Fragen und Antworten über Frauen

Wann und weshalb wurde der 8. März zum Weltfrauentag erklärt?

Der Internationale Frauentag oder kurz Weltfrauentagentstand war in der Zeit um den Ersten Weltkrieg. Die deutsche Sozialistin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin gilt als prägende Initiatorin. Das beherrschende Thema der ersten Jahre war die Forderung nach einem Wahlrecht für Frauen. Dieses Anliegen basierte auf den Erklärungen der Sozialdemokraten, die sich als einzige Partei vor 1900 für ein Frauenwahlrecht ausgesprochen hatten. Darin sahen sie eine Chance, ihre Anhängerschaft zu vergrößern. So war es denn auch nicht verwunderlich, dass vor allem die SPD vom ersten Internationalen Frauentag am 19. März 1911 in Deutschland profitierte. Fortan wurde dieser Tag von der sozialistischen Bewegung genutzt, um Propaganda- und Aufklärungsarbeit zu leisten. Während des ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) wandelte sich der Internationale Frauentag zu einem Aktionstag gegen den Krieg. Nachdem am 8. März 1917 in Sankt Petersburg die Arbeiter-, Soldaten- und Bauernfrauen gestreikt und damit die Februar-Revolution ausgelöst hatten, die in Russland die Zarenherrschaft beendete, wurde 1921 auf der „Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen“ in Moskau der 8. März – zu Ehren der Rolle der Frauen in der Revolution – als internationaler Gedenktag eingeführt.

Warum verpflichtete Gott die Frauen sich zu bedecken, wenn Er sie doch selbst mit Schönheit erschuf?

Die Schönheit ist von Gott gegeben, doch die Bedeckung (hidschab), welche ebenfalls von Ihm festgelegt wurde, geschieht zum Schutze der Frau und ihrer Schönheit. Der amerikanische Philosoph William James Durant (1885 – 1981) sagte: „Den Frauen ist es bewusst, dass ihre Schönheit zur Gewohnheit wird, wenn diese der Öffentlichkeit zugänglich ist und offen steht. Durch die Bedeckung können sie sich eine ewige und unvergängliche Schönheit sichern. Aus der Sicht der Ästhetik ist es ein Grund zum Bedauern, wenn der Charme der Frauen leicht zugänglich und zu ergreifen ist, denn es ist viel schöner, wenn diese nicht öffentlich ergreifbar ist, da so der Bezug zu den Frauen erschwert werden kann, wobei dieser nicht unmöglich und ganz verhindert wird. Das, wonach wir suchen und was verborgen bleibt, wird als umso wertvoller betrachtet.“

Einer der Aspekte bezüglich der Unterdrückung der Rechte der Frauen ist die instrumentelle Sichtweise zu deren Stellung. Wenn die Gesellschaft den Wunsch nach einer entblößten Frau äußert, ist es nur selbstverständlich, dass von Tag zu Tag die oberflächlichen und materialistischen Ansprüche, wie das Einsetzen von mehr Schminke und gesteigerter Zurschaustellung, erhöht werden. Sobald die Frau durch ihre Weiblichkeit für Werbezwecke eingesetzt wird, und somit als Instrument angesehen und objektiviert wird, sinkt der Wert der Frau auf die Ebene einer Puppe herab, im Sinne eines wertlosen Objekts, sodass die menschlichen Werte der Frau ganz und gar vergessen werden. Demgemäß wird die Frau als Instrument für die Befriedigung der unkontrollierbaren Gelüste von einigen niederträchtigen und maliziösen Männern missbraucht. Jedoch sollte beachtet werden, dass die Bedeckung die Frau auf keinen Fall von der Gesellschaft entfernt oder sie von ihren gesellschaftlichen Aktivitäten abhält, sondern ihr die kontinuierliche und aktive Teilnahme an der Gesellschaft mit der Berücksichtigung ihrer Rechte und gesellschaftlichen Stellung sichert. Dadurch kann der Objektivierung und Erniedrigung der Frau vorgebeugt oder diese sogar verhindert werden.

