Sexuelle Freiheit aus islamischer Perspektive

Wenn man den Begriff der „Sexualität“ oder der „sexuellen Freiheit“ hört, dann denkt man wahrscheinlich unmittelbar an die Ehe und ihre Bedeutung, die Grenzen des Umgangs mit dem anderen Geschlecht, den Geschlechtsverkehr vor der Ehe, das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, die gleichgeschlechtlichen Beziehungen, die Selbstbefriedigung und die Erotik in all ihren Ausprägungen, die manchmal unvorstellbare Stufen erreichen. Das sind u.a. Assoziationen, die jeder mehr oder weniger bekommt, wenn er an die sexuelle Freiheit denkt. Länderübergreifend stellt dieses Thema eins der bedeutendsten Themen überhaupt dar, weil die Festlegung der Prinzipien, auf denen diese Freiheit basiert, weitreichende Konsequenzen für unser Leben auf diesem Planeten hat und haben kann.

In diesem Artikel wollen wir dieses Thema aus islamischer Perspektive untersuchen. Doch bevor wir dies tun, ist es sinnvoll auf das übergeordnete Thema „Freiheit“ einzugehen, denn dies erlaubt uns, ein besseres Verständnis der Sexualität zu entwickeln. Zunächst gehen wir auf das verbreitete Verständnis der Freiheit ein und behandeln ihren Entstehungsmechanismus.

Verbreitetes Verständnis der Freiheit

Freiheit wird oft als ein Zustand der Autonomie eines Subjekts verstanden. Theoretisch bedeutet sie die Fähigkeit eines Menschen aus eigenem Willen Ketten kausaler Ereignisse hervorzurufen. Der berühmte deutsche Philosoph Immanuel Kant unterteilte sie in negativer und positiver Freiheit [1]. Nach ihm besteht die negative Freiheit „in dem Vermögen der menschlichen Willkür sich von ihren unmittelbaren Handlungsgründen nicht determinieren zu lassen“. Hingegen findet die positive Freiheit Geltung, wenn der Mensch in der Lage ist, sich selbst ein Gesetz zu geben, der beim Gebrauch seiner freien Willkür Anwendung finden kann [2].

Diese Unterscheidung prägte das rechtliche und sozialpolitische Verständnis der Freiheit in Europa, ihr Verständnis wurde ausgeweitet, so dass heutzutage unter negativer Freiheit für gewöhnlich die Freiheit von äußeren Zwängen und Einflüssen verstanden wird, während die positive Freiheit die Möglichkeit der Selbstkontrolle unter gegebenen inneren Faktoren bezeichnet [3]. So gesehen ist die negative Freiheit die Freiheit von etwas, während die positive Freiheit die Freiheit zu etwas ist.

Der Entstehungsmechanismus

Es herrscht keine Einigkeit darüber, wie der Entstehungsmechanismus der Freiheit aussieht. Dabei reicht das Meinungsspektrum von der reinen Willkür bis hin zum Determinismus. Beide Extreme können jedoch die Freiheit nicht erklären, weil sie sie letzten Endes entweder auf den Zufall oder auf die Freiheit kontrollierende Naturgesetze zurückführen. Beide Extreme entleeren den Begriff der Freiheit von seiner eigentlichen Bedeutung, die instinktiv von jedem Menschen verstanden wird, und verwandeln sie in eine fremdbestimmte Kraft, die in einem argen Widerspruch zum Selbstverständnis des Menschen als freies Individuum steht. Weder eine blinde Transzendenz der Freiheit noch eine Fata-Morgana-ähnliche Freiheit kann uns zufriedenstellen und unser Selbstverständnis wissenschaftlich bestätigen oder eventuell widerlegen.

Der Islam bietet in dieser Hinsicht einen Mittelweg, der die Transzendenz mit den Naturgesetzen versöhnt und die Freiheit aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Die Ahl-ul-Bayt (a.s.) [d.h. die rechtmäßigen Nachfolger des Propheten (s.a.)] legten den Grundstein der islamischen „Theorie“ für uns fest. In ihren Aussagen heißt es: „Weder Zwang noch Vollmacht, sondern etwas, was dazwischen ist.“ [4]

Ich möchte sie hier die Zwischendingtheorie nennen. Diese Theorie besagt grob, dass der Mensch der Herrschaft der göttlichen Macht nicht entkommen kann und in dieser Hinsicht daher Seiner Macht und Seinen Gesetzen ausgeliefert ist, so dass er in jedem Moment auf Seine Macht angewiesen ist, wenn er etwas tun oder nicht tun möchte. Doch auf der anderen Seite geben ihm diese Macht und die entsprechenden Gesetze die Möglichkeit, sowohl elementare als auch komplexe Entscheidungen zu treffen, und sie erlauben ihm auch diese Entscheidungen im Prinzip mithilfe eben jener Gesetze und jener Macht umzusetzen.

