An-Nur (Vers 55)

Verheißen hat Allah denen unter euch, die glauben und gute Werke tun, daß Er sie gewißlich zu Nachfolgern auf Erden machen wird, wie Er jene, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte; und daß Er gewißlich für sie ihre Religion befestigen wird, die Er für sie auserwählt hat; und daß Er gewißlich ihren (Stand), nach ihrer Furcht, in Frieden und Sicherheit verwandeln wird: Sie werden Mich verehren, (und) sie werden Mir nichts zur Seite stellen. (Nur, 55)

Viele Qur‘an-Interpreten unter anderem Tabarsi in seinem Buch „Madschma Al-Bayan“, oder Suyuti in seinem Buch „Asbab an-Nuzul“ sagten über den Anlass der Offenbarung dieses Verses folgendes: „Als der Prophet (s.a.s.) und die Muslime nach Medina auswanderten und die Ansar (Helfer des Propheten) sie mit offenen Armen empfingen, empörten sich alle Götzendiener von Hidschaz gegen sie. Deswegen mussten die Muslime immer ihre Waffen bei sich halten, mit Waffen schlafen und mit Waffen aufstehen. Dieser Zustand war für die Muslime sehr schwierig und manche beschwerten sich darüber. Sie fragten sich bis wann dieser Zustand anhalten würde, und ob jemals ein Tag kommen würde an dem sie in Sicherheit und Ruhe leben können und niemanden außer Allah fürchten müssen. Genau in dieser Zeit wurde der obengenannte Vers herabgesandt und verhieß den Muslimen die frohe Botschaft, dass jener Tag kommen wird.“ [1]

Aus diesem Vers geht hervor, dass Allah den Muslimen, die glauben und gute Werke tun, etwas Schönes versprochen hat. Allah hat den rechtschaffenen Gläubigen folgendes versprochen:

1- Er bringt für sie eine rechtschaffende Gesellschaft hervor und stellt ihnen die Erde zur Verfügung.

2- Er verbreitet ihre Religion auf der Erde.

3- Er gewährt ihnen Sicherheit, nachdem sie in Furcht gelebt hatten.

Mit diesem Vers wird die Gemeinde des geehrten Propheten (s.a.s.) angesprochen. Allah hat darin das Verb „Wa´ada“ (Verprechen) verwendet und es ist offenkundig, dass es keine Zuwiderhandlung gegen Gottes Versprechen gibt und sie werden fürwahr erfüllt.

اِنَّ اللَّهَ لا يُخْلِفُ الْمِيعاد

„Wahrlich, Allah bricht das Versprechen nicht.“ (Al-Imran: 9)

Dieses göttliche Versprechen hat einige wichtige Besonderheiten:

A) Die Nachfolgerschaft (Chelafat) der Rechtschaffenden auf Erden

Chelafat bedeutet, über die Erde zu verfügen und deren Gaben zu nutzen.

Wer jene waren, die in diesem Abschnitterwähnt sind: „Wie Er jene, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte“.Und welche Gemeinschaften zuvor auf der Erde seitens Allahs die Nachfolgerschaft hatten, darüber gibt es verschiedene Vermutungen. Manche Qur‘an-Interpreten sagen, dass es auf die Nachfolgerschaft von Adam (Friede sei mit ihm), David (Friede sei mit ihm) und Salomon (Friede sei mit ihm) hinweist, weil der Qur‘an folgendes über diese Propheten sagt:

über Adam (a.s.):      

إنِّي جاعِلٌ فِي الْأَرْضِ خَلِيفَةً

„Gewiß, Ich setze auf der Erde einen Nachfolger (Chalifa) ein.“ (Al-Baqara: 30)

und über David (a.s.):

يا داوُدُ إِنَّا جَعَلْناكَ خَلِيفَةً فِي الْأَرْض

„O David! Wir haben dich zum Nachfolger auf der Erde gemacht.“ (Sad: 26)

und weil Salomon (Friede sei mit ihm) wie aus dem Vers 16 der Sure Naml hervorgeht, die Herrschaft Davids (Friede sei mit ihm) erbte, war er auch ein Nachfolger und Chalifa Gottes auf Erden.

B) Die Befestigung (Tamkin) der Religion, mit der Allah zufrieden ist.