Eine der grundlegenden und von Gott gegebenen Bedürfnisse ist der Sexualtrieb, welcher zu den ältesten und stärksten Trieben gezählt werden kann. Durch die Kontrolle dieses lebensnotwendigen Bedürfnisses kann nicht nur die Fortpflanzung und das Fortbestehen der Menschen gewährleistet werden, sondern auch die psychische Gesundheit der Menschen hergestellt werden. Im Islam werden zahlreiche Methoden erwähnt, die bei der gesunden Kontrolle dieser sexuellen Neigung helfen. Die Bedeckungspflicht sowie das Bestehen einer respektvollen Distanz zwischen Männern und Frauen gehören zu einem dieser Wege. Wäre die Interaktion zwischen den beiden Individuen grenzenlos und ohne jeglichen definierbaren Rahmen, würden nur die geschlechtlichen Neigungen in den Vordergrund rücken, so dass sich die sexuellen Wünsche in eine unstillbare psychische Begierde verwandeln würden. Da der Islam die Kraft dieses Triebes nicht außer Acht lässt, wurden viele Maßnahmen für die geeignete Kontrolle dieser sinnlichen Neigung ergriffen, welche nicht nur für die Frauen gelten, sondern beide Geschlechter betreffen. Die Kleidung von Männern und Frauen muss beispielsweise einer bestimmten Norm (Unauffälligkeit, Bescheidenheit, …) entsprechen, denn die Gleichgültigkeit gegenüber der Bekleidung führt gleichzeitig zu einem gleichgültigen Provozieren des Sexualtriebes des anderen Geschlechts. Psychologische und physiologische Forschungen haben in Bezug auf die geschlechtlichen Unterschiede zeigen können, dass Männer im Gegensatz zu Frauen auf sexuelle visuelle Stimuli empfindlicher reagieren. Frauen hingegen sind empfindlicher gegenüber Berührungen. Schon vonr Geburt an ist bei den Frauen der Tastsinn und das Gefühl für Berührungen und Schmerzen stärker als bei Männern. Männer verfügen eher über ein stärkeres visuelles System. Diese geschlechtlichen Vorteile sind nicht erlernbar oder durch Erfahrung bedingt, da diese von Geburt an ersichtlich sind. Da Frauen mit mehr Schönheit erschaffen wurden, gelten für sie umfassendere Bedeckungsvorschriften. Sie sollen nicht ihre natürliche Anziehungskraft als „Waffe“ missbrauchen, um Männer zu verführen. Den Männern wird wiederum empfohlen, ihre Blicke zu senken und Frauen nicht als Lustobjekte zu betrachten.

Die Familie ist gewiss das heiligste Fundament einer Gesellschaft. Sie spielt eine wichtige Rolle für eine gesunde Gesellschaft. Die Bedeckungsvorschriften des Islam fördern ein gesundes Familienleben. Das Zuschaustellen des eigenen Körpers hingegen steht im Widerspruch dazu. Statistiken zeigen, dass in einer Gesellschaft, in der die Bedeckung ein Prinzip bildet, die Scheidungsraten niedriger sind. In einer Gesellschaft, in der die Neigung zur Blöße ansteigt, wird das Bewusstsein für die Ehe abnehmen, so dass der Sinn einer heiligen Verbindung zwischen zwei Ehepartnern nicht mehr erkannt werden kann und die Familie auseinanderbricht und gegebenenfalls sogar Kinder, die die darauffolgende Generation bilden, ohne Familienliebe, Zusammenhalt und festes Obdach aufwachsen müssen.

An welcher Stelle im Koran wird erwähnt, dass die Frauen ihre Haare vor Fremden verbergen sollen?

Im Koran lesen wir: „Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren und ihren Schmuck (zinat) nicht zeigen – bis auf das, was davon sichtbar sein darf (ma zahar minha), und dass sie ihre Kopfbedeckungen (chumur) um ihre Halsausschnitte (dschujub) ziehen und ihren Schmuck niemanden zeigen außer ihren Ehemännern, ihren Vätern, (…). Und sie sollen ihre Füße nicht so stampfen, sodass bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck (zinat) verbergen. Und wendet euch allesamt reumütig wieder Allah zu, oh ihr Gläubigen, auf dass ihr erfolgreich seiet.“ (An-Nur | 24:31)

  • Zinat – Alle Hilfsmittel die der Mensch nutzt, um sich damit zu verschönern, wie beispielsweise Schmuck, Kosmetika, Accessoires, Kleidung, (…).
  • Ma zahar minha – Dieser Satzteil (… was davon sichtbar sein darf …) bezieht auf das Gesicht und die Hände. Eine Muslima muss ihren kompletten Körper bedecken mit Ausnahme des Gesichts und der Hände.
  • Chumur (plural von Chimar) – Kopfbedeckungen, wie beispielsweise Kopftücher.
  • Dschujub (plural von Dschayb) – Halsausschnitte/Dekolletés. Vor der Offenbarung des obigen Verses bedeckten die Frauen ihren Halsbereich nicht. Die Halsausschnitte waren teilweise sehr tief geschnitten.