Diese Versöhnung der Gesetzmäßigkeit mit der Transzendenz hängt selbstverständlich entscheidend von dem Postulat der Existenz einer lebendigen und wollenden Macht ab, die in der Kausalitätskette über den Naturgesetzen steht und diesen daher nicht widerspricht. Denn eine blinde Natur kann uns nicht erklären, warum der Mensch etwas tun soll, das einer ihm vorgelegten Moral entspricht, wenn alles ohnehin von vorn herein durch ihre Gesetze vorherbestimmt ist, während eine willkürliche Transzendenz dem Problem der Fremdbestimmung nicht entkommt, sondern es nur auf eine andere Stufe verlagert.

Die Zwischendingtheorie wurde explizit ins Leben gerufen, nachdem zwei muslimische Gruppen zwei grundverschiedene Ansichten bezüglich der Taten des Menschen an den Tag gelegt haben, die Wurzeln dieser Theorie sind jedoch uralt. Während Zwangstheoretiker behauptet haben, dass Gott die Taten des Menschen erschafft, besagte die so genannte Vollmachttheorie, dass der Mensch seine Taten selbstständig erschafft und daher dafür verantwortlich ist. Die einen wollten die Macht Gottes in Schutz nehmen, die anderen beabsichtigten seine Gerechtigkeit zu schützen, um somit die Verantwortung der Menschen für ihre Taten zu untermauern.

Die Zwischendingtheorie kam und versöhnte die Macht mit der Gerechtigkeit, indem sie erklärte, dass der Mensch seine Taten zwar erschafft, aber dies nicht selbständig tut, d.h. er wird mit der notwendigen Macht versorgt, um die Entscheidungen zu treffen und die Taten zu vollziehen aber er ist derjenige, der die Entscheidungen trifft. Wie man sieht, ist die Theorie in einem leicht veränderten Kontext als dem hier dargelegten entstanden. Sie findet hier ebenso Geltung und löst das Problem von Grund auf. Natürlich sprengt es den Rahmen dieses Textes, auf die verschiedenen dargelegten Ansichten streng argumentativ einzugehen, so dass ich mich mit den geschilderten Hinweisen und Beschreibungen begnügen möchte.

Für uns ist hier an erster Stelle die Feststellung wichtig, dass moralische Erwartungen mit der Idee einer vernünftigen Transzendenz der Freiheit einhergehen. Es reicht nicht aus, Menschen zu gebieten, die Menschenrechte zu beachten, wenn man ihnen nicht sagt, warum sie dies tun müssen. Es reicht aber auch nicht aus, sich auf eine Transzendenz zu berufen, der der Mensch seiner Freiheit nicht „anvertrauen“ kann. Der Mensch hat das Recht und das Bedürfnis moralische Vorschriften, die sein Leben regeln, einem lückenlosen Weltbild unterzuordnen, das mit diesen Vorschriften im Einklang steht.

Das einzige, was eine deterministische, auf der blinden Natur basierenden Herangehensweise herbeiführen kann, ist, dem Menschen Moralvorstellungen vorzutäuschen, die angeblich den Gesetzen der Natur entsprechen, während sie in Wirklichkeit auf Vermutungen feinster Art basieren. Eine blinde transzendente Erklärung führt aber zu einer Willkür in der Festlegung von moralkonformen Maximen. Die Versöhnung von Moral und Freiheit ist lebenswichtig, jedoch ohne ein intaktes Weltbild nahezu unmöglich. Und darin liegt die Wichtigkeit der Zwischendingtheorie und allgemeiner noch des Eingottglaubens. Fern von allen Religionen, fern von allen Vorurteilen sollte man die Vorteile eines bewusst gelebten und aufgeklärt und aufrichtig verstandenen Eingottglaubens beachten.

Theologisches Verständnis der Freiheit

Basierend auf dem oben Erwähnten lässt sich sagen, dass die Freiheit der von einer transzendenten, lebendigen, wollenden und weisen Macht verliehene Zustand der Autonomie eines Subjekts ist. Das Subjekt kann gemäß seinem transzendenten Sinn für Moral handeln, es kann aber auch gemäß dem intensiven Druck, den seine Neigungen auf ihn ausüben, handeln. Beide Handlungsmöglichkeiten stehen manchmal im Widerspruch und manchmal auch nicht. Die Moral ist dabei als das höchste Gut anzusehen, das die Gesamtheit aller moralkonformen Maximen umfasst. Da aber die Moral auf der einen Seite einen transzendenten Charakter hat, sich aber auf der anderen Seite in der Natur entfaltet, müssen sowohl die Quelle der Moral als auch ihr Entfaltungsspielraum berücksichtigt werden. Man kann sogar sagen, dass die Moral eigentlich kaum einen Sinn macht, wenn es den Entfaltungsspielraum nicht gibt, dass ihre Quelle jedoch transzendent ist.

Was ist also die Rolle der Freiheit?