Die Befestigung einer Sache ist die Aufstellung derer an einem Ort. Und dies weist auf deren Beständigkeit und Stabilität hin, es zeugt von Fortdauer und Geradlinigkeit. Die Befestigung der Religion bedeutet in diesem Vers, dass ihre Wahrheit nicht bedeckt wird, keine Vielgötterei erfolgt und sie nicht verleugnet wird. Es bedeutet dass deren Urteile geachtet und praktiziert, deren Grundsätze und Lehre von allen akzeptiert werden.

C) Die Religion, mit der Allah zufrieden ist.

Die Religion, die Allah absegnete und mit der Allah einverstanden ist, ist die gesegnete Religion Islam. Welche Er in Ghadir-e-Khom mit der Ernennung von Ali (a.s.) zum Nachfolger vervollständigte und somit die Ungläubigen entmutigte.

اَلْیَومَ اَكْمَلْتُ لَكُمْ دیِنَكُم وَاَتْمَمْتُ عَلَیكُم نعْمَتِى وَ رَضِیتُ لَكُمْ الاسلامَ دیناً

„Heute habe Ich eure Religion vervollständigt, Meine Gnade an euch vollendet und euch den Islam als eure Religion vermittelt.“ (Al-Maida: 3)

D) Die Sicherheit

In der von Allah verheißenen Zeit werden Unsicherheit und Furcht von Erden weichen und an ihrer statt wird überall Geborgenheit und Frieden herrschen. D.h. in dieser Zeit wird es keinen Anlass zur Besorgnis und Befürchtung der Gläubigen geben.

E) Die richtige Gottesanbetung

Das Ergebnis einer solchen Herrschaft ist es, dass nur Allah angebetet wird und alle Zeichen des Unglaubens und des Polytheismus beseitigt werden. Die reinen Anbetungen werden einzig und allein ihm gewidmet und außer Allah wird niemand verehrt und vergöttert werden.

Die Frage ist nun folgendes: Wann und für wen wird dieses Verheißen Allahs verwirklicht werden?

Aus dem Vers ging hervor, dass Allah einer Gruppe von rechtschaffenden Gläubigen die Herrschaft auf Erden, die Befestigung der Religion und die vollständige Sicherheit versprochen hat. Nun gibt es unter den Qur‘an-Interpreten unterschiedliche Meinungen wer diese Gruppe sein mag. Manche sind der Ansicht, dass sich dieser Vers auf die Gefährten des Propheten (s.a.s.) bezieht, die mit dem Sieg des Islam eine Herrschaft und Regierung gründeten. Andere sind der Meinung, dass es sich hier um die Herrschaft Imam Mahdis (a.s.) handelt, wodurch sich die wahre Religion überall verbreiten wird, und Unsicherheit, Angst und Krieg von Erden weichen wird. Und die Anbetung Gottes frei von Vielgötterei wird für die Menschen verwirklicht.

In manchen anderen Qur’an-Interpretationen, unter anderem Tafsire Nemune, heißt es: „Dieser Vers ist allumfassend. Von daher wird es unter den Muslimen eine mächtige und einflussreiche Regierung geben, wenn ihr Glaube stark ist und sie gute Taten vollbringen. Jedoch ist die Regierung von Imam Mahdi (a.s) das vollkommenste Beispiel für diesen Vers.“ [2]

Allameh Tabatabai (Gott sei seiner Seele gnädig) ist in seinem Tafsirbuch „Al-Mizan“ der Auffassung, dass die äußere Aussage des Verses sich auf manche Menschen der islamischen Gemeinde bezieht, die eine rechtschaffende Gesellschaft haben werden. Diese Gesellschaft wird Allahs gefällige Religion zugehören, und der Islam wird sich in dieser Gemeinschaft so fest etablieren, dass nichts ihn erschüttern kann. Es wird in dieser Gesellschaft eine Sicherheit geben, dass die Menschen vor keinem Feind (ob fremd oder heimisch; sichtbar oder unsichtbar) Angst haben werden, weil alle Ursachen für Ängste und Furcht verschwinden und sich die Furcht in Sicherheit verwandeln wird.