Allah beschreibt in diesem Vers, wie sich Frauen gegenüber Nicht-Mahram-Verwandten (ghayr-e-mahram)[1] verhalten sollen. Dabei wird deutlich, dass das sittsame Verhalten ein wichtiger Teil der islamischen Frauenbekleidung ist. Aus dem zitierten Vers lassen sich zunächst sechs Verhaltenspunkte ableiten: Frauen sollen ihre Blicke senken; Frauen sollen ihre Keuschheit wahren und nicht zum Blickfang werden, indem sie ihren Schmuck zeigen; Frauen sollen ihren kompletten Körper bedecken (mit Ausnahme der Hände und des Gesichts); Frauen sollen mit ihren Kopfbedeckungen/Kopftüchern ihren Halsbereich bedecken; Frauen dürfen ihren Schmuck nur ihren Mahram-Verwandten (mahram) zeigen; Frauen sollen ihre Füße nicht auf den Boden stampfen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Zusammengefasst können wir sagen, dass eine muslimische Frau (muslima) die Triebe und Gelüste fremder Männer nicht reizen soll. Mimik, Gestik und das gesamte Verhalten sollen nicht dazu eingesetzt werden, um unnötigerweise Aufmerksamkeit zu erwecken. Die muslimische Frau soll weder Nicht-Mahram-Verwandten die Gelegenheit geben, um mit ihr zu flirten, noch soll sie selber durch Liebelei für eine sexuelle Spannung sorgen. Daher empfiehlt Allah den Frauen ihre Blicke zu senken und ihre Reize zu bedecken.[2]

Ergänzend können wir die folgende Aspekte zu den Gnaden und zum Segen der Anordnung der Bedeckung zählen: 1.) Die spirituelle Reinheit und die Unterstützung sowie Gewährleistung der Keuschheit 2.) Das Verstehen des Glaubens, die Notwendigkeit der Schamhaftigkeit und Reinheit wie auch der Schutz vor anderer List 3.) Die Vorbeugung gegen Prostitution und die Gewährleistung der innerlichen Ruhe und Frieden für Männer und Frauen 4.) Das Senken der wirtschaftlichen Ausgaben und das Vermindern von verschwenderischem Luxus 5.) Die Stärkung der familiären Bindung 6.) Die soziale Stabilität und das Wahren der aktiven Kraft einer Gesellschaft 7.) Zuletzt die Gewährleistung der wahrhaftigen Wertschätzung und das Respektieren der Frau.

Die Hypothese, dass die Bedeckung der Freiheit der Frau im Wege steht, wird mit der Erklärung abgelehnt, dass die Bedeckung die aktive gesellschaftliche und soziale Rolle einer Frau auf keiner Weise verhindert. Denn die Bildung und die berufliche Tätigkeit konkurriert in keiner Hinsicht mit der Bedeckung. Ferner gehört die Bedeckung zu den optimalsten Maßnahmen für die Gewährleistung der Freiheit. Aus diesem Grunde ist dies positiv anzusehen, da diese einen von den eigenen Trieben und von denen der anderen befreit. Das bedeutet, dass die Bedeckung die Freiheit der tierischen und materialistischen Triebe der Menschen, die ohne jegliche Kontrolle sich negativ äußern und spürbar werden würden, entgegenwirkt. Hierbei ist ersichtlich, dass das Akzeptieren einer Begrenzung für das Erreichen einer höheren Spiritualität und Vervollkommnung notwendig ist. Überdies ist die Bedeckung aus Vernunftgründen akzeptierbar.

Die Bedeckung ist kein Hindernis, das dem Fortschritt der Frau entgegenwirkt, denn diese unterbindet nicht die gesellschaftliche, politische oder wirtschaftliche Aktivität der Frauen. Auf der anderen Seite kann die Neigung zur Freizügigkeit dazu führen, dass einige nützliche Kräfte und Ressourcen auf materialistische Ebenen fokussiert bleiben. Andererseits gehören das Führen eines Haushalts und die Erziehung der Kinder zu den wertvollsten und verantwortungsvollsten Pflichten, die dem eigenen Fortschritt nicht im Wege stehen. Außerdem hat der allwissende Gott den Frauen die berufliche Tätigkeit im Gegensatz zu den Männern nicht als ihre Pflicht zugeschrieben. Somit können wir einen freiwilligen Verzicht auf die Erwerbstätigkeit nicht als die Verschwendung der Arbeitsfähigkeit ansehen.