Aus islamischer Perspektive besteht der Sinn des Lebens darin, die Wahrheit zu erkennen, d.h. den Schöpfer allen Seins. Diese Erkenntnis ist kein Mittel, sondern ein Ziel, weil sie den Sinn der Schöpfung verkörpert und an sich erstrebenswert ist. Sie ist nämlich genau das Bedürfnis, deren Erfüllung dem Menschen die Glückseligkeit verleiht. Die auf Vernunft basierende Moral ist daher der Weg zum Erfolg des Projekts „Mensch“, weil sie ihn zur Wahrheit führt. Weil sie jedoch naturgemäß auf einer freien Entscheidung basiert, kann die Moral nicht vervollkommnet werden, wenn die Freiheit nicht vorhanden ist. Die Freiheit ist also etwas, was von der Beschaffenheit des Menschen her gegeben ist und wenn es ihm auf der praktischen Ebene genommen wird, muss sie erlangt werden, aber dennoch ist sie nicht das Ziel.

Der Grund, warum Menschen entlang der Geschichte versklavt wurden, war das Fehlen der Moral und (infolgedessen) der Gerechtigkeit. Das bedeutet aber nicht, dass die Menschheit nur darauf hin steuern soll, ihre Freiheit zu erlangen, um damit das höchste aller Ziele zu erreichen. Das ist eine falsche Gleichung, mit der heutzutage Marketing betrieben wird. Die Freiheit sollte erlangt werden, weil sie zur Erlangung eines edlen Charakters wesentlich beiträgt. Wenn sie aber zum Selbstzweck wird, dann verwandelt sie sich plötzlich in ein Instrument zur Heranbildung von egoistischen Generationen, die dem Weltfrieden schaden und die Zukunft der Menschheit gefährden können. Mit der Freiheit als Selbstzweck wird die Moral zerstört und es entstehen neue Formen von sozialen Zwängen, wie z.B. die Plutokratie. Freiheit wird dann nur vorgetäuscht und verwandelt sich bestenfalls in eine Begrifflichkeit, die keine Substanz hat.

Die Moral soll im Mittelpunkt stehen

Wenn wir uns die Geschichte der Religionen anschauen, dann sehen wir die Moral als das höchste Gut, das es stets zu bewahren galt und gilt. Ein eindeutiger Ausdruck dieser Tatsache sind die Zehn Gebote im Alten Testament und ihr Analogon im Christentum und im Islam. Die Religionen verstehen sich als Befreiungstheologien, das stimmt, aber sie fordern keine Befreiung um der Befreiung willen, sondern um die Moral zu vervollkommnen, um hierdurch den Frieden der wahren Erkenntnis dieser Welt und infolge dessen ihres Schöpfers zu erreichen.

Jedenfalls wurde heutzutage flächendeckend der Spieß umgedreht, wodurch die Moral etwas Nebensächliches wurde. Es wird nach Rechten gerufen, nach Freiheit. Alles schön und gut und muss im Prinzip so sein, aber es ist nicht zufriedenstellend und vor allem objektiv nicht ausreichend. Es ist sogar gefährlich, wenn die Menschen anstelle der Moral ins Zentrum des Interesses rücken und Menschenrechte als Voraussetzung hierfür betrachtet werden. Die moralischen Menschenpflichten sollten der zentrale Begriff sein, während die Menschenrechte den Weg zeichnen sollten. Wenn wir über Frieden sprechen, dann sprechen wir über ein System der Gerechtigkeit, das es schafft, die verschiedensten moralkonformen Interessen der Individuen harmonieren zu lassen und hier reicht es nicht aus, die Freiheit zu fördern, weil diese nur durch die Moral ihre Form annehmen und Bedeutung erlangen kann. Umgekehrt ist es genau so, denn es liegt an der Essenz der Moral, dass sie nicht erzwungen werden kann.

Verbindung zur sexuellen Freiheit

Was hat das aber alles mit der sexuellen Freiheit zu tun? Ziemlich viel. Durch das oben Dargelegte haben wir zugleich die Perspektive festgelegt, mit der wir die Thematik der sexuellen Freiheit und ihrer Grenzen betrachten sollen. Es ist die Perspektive einer vernünftigen und transzendenten Moral, die als das höchste Gut angesehen wird und auf Gerechtigkeit basierenden Weltfrieden und wahrhaftige Erkenntnis erst möglich macht. Wenn wir also über die Grenzen der Freiheit sprechen wollen, dann erst über die Moralvorstellungen. Was machen wir aber mit dem Problem der Vielfalt der Moralvorstellungen in dieser Welt? Es ist wirklich eine Herausforderung den Versuch zu unternehmen universelle Moralvorstellungen durchzusetzen. Aber wir haben ein anderes genauso schwieriges Problem: „Die Frage der Freiheit hängt entscheidend von den Moralvorstellungen ab“. Die Vielfalt der Freiheitsvorstellungen ist also genau so gut eine Herausforderung.