Eine solche Sicherheit erfordert, dass Allah den Menschen die Wohltat vorhält, denn eine solche Verheißung verpflichtet die Menschen zum Dank. Es ist klar dass diese Wohltat vorzuhalten nur dann angebracht ist wenn in der Gesellschaft in jeder Hinsicht Sicherheit herrscht und Freiheit für alle besteht. Eine Geselschaft mit diesen Merkmalen ist bislang noch nicht zustande gekommen. Sollte diese entstehen, dann in der Zeit Imam Mahdis (a.s.). Die Wahrheit ist folgendes, versuchen wir den Vers wirklich richtig zu erläutern, dann müssen wir sagen, dass er mit keiner Gemeinde vereinbar ist, außer mit der, die mit der Rückkehr Imam Mahdis (a.s.) zustande kommen wird. [3]

Aus allem, was wir gesagt haben, geht zweifellos hervor, dass das Ergebnis der Bemühungen aller Propheten, das vollständige Beispiel der Herrschaft des Monotheismus, die vollkommene Sicherheit und die Gottesanbetung ohne Polytheismus dann erreicht werden, wenn Imam Mahdi (a.s.) wieder erscheint. Den Friedensstifter über den die Muslime folgendes vom Propheten (s.a.s.) überlieferten:

لَو لَمْ يَبقَ مِنَ الدُّنيَا إِلَّا يَومٌ وَاحِدٌ لَطَوَّلَ اللَّهُ ذَلِكَ اليَومَ حَتَّی يَلی رَجُلٌ مِن عِترَتی، اِسمُه اِسمی،

فَيَملَأَ الأَرضَ قِسطاً وَ عَدلًا كَمَا مُلِئَتْ جَوراً وَ ظُلماً

„Wenn auch nur ein Tag dieser Welt erhalten bliebe, so würde Allah diesen Tag verlängern, bis an diesem ein Mann erweckt wird, der zu meiner Familie gehört. Sein Name ist mein Name und er wird die Erde mit Gerechtigkeit erfüllen, nachdem sie voller Unterdrückung und Tyrannei war.“ [4]

Im Tafsir „Ruh-Ul-Maani“ und in vielen anderen schiitischen Tafsir-Büchern wurde in der Auslegung des genannten Verses von Imam Sadschad (a.s) folgendes überliefert:

„Sie sind bei Allah unsere Schiiten – die Schiiten der Ahlulbayt – Allah verwirklicht diese durch einen Mann von uns und er ist der Mahdi dieser Gemeinde (Ummah). Er wird die Erde mit Gerechtigkeit erfüllen, nachdem sie voller Unterdrückung und Tyrannei war. Er ist derjenige, über den der Prophet (s.a.s.) sagte: „Wenn auch nur ein Tag dieser Welt erhalten bliebe…““

Weitere Verse, die die Rückkehr Imam Mahdis (a.s.) betreffen:

Der Qur‘an als einzige himmlische Quelle der Muslime ist hinsichtlich der Zukunft der Geschichte und des Endes der Menschheit Optimist und betrachtet den Menschen als ein Wesen, das eine natürliche Neigung zu menschlichen Werten wie Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Treue usw. besitzt und schließlich über alle Verdorbenheiten siegen wird und durch das Erscheinen des Erlöser aus der Zukunft der Erde Nutzen ziehen wird.

Obwohl diese Tatsache aus den Versen des Qur‘ans nicht direkt hervorgeht, können wir aber durch die Interpretationen der unfehlbaren Imame (a.s.) verstehen, dass solche Verse auf das Erscheinen des Erlösers und auf die globale Regierung hinweisen.

1) هُوَ الَّذِي أَرسَلَ رَسُولَهُ بِالْهُدى‏ وَ دِينِ الحَقِّ لِيُظْهِرَهُ عَلَى الدِّينِ كُلِّهِ وَ لَو كَرِهَ الْمُشْرِكُونَ

„Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung und dem wahren Glauben entsandt hat; Er setzt den wahren Glauben durch, bis Er die Oberhand über alle Religionen gewinnt, auch wenn das den Götzendienern zuwider ist.“ (At-Tauba: 33)

Mit der Rechtleitung sind in diesem Vers die offenkundigen und klaren Beweise des Islams gemeint, dessen Grundsätze und Zweige auf dem Recht basieren. Eine Religion, deren Inhalt auf dem Recht beruht und deren Beweise klar sind, gewinnt zweifelsohne schließlich die Oberhand über alle Religionen. Der oben genannte Vers, der genau mit gleichen Wörtern in Sure „Saff“ und mit kleinem Unterschied in Sure „Fath“ wiederholt wird, informiert uns von einem wichtigen Ereignis, dessen Wichtigkeit diese Wiederholung benötigt hat. Dieser Vers teilt uns mit, dass der Islam und dessen Gesetze universal sein werden.