Worin bestehen einige Unterschiede bezüglich einiger Rechte zwischen Männern und Frauen? Zum Beispiel die Unterschiede bezüglich des Erbens und des Blutgeldes?

Das Erbe und Blutgeld (diyya) der Frau ist nur ein Teil des islamischen Rechts und das einzelne Betrachten dieser ohne den Zusammenhang in Betracht zu ziehen, kann zu Missverständnissen führen. Das Erbe und die Diyya der Frauen sind nicht in allen Fällen geringer als die des Mannes, es gibt sogar Situationen, in denen die Frau entweder über denselben Erb- und Diyya-Anteil oder sogar über mehr verfügt.

  • Die Differenz zwischen der Diyya der Frau und der des Mannes beträgt ein Drittel, so dass eine Frau zwei Drittel von der des Mannes bekommen kann..
  • Das Erbe beider Elternteile oder der Verwandten mütterlicherseits ist zwischen Mann und Frau gleich.

Auch wenn in einigen Fällen die Frau weniger als der Mann erbt oder die Diyya nicht genauso hoch ist wie beim Mann, ist dies auf die Interessen des Familiensystems und der beiden Geschlechter zurückzuführen. Im Gegensatz sind diese Unterschiede jedoch auf die beste Art und Weise wieder beglichen. Grundsätzlich gehn die Rechte der Frauen bei weitem über die der Männer hinaus und reichen sogar jenseits der Grundsätze des Feminismus. Dies können wir mit den folgenden Gesichtspunkten erläutern: Bis zu der Zeit, als der Islam der Frau die Möglichkeit des Erbens zugestand, war der Frau das Erbe verwehrt. In jener Zeit konnten die Frauen nicht von Männern erben, vielmehr wurden sie selbst wie Objekte vererbt. Der Islam gewährte der Frau nicht nur ihre eigene natürliche wirtschaftliche Freiheit, sondern auch das Verfügen-Können über Eigentum und Besitz. Ergänzend zu der wirtschaftlichen Unabhängigkeit hat die Frau aus der Sicht des Islam nicht die Pflicht für ihre eigenen Notwendigkeiten wie Unterhalt, Verpflegung etc. oder die ihrer Familie aufzukommen. Aus diesem Grunde kann die Frau ihren eigenen Verdienst auf jede legitime Art und Weise nur für ihre eigene Person ausgeben und muss diesen weder für ihre eigenen Grundbedürfnisse wie Verpflegung noch für ihre eigene Familie ausgeben, da diese dem Manne zustehen. Das verpflichtet den Mann dazu, für den Unterhalt und die Lebenskosten der Frau zu sorgen und somit verfügt die Frau einzig und allein über ihr Vermögen, ohne davon etwas für die eigene Familie abgeben zu müssen. Das ist der Grund, weshalb die neueren Lebensumstände und Bedingungen nicht mit den islamischen Geboten konkurrieren.

Zusammenfassend hat der Islam der Frau zwei finanzielle Rechte gewährt, die der Mann erfüllen muss: 1.) Die Brautgabe (mahr), deren Höhe die Frau selbst bestimmt und 2.) Alimente (nafaghe), die Lebenskosten der Frau, die ebenfalls der Mann zu finanzieren hat. Wie sieht diese Thematik in den westlichen Ländern aus, in denen sich der Feminismus als die einzige die Rechte der Frauen unterstützende Bewegung betrachtet? Hier gibt es nicht das Recht der Alimente (nafaghe) und die Frau muss für ihren eigenen Lebensunterhalt selbst aufkommen, wohingegen in Anbetracht des islamischen Rechts eine tätige Frau, die sogar über einen hohen Verdienst verfügt, diesen nicht ausgeben muss, sodass ihr Verdienst als Ersparnis erhalten bleibt. Außerdem ist es möglich, dass bestimmte Personen aus der Familie komplett vom dem Erben ausgeschlossen werden oder sogar nur eine Person das gesamte Erbe übertragen bekommt, wobei eine Frau (bis auf ein gewisses Pflichterbe) davon komplett ausgeschlossen werden kann. Bezüglich des islamischen Rechts dürfen die Ehefrau und die Kinder nicht von dem Erbe ausgeschlossen werden und das Erbe wird gemäß der göttlichen Offenbarung geteilt.