Ein Muslim oder ein Christ oder ein Jude würde mit Sicherheit sagen, dass Geschlechtsverkehr vor der Ehe gegen die Regeln der Scham und somit gegen die Moral verstößt und eine Befolgung der Neigungen darstellt, so dass man sich in dieser Hinsicht in Wirklichkeit von seinen Neigungen versklaven lässt. Die Entfaltung der Sexualität im Rahmen der Eheinstitution wird vor allem im Islam als etwas Heiliges angesehen, weil dies die Grundvoraussetzung des Weltfriedens in sich trägt, was auch die zahlreichen Gesetzgebungen und genauen Vorschriften erklärt, die die islamische Ehe regeln. Ein Atheist würde einwenden, dass Gläubige sich in dieser Hinsicht von Wahnvorstellungen versklaven lassen und demnach davon befreit werden sollten. Die Freiheit aus der Sicht eines Gläubigen ist für den anderen pures Versklaven und umgekehrt. Freiheit scheint in dieser Debatte relativ zu sein. Wenn wir auf den Begriff der negativen Freiheit zurückkommen, dann stellt sich die Frage, ob gewisse Ausprägungen der Neigungen, insbesondere der sexuellen Neigungen, auch als Zwänge und Einflüsse angesehen werden sollten oder als ein Bestandteil der Freiheit eines Menschen.

Wenn wir ersteres nehmen, dann stellt sich die Frage, wie man den Menschen von den fatalen Konsequenzen dieser Neigungen befreien kann. Institutionelle und staatliche Arbeit wäre von Nöten, um dieser Maxime zu entsprechen. Die Vertreter der anderen Meinung würden darin kein Freiheitsproblem erkennen und würden das Problem erst gar nicht zu lösen versuchen. Daher ist es nicht verständlich, mit welcher Rechtfertigung ein absolutistisches Freiheitsverständnis herrschen soll, zumal wir nicht wissen, welche Konsequenzen welche Freiheiten haben. Was ist also die Lösung? Mit Sicherheit nicht die Entkopplung von Freiheit und Moral, denn dies ist eine große Vereinfachung der Problematik und Verkennung der Tatsachen. Hier würde ich gerne das islamische Verständnis näher erläutern.

Das Hauptbekenntnis im Islam heißt „La Ilaha Illa Allah“ (d.h. Es gibt keine Gottheit, nur Allah). Das klingt in den Augen von vielen sogenannten aufgeklärten Menschen mittelalterlich und hat im 21. Jahrhundert nichts zu suchen. Aber der Schein täuscht. Denn obwohl das Verständnis dieses Bekenntnisses bei den Muslimen oft oberflächlich oder gar entstellt ist, bedeutet es im Grunde genommen, befreie dich von allem außer von der Wahrheit. Der Islam sagt also, dass die Freiheit der Grundstein ist, durch den man zur Erkenntnis gelangt, das heißt der Islam ist der Ansicht, dass die Freiheit einen Weg darstellt und kein Selbstzweck ist.

Es heißt nicht nur La Ilaha, was heißen würde, der Mensch soll frei sein und von niemandem geführt werden, sondern La Ilaha Illa Allah, d.h. Der Mensch ist frei und lässt sich nur von der Wahrheit führen. So gesehen ruft der Islam dazu auf, sich für die höchste Instanz der Wahrheit und der Moral zu entscheiden und sich von allen anderen Zwängen und Einflüssen, insbesondere sexueller Natur, zu befreien, solange sie nicht zielführend sind. Der Islam behauptet aber zugleich, dass er die Botschaft ist, die genau das leistet. Daher versteht sich der Islam als Befreiungstheologie, sie befreit aber den Menschen nicht von jeglicher Verantwortung, sondern nur von jenen Ketten, die seine Weiterentwicklung in seiner Erkenntnis der Wahrheit hindern, während sie ihn vor Verantwortungen setzt, denen er gerecht werden muss, damit er überhaupt diese Befreiung erlangt und die darauf basierende Erkenntnis erreicht. Und genau das ist der Grundsatz, der uns zur Ethik der Sexualität im Islam führt.

Die islamische Gesetzgebung zum Thema „Sexualität“

Basierend auf der herausgearbeiteten theoretischen Grundlage stellt sich für uns die folgende Frage: Was zeichnet die islamische Gesetzgebung zum Thema Sexualität aus?

1. Der göttliche Ursprung

Die erste Eigenschaft, die sie auszeichnet, ist der göttliche Ursprung. Das ist natürlich unter den Menschen umstritten, aber wenn man von der Authentizität dieses Ursprungs ausgeht, dann ist es klar, dass die Gesetzgebungen und die Moralvorstellungen, die von einem göttlichen Ursprung stammen, vertrauenswürdiger sind als andere Gesetze, die von Menschen gemacht wurden, da man hierdurch mit der transzendenten Quelle der Moral unmittelbar verbunden ist. Durch Verinnerlichung dieser Eigenschaft wird ein immens großes Verantwortungsgefühl und Ehrfurcht hervorgerufen, was die Grundlage dafür verschafft, das Schamgefühl des Menschen im Umgang mit der Sexualität zu stärken und die Sehkraft der subjektiven Vernunft zu schärfen, ohne dass wir behaupten, dass dies eine hinreichende Bedingung ist.