Manche Qur’an-Kommentatoren haben diesen Vers auf einen regionalen Sieg beschränkt, der in der Zeit des Propheten (s.a.s.) oder in den Zeiten nach ihm errungen wurde. Aber das ist nicht richtig, weil der Vers absolut und unbedingt ist und es keinen Grund gibt, ihn zu beschränken.

Aus dem Grunde bedeutet der Vers, dass der Islam einen universalen Sieg erlangen wird und diese Religion über allen (anderen) Religionen siegen wird. Der verstorbene Tabarsi überliefert in seinem Buch „Tafsire Madschma-al-Bayan“ von Imam Baqir (a.s.) in der Interpretation dieses Verses folgendes: „Dieser (Sieg) wird beim Erscheinen Imam Mahdis (a.s.) geschehen. Da wird keiner mehr sein, der nicht an Muhammad (s.a.s.) glaubt.“

Das Versprechen, das in diesem Vers erwähnt wird, wird beim Erscheinen Imam Mahdis (a.s.) wahr. In jener Zeit wird es auf der Erde keinen mehr geben, der nicht das Prophetentum von Muhammad (s.a.s.) anerkennt. Auch Scheich Saduq überliefert in seinem Buch „Ikmal-ad-Din“ in der Auslegung dieses Verses von Imam Sadiq (a.s.) folgendes:

Bei Allah hat der Inhalt dieses Verses nocht nicht stattgefunden und wird dann stattfinden, wenn al-Qaim (= Imam Mahdi) (a.s.) sich erhebt. Wenn al-Qaim sich erhebt, dann wird niemand (auf Erden) bleiben, der Allah leugnet.

2) وَ نُرِيدُ أَنْ نَّمُنَّ عَلَي الَّذِينَ اسْتُضْعِفُوا فِي الأَرضِ وَ نَجْعَلَهُمْ أَئِمَّةً وَ نَجْعَلَهُمْ الْورِثِينَ وَ نُمَكِّنَ لَهُمْ فِي الأرض

„Und Wir wollen denjenigen, die im Lande unterdrückt waren, Gnade erweisen, aus ihnen Imame machen, zu den Erben machen, im Lande festigen“ (Al-Qasas: 5-6)

Das Wort „Minnat“ (Gnade) bedeutet in diesem Vers große und wertvolle Gabe. In diesem Vers ist ein allgemeines Prinzip erwähnt, dass Allah entschied, die Unterdrücker zu vernichten und die rechtschaffenen Diener Gottes zu Erben und Herrschern der Erde zu machen.

Wenn Allah entschied, etwas zu machen, wird es sicherlich erfolgen. Der Koran sagt:

„Wenn Er etwas will, sagt Er nur: „Es sei!“ und es wird sein.“ (Yasin: 82)

In vielen Überlieferungen ist die Regierung von Imam Mahdi (a.s.) in der Endzeit als das vollkommenste Beispiel für diesen Vers bezeichnet.

Mufaddal bin Omar sagt: Ich habe von Imam Sadiq (a.s.) gehört, dass er sagte: Der Prophet (s.a.s.) blickte Ali, Hassan und Hussein an und weinte. Danach sagte er (s.a.s.): Ihr seid die Unterdrückten nach mir. Mufaddal fragte Imam Sadiq (a.s.): „Was bedeutet das?“ Imam Sadiq (a.s.) sagte: Das heißt: Ihr seid die Imame nach mir. Denn Allah sagte:

„Und Wir wollen denjenigen, die im Lande unterdrückt waren, Gnade erweisen, aus ihnen Imame machen, zu den Erben machen, im Lande festigen“ (Al-Qasas: 5-6)

Danach setzte er (a.s.) fort: Dieser Vers bezieht sich bis zum Tag der Auferstehung auf uns.[5]

Imam Ali (a.s) sagte im Nahdsch-ul-Balagha bei Hikmat 200 folgendes:

„Das Diesseits wird sich uns zuneigen, nachdem es wie ein unrittiges Kamel war, wie sich die (vorher) bissige Kamelstute ihrem Jungen zuneigt.“ Daraufhin rezitierte er diesen (Vers):

„Und Wir wünschten, denen, die im Lande als schwach erachtet worden waren, Huld zu erweisen und sie zu Führern zu machen und als Erben einzusetzen“[1]

3) وَ لَقَدْ كَتَبْنا فِي الزَّبُورِ مِنْ بَعْدِ الذِّكْرِ أَنَّ الْأَرْضَ يَرِثُها عِبادِيَ الصَّالِحُون‏

„Und bereits haben Wir im Psalter, nach der Ermahnung (Thora), geschrieben, dass Meine rechtschaffenen Diener das Land erben werden.“ (Al-Anbiya: 105)

Das Buch der Psalmen (Psalter) handelt sich um eine Sammlung von Anrufungen, Bittgebeten und Ratschlägen von David (a.s.).

Die Frage ist nun folgendes: Wer sind diese rechtschaffenen Diener Allahs?

Gemäß manchen Überlieferungen sind sie die Gefährten Imam Mahdis (a.s.). Im Madschma-al-Bayan wird bei der Auslegung dieses Verses von Imam Baqir (a.s.) folgendes überliefert:

„Die rechtschaffenen Diener, die Allah als Erben der Erde bezeichnet, sind die Gefährten von Mahdi (a.s.) in der Endzeit.

4) بَقِيَّتُ اللَّهِ خَيْرٌ لَكُمْ إِنْ كُنْتُمْ مُؤْمِنِين‏

„Das, was Allah (bei euch) ließ, ist besser für euch, wenn ihr Gläubige seid.“ (Hud: 86)

„« بَقِيَّتُ الله»Baqiyatullah“ bedeutet in diesem Vers den Verdienst, der von einem erlaubten Kapital für den Mensch übrig bleibt. Aber in den Überlieferungen bedeutet Baqiyatullah jedes gesegnete Wesen, das mit Allahs Willen für die Menschheit übrigbleibt. Unter anderem werden die gläubigen Soldaten, die siegreich aus dem Krieg zurückkommen, als Baqiyatullah bezeichnet, weil sie mit Gottes Willen übriggeblieben sind. Ebenfalls wird Imam Mahdi (a.s.) als „Baqiyatullah“ bezeichnet, weil er mit Gottes Willen für die Rechtleitung der Menschen übriggeblieben ist.

Wie aus den Überlieferungen hervorgeht, dass einer seiner gesegneten Namen von Imam Mahdi (a.s.) „Baqiyatullah“ ist.[6]

Auch in den Gebeten wird Imam Mahdi (a.s.) mit diesem Namen gegrüßt.

« السَّلامُ عَلَيكَ يا بَقِيَّةَ اللهِ فِى أرضِه ».

„Der Frieden sei mit Dir, O Übriggebliebener Gottes auf Seiner Erde.“

Scheich Saduq überliefert in seinem Buch „Ikmal-du-Din“ von Imam Baqir (a.s.) folgendes: „Das erste Wort, das Imam Mahdi (a.s.) nach seiner Rückkehr äußert, ist der folgende Vers:

“ بَقِيَّتُ الله خَيْرٌ لَكُمْ إِنْ كُنْتُمْ مُؤْمِنِينَ“

„Das, was Allah (bei euch) ließ, ist besser für euch, wenn ihr Gläubige seid. „Danach sagt er (a.s.): „Ich bin das, was Allah bei euch ließ und Sein Beweis und Sein Statthalter unter euch.“

Quellen:  [1]Suyuti, Asbab al-Nuzul, S. 163 ; Tabarsi, Madschma Ul-Bayan bei der Auslegung dieses Verses.  [2]Ayatollah Makarem Schirazi, Tafsire Nemune, B. 14, S. 14.  [3]Allama Tabatabai,Tafsiri Al-Mizan, B. 15, in der Interpretation des Verses.  [4]In dem Buch „Montachab-Ul-Athar, S. 247 wurden 123 Ahadith in diesem Zusammenhag von verschiedenen islamischen Quellen vor allem von sunnitischen Quellen überliefert.  [5]Rey Schahri, Muhammad, Mizan-Ul-Hikmah, B. 2, S. 11042.  [6]Bihar-ul-Anwar, B. 46, S. 259.