Anhand der oben genannten Erläuterungen werden die Unterschiede zwischen dem Erbe und Diyya (Blutgeld) des Mannes und der Frau aufgeklärt. Der Mann ist wie gesagt auch für den Lebensunterhalt der Frau zuständig und diese Pflicht steht nur dem Mann zu. Diesbezüglich sagt Allama Tabatabai, einer der einflussreichsten islamischen Philosophen: „Das Resultat des Erbens ist wie folgt: in der ersten Phase des Erbens wird dem Manne im Gegensatz zu der Frau doppelt zugestanden, doch in der zweiten Phase, der des Verbrauchs, wird die Frau immer doppelten Vorteil ziehen. Denn die Frau behält ihren Erbanteil und Besitz für sich, während der Mann für die Alimente (nafaghe) aufkommen muss und folglich die Hälfte seines Erbanteils für die Frau ausgeben muss.“

Kann ein Mann etwas von dem Geld, welches die Frau durch Ersparnisse von den Lebenskosten zusammengelegt hat, verlangen?

Wenn dieses Geld von den Alimenten der Frau zusammengekommen ist, sodass die Frau von ihrem eigenen Lebensunterhalt gespart hat, kann er dies nicht tun. Falls dieses Geld jedoch von den Ausgaben der Kinder gespart wurde oder unter einem anderen Vorwand gegeben wurde, kann der Mann das tun. Der Ehemann verfügt aber nicht über das Recht, seine Frau dazu zu veranlassen, ihr Eigentum zu verkaufen.

Über welche Hauptrechte verfügt die Frau ihrem Ehemann gegenüber?

Der Ehemann muss auf zwei Ebenen bestimmte Grundlagen befolgen, der materiellen und der immateriellen Ebene. Zu den materiellen Grundpflichten gehören unter anderem das zur Verfügung-Stellen eines Hauses und eines respektablen Unterhaltes und ferner das Sorgen für Verpflegung, Kleidung, Haushaltgegenstände und die Einrichtung. Zu den immateriellen Grundlagen gehören ein zuvorkommendes und freundliches Verhalten der Frau gegenüber, das Lehren der religiösen Gebote und der mindestens alle vier-monatige Beischlaf. Der Ehemann muss gegenüber seiner Frau stets freundlich und aufgeschlossen sein. Er sollte nicht launisch und wütend sein. Dieser Punkt ist ziemlich relevant. Wichtig ist, dass ein aufgeschlossenes und zuvorkommendes Verhalten nicht nur dann sein soll, wenn wir als Mensch mit allem um uns herum zufrieden sind, denn weitaus wichtiger ist es, dass der Mann, der eher schneller empört reagiert, lernt, sich zu kontrollieren, um nicht wütend zu reagieren, wenn einmal die Umstände zornerregend sein sollten.

Somit müssen sich die Männer dessen gewiss sein, dass ein aufbrausendes Verhalten zu Hause auf keinen Fall erlaubt ist, aber auch zu hohe Ansprüche oder das Erteilen von Befehlen nicht gestattet sind. Derartige Punkte sollten auf jeden Fall befolgt werden, damit die Rechte der Frau und der Kinder, somit der gesamten Familie, berücksichtigt werden. Überdies kann der Ehemann seine Frau nicht zur Haushaltsführung verpflichten. Denn die Haushaltsführung ist nicht die Aufgabe der Frau. Diesbezüglich darf der Mann seine Frau nicht zum Kochen, Putzen des Hauses, Waschen der Kleidung und andere häusliche Tätigkeiten zwingen. Ebenso darf der Mann die Frau nicht zum Einkaufen und zum Besorgen von Lebensmitteln zwingen, denn diese Aufgabe gehört zu den Pflichten des Mannes. Falls die Frau vor der Hochzeit die Bedingung aufstellt, dass ihr Mann mit ihr in einem bestimmten Ort lebt oder sie beispielsweise nicht von ihrer Heimat entfernt, muss der Mann sich an die aufgestellte und versprochene Bedingung halten. Ergänzend und wie bereits oben angedeutet, darf der Mann nicht länger als vier Monate die Nähe zu seiner Frau, unabhängig davon, wie alt sie ist, vermeiden.

[1] Die Mahram-Verwandten der Frau sind ihr Ehemann, Vater, Großvater, Urgroßvater usw., Sohn, Enkel, Urenkel usw., Schwiegervater, Schwiegersohn, Stiefsohn, Bruder, Neffe (Sohn des eigenen Bruders oder Schwester), Onkel (Bruder des Vaters oder der Mutter) und Milchbruder.  [2] Hessam Kordian: Die islamische Frauenbekleidung (hidschab) im Koran.