2. Die Gründlichkeit und die Allgemeingültigkeit

Die islamischen Gesetzgebungen betreffen nicht bestimmte Gruppen von Menschen, sondern dringen tief in das Wesen des Menschen als solchem ein und erlassen Gesetze, die seiner Natur entsprechen. Sie übertreffen daher bei Weitem eine zeit-, orts- und situationsabhängige Regelung der Sexualität, die auf einer oberflächlichen Betrachtung von Erscheinungen basiert. Hierdurch ist der Mensch mit Moralvorstellungen konfrontiert, die ihn zu jeder Zeit, an jedem Ort und in jeder Situation betreffen und seinem sexuellen Leben von der Geburt bis zum erwachsenen Alter einen Rahmen und eine Struktur geben und ausreichend weite Grenzen verleihen, in denen es sich entfalten kann, wie wir noch sehen werden.

3. Die Nichtbelastung der menschlichen Seele

Der Islam lehnt es entschieden ab, die Seele des Menschen mit mehr zu belasten, als sie zu leisten vermag: „Allah verlangt von niemandem mehr, als er (zu leisten) vermag.“ [5] Er sucht stets den vernünftigen Mittelweg aus. Das äußert sich in der Verpöntheit des Zölibats, weil dieser eine ungesunde Unterdrückung der natürlichen sexuellen Bedürfnisse des Menschen darstellen kann. Das ging so weit, dass der Prophet (s.a.) gesagt hat: „Zu meiner Verfahrensweise gehört die Heirat. Wer also von meiner Verfahrensweise abgeneigt ist, der gehört nicht zu mir.“ [6] Im heiligen Koran heißt es des Weiteren: „Das Mönchstum, das Wir ihnen nicht auferlegt hatten, haben sie erfunden und befolgt mit dem Ziel, Gottes Wohlgefallen zu erlangen. Sie hielten es jedoch nicht gebührend ein.“ [7]

4. Der Realitätsbezug

Anknüpfend an den oberen Punkt sehen wir, dass der Islam in seinen die Sexualität betreffenden Gesetzgebungen realistisch ist. Er geht nicht von einem Wunschzustand aus, den er erzwingen will, sondern zeichnet einen Weg, der zum optimalen Zustand führt. Er sieht die Bedürfnisse des Menschen als natürliche Kräfte, die einen hohen Wert haben, wenn sie kanalisiert werden. Daher heißt es in einer prophetischen Überlieferung: „Wer heiratet, der hat die Hälfte seiner Religion erfüllt, also sollte er im Umgang mit der anderen Hälfte Gottesfurcht vor Allah haben.“ [8] Gleichzeitig geht er davon aus, dass es in der Wirklichkeit Umstände geben kann, die eine Heirat erschweren, daher empfiehlt er dem Menschen provisorische Notlösungen: „O ihr junge Leute, wer von euch ein Haus öffnen kann, soll heiraten, denn das hilft beim Senken der Blicke und Schützen des Schambereichs und wenn nicht, dann soll er fasten, dies ist für ihn ein Schutz.“ [9] Das sieht man auch deutlich bei seinen Gesetzgebungen zur Mehrehe und der Zeitehe, die ebenso viel mehr eine Ausnahme als einen Regelfall darstellen, die in gewissen Situationen Anwendung finden.

Imam Ali (a.s.) hatte auch das Eingreifen Umars in die islamische Gesetzgebung bzgl. der Zeitehe kritisiert und sagte: „Hätte Ibn-ul-Khattab vor mir die Zeitehe nicht verboten, dann hätten nur Glücklose Unzucht begangen.“ [10] Auf der anderen Seite ist der Islam realistisch in seiner Betrachtung der Gefahren, die von der sexuellen Begierde ausgehen, daher regelt er die Beziehung zwischen den Geschlechtern entsprechend. So erfüllen die Bedeckung, das Senken der Blicke, das Berührungsverbot und viele weitere Gesetze eine Schutzfunktion, die der sexuellen Begierde helfen wollen, nicht aus der Kontrolle der Vernunft zu kommen. Die Schutzfunktion betrifft jedoch nicht nur eine unmittelbare Gefahr, die von solchen Handlungen ausgehen kann, sondern eher eine indirekte Unterstützung einer falschen Entwicklung des Selbstverständnisses bei beiden Geschlechtern.

Die Regelungen haben viele Vorteile, die von der Stärkung der Beziehung zum Schöpfer über die Förderung der Gründung intakter Familien bis hin zur Förderung des Friedens in der Welt reichen. Es wird überliefert, dass eines Tages ein blinder Gefährte des Propheten (s.a.) sein Haus betreten hat. Seine Frauen waren jedoch ohne Hidschab. Der Prophet (s.a.) befahl ihnen daraufhin, den Schleier zu tragen. Sie sagten: „O Gesandter Allahs, er ist doch blind.“ Er antwortete: „Er ist blind, aber ihr nicht.“ [11] Abgesehen davon, ob daraus eine religionsrechtliche Verpflichtung hervorgeht oder nicht, soll dies bedeuten, dass es eigentlich auch darum geht, dass die Frauen dieses Schamgefühl in der Anwesenheit von Männern bewahren.

