bat ihn um eine Überlieferung seitens seiner Großväter. Imam Javad (a.s.) erzählte ihm einen Hadith von Imam Ali (a.s.): „Jeder, der glaubt auf nichts angewiesen zu sein und ohne jegliche Beratung sein Vorhaben in die Tat umsetzt, begibt sich selbst in Gefahr.“

  • „Jeder, der egoistisch ist, wird zugrunde gehen.“
  • „Der Wert einer Person liegt darin, wie viele gute Taten diese tut.“
  • „Der Wert eines jeden entspricht seinen guten Taten“
  • „Der Charakter eines jeden ist unter seiner Zunge verborgen.“
  • „Derjenige, der seinen Platz und seine Stellung in dieser Welt erkennt, wird nicht zugrunde gehen.“
  • „Das Nachdenken vor einer Tat bewahrt dich vor der Reue danach“.

 

[1] Saheb ibn Abbad: Schenakht-e-Name Hazrat Schah Abdul Adhim al-Hasani, S.23.

[2] Sawab al-Amal. Bd. 1, S. 124.

[3] Rejal al-Nejashi; Bd.2, S. 66.

[4] Rijal al-Najashi. Bd. 2, S. 67.

[5] Monschaverat-Bibliothek von Ayatullah Marashi, S. 64.

[6] Al-Montakhabe Toreybi, S. 70.

[7] Shenakht Nameh Hz. Abdul Azim; Majmueh von Büchern und Risaleh, S. 141.

[8] Rejal al-Nejash. Bd. 2, S. 66-67.

[9] Negaresh Mella Ismail Fadayi Kozari 1263 Qammari.

[10] Negaresh Mella Mohammad Baqer Kojuri 1313 Qammari.

[11] Negaresh Mohammad Ibrahim Kalbasi 1362