Das zeigt deutlich, dass die Moralvorstellung, die dem islamischen Schleier zugrunde liegt, auch das Selbstverständnis fördert und nicht rein auf das Äußerliche zu beschränken ist. Das wird auch nochmal im Gebet deutlich, wo die Frauen ebenso bedeckt sein müssen. Es geht dem Islam um die menschliche Seele und nicht nur um die unmittelbaren Konsequenzen der Taten. Das führt uns zu einem weiteren Punkt, der die islamische Gesetzgebung auszeichnet.

5. Die vernunftsorientierte Betrachtung

In der islamischen Ethik geht man klassischerweise basierend auf den heiligen Texten davon aus, dass in der Seele des Menschen vier Hauptkräfte wirken: Die Vernunft, die Vorstellungskraft, der Zorn und die Begierde. Dies ist auch ähnlich zur Vorstellung, die griechische Philosophen wie Platon hatten. [12] Die Vernunft ist die geistliche Instanz, während die anderen drei Kräfte die irdischen Instanzen sind. Die Wechselwirkung zwischen diesen Instanzen bietet dem Menschen die Möglichkeit eine optimale Form der Erkenntnis zu erreichen, indem er die irdischen Kräfte im Dienste der Vernunft einsetzt. Dies ist das Zügeln der Seele, d.h. es gibt keine bessere Möglichkeit die Wahrheiten des Seins zu erkennen, als durch diese Zusammensetzung, die der Seele des Menschen im Prinzip innewohnt. Wir interessieren uns hier insbesondere für die letztgenannte Kraft, nämlich die Begierde.

Wenn das Ziel die Erlangung eines edlen Charakters ist, dann muss die Begierde des Menschen gezügelt werden. In allen vernünftigen Gesetzgebungen, die das Leben des Menschen regeln, müssen zwei Dinge berücksichtigt werden. Der Begierde muss ein Raum der Freiheit gegeben werden, in dem sie sich entfalten kann, aber gleichzeitig darf diese Begierde nicht derart unverhältnismäßig wachsen, dass die Vernunft nicht Herr über sie ist. Die Vernunft muss also die Begierde so einsetzen, dass sie den Zweck ihres Daseins erfüllt. Hier stellt sich die Frage: Wie kann die Vernunft die Begierde zweckmäßig einsetzen?

Wie sollte man also die Grenzen da zeichnen? Kann man hier vom Grundsatz ausgehen, der besagt, dass die Freiheit des einen Menschen da aufhört, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wird? Dieser Grundsatz ist sehr schwammig und grob und bietet zudem keine Lösung an. Wenn er eine Definition der Freiheit sein soll, dann beinhaltet er einen Zirkelschluss und wenn er die Grenzen aufzeigen soll, dann tut er dies nicht, weil dann nicht klar ist, wann die Freiheit des anderen eingeschränkt wird. Es ist auch nicht realistisch, da man in einem sozialen System immer Einschränkungen in der Freiheit zugunsten des Systems erfahren muss.

Das schwierigste Problem, mit dem dieser Grundsatz zu kämpfen hat, ist jedoch, dass er überhaupt keine Vorstellung von der praktisch möglichen Freiheit liefert. Gesetzgebungen, die darauf basieren, können keine Allgemeingültigkeit beanspruchen, außer wenn sie zeigen können, dass sie auf einem vollkommenen Verständnis des sozialen Systems basieren. Und dies ist sehr heikel, um nicht unmöglich zu sagen.

Die islamische Vorstellung sagt in dieser Hinsicht, dass der Mensch in seiner angeborenen Natur potentiell zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Es gibt Dinge, die er in der Tat ab der Erlangung der religiösen Reife a priori unterscheiden kann, zu anderen Sachen muss er jedoch erzogen werden. Dadurch, dass er Neigungen hat, kann seine angeborene Natur jedoch verdeckt oder gar entstellt werden, so dass er bei gewissen Taten nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Und wenn er allein gelassen wird, d.h. wenn seine Vernunft subjektiv diese Unterscheidung vornimmt, ohne dass ihr von außen eine objektive Hilfe gegeben wird, dann läuft dieser Mensch unmittelbar Gefahr, dass er unter dem Druck seiner Neigungen in die Irre geht und der Neigung die Herrschaft überlässt, was den Grundstein der Kriege in dieser Welt setzt.

Diese Gefahr multipliziert sich, wenn mit Mitmenschen interagiert wird, da der Schaden, den die Neigungen hervorbringen können, sich in der Gesellschaft ausbreiten kann. Daher müssen objektive Moralvorstellungen vorliegen, die dem Menschen den rechten Weg zeigen, und an denen er sich messen kann. In letzter Zeit mehren sich die Versuche in der europäischen Philosophie, die Freiheit des Individuums mit der Abhängigkeit von der auf der sogenannten Intersubjektivität basierenden Gesellschaft zu versöhnen. Auch wenn diese Intersubjektivität in einem anderen Kontext entstanden ist als dem der Sexualität, stellt sie dennoch einen Versuch dar, bescheidener zu sein, wenn es um die Einschätzung der eigenen subjektiven Vernunft geht.

Also ist der Mensch nach islamischer Vorstellung nur potentiell dermaßen vernünftig, dass er zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, sich aber nicht a priori auf seine Vernunft verlassen kann. Er muss sich eine Sehstütze aneignen, damit er eines Tages eine Stufe erreicht, auf der er die Dinge so sieht, wie sie sind. Über den Propheten (s.a.) wird überliefert, dass er gesagt hat: „O Allah, lass mich die Dinge so sehen, wie sind.“ [13] Die islamische Gesetzgebung spielt genau diese Rolle, denn sie zeigt dem Menschen, was positive und was negative Konsequenzen hat, ohne ihm seine Freiheit zu rauben und ohne ihm die Möglichkeit zu nehmen, dass er durch Erziehung selbst erkennt, welchen Wahrheitsgehalt die Gesetzgebung hat.

Ohne objektive Gesetzgebungen scheint unser Leben zu kurz zu sein, um Gut und Böse zu unterscheiden, wenn wir von allen anderen Problemen absehen würden. Auf der anderen Seite scheint eine authentische Erziehung der Seele, die der Vernunft nicht widerspricht, über die die Vernunft reflektieren kann und sich von ihrem Wahrheitsgehalt auch in der Praxis überzeugen kann, der einzige Weg zu sein, Frieden in der eigenen Seele und somit in der Welt zu stiften. Das Einzige, was diese Erziehung anbieten muss, ist die Authentizität. Sie muss ihre Authentizität beweisen können, damit sie heraussticht und Menschen anzieht.

Das unterscheidet sich daher wesentlich vom bekannten philosophischen Prinzip von Augustinus „Credimus ut cognoscamus“ (Wir glauben, damit wir erkennen), da es noch die Bedingung stellt, dass der Glaube seine Authentizität beweisen muss, indem er in seinen Grundsätzen ein lückenloses und beweisbares Weltbild anbietet. Und genau das ist im Islam gegeben, da es in den Grundsätzen der Religion nicht erlaubt ist, andere nachzuahmen, sondern nur in ihren Zweigen und hier auch nur, wenn die Vernunft keinen offenkundigen Zugang zu der Thematik hat und die Nachahmung authentisch ist. Daher gilt in den islamischen Rechtsprinzipien auch der Grundsatz, dass alles, was die Vernunft beschließt, auch die Religion beschließt. [14] Die Umkehrung gilt auch aber nur, wenn wir von einer in der Tat vollkommenen Vernunft und nicht von einer subjektiven, nicht ausgereiften Vernunft ausgehen.

6. Die Humanität

Der Islam kennt in seiner Heiratsmoral keinen Nationalismus und keine Rassenunterschiede. Allgemeine und vernünftige Maßstäbe werden gesetzt, die von jedem erfüllt sein können. Vom Propheten (s.a.) wird überliefert, dass er gesagt hat: „Wenn einer euch aufsucht, dessen Religion und Charakter euch gefällt, dann sollt ihr ihn (eure Tochter) heiraten lassen. Wenn ihr dies nicht tut, dann bricht Chaos auf der Erde aus und ein großes Unheil.“ [15] Die Realität der Muslime heute mag zu einem großen Teil anders aussehen, aber das ist nicht das islamische Vorbild. Der Islam warnt davor, dass Hindernisse, die Eltern auf dem Wege eines religiösen Menschen mit einem edlen Charakter aufstellen, zu einem großen Unheil führen. Das liegt auch auf der Hand, weil dies in vielen Fällen einer Beihilfe zu Sünden gleichkommt. Sünden ihrerseits stören das Leben eines Gläubigen immens und rauben ihm die Harmonie in seiner Seele, was zu Krankheiten in der Gesellschaft in Form von Übertretungen führt.

Der Islam rät also vom Setzen von Maßstäben, die Jenseits des Objektiven sind, stark ab und macht die vernünftige Gottesfurcht zum Maßstab aller Dinge: „O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf daß ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.“ [16] Die Gottesfurcht ihrerseits bedeutet, dass man sich zu der transzendenten Instanz der Moral als Zentrum des Lebens, wie sie im Islam aufgefasst wird, bekennt und nach ihren Vorschriften handelt.

7. Versöhnung von Prinzipien und Flexibilität

Wenn wir die Gesetzgebungen des Islam unter die Lupe nehmen, dann sehen wir deutlich, wie Offenheit bzw. Flexibilität und Prinzipientreue eine Wechselwirkung eingehen. Hier seien einige Beispiele angeführt:

  1. Der Islam lehnt auf der einen Seite generell jegliche sexuelle Handlungen, die außerhalb der Eheinstitution vorkommen, ab, gleichzeitig ist er innerhalb der Eheinstitution sehr offen, so dass praktisch alle natürlichen Genussformen beim Geschlechtsverkehr erlaubt sind. Er erlaubt dem Mann und der Frau ihre sozialen Schamgefühle untereinander komplett abzulegen. Er fordert die Ehepartner dazu auf, sich für einander zu schmücken, gegenseitig auf die Gefühle des anderen zu achten und sich anzustrengen, damit jeder die Bedürfnisse des anderen erfüllt.
  2. Der Islam sieht die Ehe als Weg zur Gründung einer intakten Familie an, die als das Heilmittel jeder Gesellschaft gilt. Gleichzeitig aber sieht er eine Eheform vor, die nicht auf die Gründung einer Familie angelegt ist und in einer Ausnahmesituation Anwendung finden kann, um ein großes Übel zu vermeiden. Dies ist die bereits erwähnte Zeitehe.
  3. Der Islam erlaubt es nicht fremde Frauen unbedeckt zu sehen, doch wenn es sich eine Heiratsabsicht vorliegt, ist es erlaubt, dass die Frau etwas mehr von sich zeigt, um hierdurch möglichen Komplikationen präventiv vorzubeugen.

8. Konsequenzen im Dies- und Jenseits

Der Islam warnt den Menschen vor den schlimmen Konsequenzen seiner Handlungen. Dies bezieht sich aber nicht nur auf das Diesseits und nicht nur auf das Jenseits. Auf beiden Stufen muss der Mensch die Konsequenzen beachten. Im Diesseits muss er damit rechnen, dass Sünden seine Seele belasten und Krankheiten herbeiführen abgesehen von den Konflikten, in die er wegen der Befolgung der Neigungen gerät. Er muss sich aber auch vor dem Ergebnis seiner Tat im Jenseits in Acht sein, da dort die Fehler nicht rückgängig gemacht werden können.

9. Das Abwägen zwischen Nutzen und Schaden

Auch das Abwägen der Interessen zeichnet die islamische Gesetzgebung aus. Scheidung wird beispielsweise verpönt, aber dennoch ist sie möglich, damit ein unerträgliches Eheleben auch beendet werden kann. Wenn allgemeine Gesetze vorliegen, die in gewissen Situationen hinderlich sind, dann sehen wir, dass zugleich eine Ausnahmeregelung vorliegt, die diesen Fall regelt. Mehrehe wird zugelassen, aber nur unter der Bedingung, dass der Mann seine Frauen gerecht behandelt. Diese Tür wird geöffnet, damit Ausnahmesituationen entsprochen werden kann.

Wie wir stichprobenweise gesehen haben, weist die islamische Gesetzgebung interessante Einheitlichkeit, Harmonie und Konsistenz auf. Jede Gesetzgebung hat das Ziel, den Menschen auf seiner Reise zur Erkenntnis zu unterstützen und zu fördern oder vor einem Rückfall zu schützen. Im Zentrum des Interesses stehen immer die Moral und der Charakter des Menschen. Die Gesellschaft wird geschützt, dem Individuum wird entsprochen, indem seine Bedürfnisse respektiert aber auch kanalisiert werden. Seine Freiheit wird im Rahmen der Zielführung gewährt. Der Islam zeigt sich als authentische, realistische, auf dem Mittelweg basierende, gründliche, humanitäre, vernunftorientierte und barmherzige Religion.

Ali Taleb Abdallah

Anmerkungen: [1] Immanuel Kant: Metaphysik der Sittlichkeit. [2] Vgl. Immanuel Kant, Heiner F. Klemmer, S. 57. [3] Vgl. Ian Carter: Two Concepts of Liberty. [4] Scheich Saduq: Uyoon Akhbar ar-Ridha. Bd. 2, S. 114. [5] Heiliger Qur’an: Sura al-Baqarah | 2:286. [6] Scheich Tabarsi: Mustadrak Al-Wasa’il. Bd. 14, S. 152. [7] Heiliger Qur’an: Sura al-Hadid | 57:27. [8] Scheich Tabarsi: Makarim al-Akhlaq. S. 196. [9] Scheich Tusi: Al-Mabsut. S. 154. [10] Scheich Mufid: Khulasat al-Iyjaz. S. 28. [11] Scheich Hurr al-Amili: Wasail al-Schia. Bd. 20, S. 232. [12] Vgl. Scheich Naraqi: Dschami al-Sa’adat. Bd. 1. [13] Ibn Abi Jumhur al-Ahsa’i: Awalai Al-La’ali. Bd. 4, S. 132. [14] Sayyid Mustafawi: Ma’at Qa’ida Fiqhiyya. S. 268. [15] Ibn Abi Jumhur al-Ahsa’i: Awalai Al-La’ali. Bd. 3, S. 340. [16] Heiliger Qur’an: Sura al-Hudschurat | 49:13.