Vorbildliche Frauen im Islam

Das Konzept der weiblichen spirituellen Vervollkommnung, wie es im Qur’an vorgestellt wird, soll Inhalt dieses Artikels sein. Der Qur’an präsentiert kleine spirituelle Biografien von zahlreichen Propheten und Weisen. Die meisten dieser Beispiele sind männlich, aber es gibt auch viele detaillierte Beschreibungen von vollkommenen und erhabenen Frauen. Anhand einer sorgfältigen Untersuchung der qur’anischen Texte soll genau herauskristallisiert werden, welche Tugenden diese Frauen hatten und warum sie von Gott so sehr geliebt wurden. Dann werden wir einen Blick auf Frauen werfen, die im Laufe der islamischen Geschichte gelobt wurden, da der Qur’an selbstverständlich nur jene Frauen einschließt, die dem Propheten Muhammad (s.a.) vorausgingen. So soll das Leben von Fatima Zahra (a.s.) genau betrachtet werden. Es gibt zahlreiche Überlieferungen, die sie als Verkörperung der Tugend preisen, und so wird uns die sorgsame Untersuchung ihres Lebens zeigen, wie Tugend im Islam definiert wird.

Das qur’anische Vorbild

Zunächst muss die qur’anische Methode der Vorstellung menschlicher Vorbilder verstanden werden. Jeder Mensch hat einen ihm innewohnenden Drang, einem Menschen zu folgen und nachzueifern, den er als besonders und beispielhaft ansieht. Dieser Drang, der in der menschlichen Seele verwurzelt ist, lässt ihn sich Vervollkommnung wünschen. Jeder Mensch hat einige Begabungen, die entdeckt und im Kontakt und in Auseinandersetzung mit der Umgebung entwickelt werden müssen. Für diese Bildung und Entwicklung der Talente ist es nötig, Beispiele als lebende Verkörperungen des eigenen Ideals zu haben, an die man sich bewusst oder unbewusst anpassen kann, wenn sie in der eigenen Umgebung vorzufinden sind. Sie schauen zu dem idealen Bild auf, bis es ihnen gelingt, ihre eigene Lebensweise zu finden. Die Wahl, welchem Beispiel jedoch gefolgt werden soll, wird von den grundlegenden Überzeugungen, Sichtweisen und Werten beeinflusst. Eine der besten Erziehungsmethoden besteht in der Vorstellung exemplarischer Charaktere, die sehr wahrscheinlich respektiert werden und denen nachgeeifert wird. Dank ihrer Effektivität wenden alle sozialen und kulturellen Institutionen diese Methode an. In den Massenmedien einschließlich Zeitschriften, Zeitungen, Fernsehen, Radio, Rundfunk und Filmen sehen wir einen extensiven Gebrauch dieser Methode. In Wirklichkeit war das der Hauptweg, um kulturelle Überzeugungen von westlichen Nationen in Entwicklungsländer zu übermitteln.

Auch der Heilige Qur’an wendet diese Methode an, aber mit seinen eigenen Prinzipien und Kriterien der Auswahl. Der Ausdruck „Beispiel“ wird im Qur’an häufig gebraucht. Das ursprüngliche Wort ‚uswa meint eine Art von Vorbild oder Muster. Im qur’anischen Sinne bezieht sich dieser Begriff auf eine Person, deren Tugenden und Einstellungen man nacheifern sollte. Weil die Menschen in der Auswahl ihrer Vorbilder wahrscheinlich Fehler machen, betont der Heilige Qur’an die Notwendigkeit, dem rechtschaffenen Vorbild (‚uswa hassana) nachzueifern. Die Gesandten Gottes sind nicht die einzigen Vorbilder, die im Qur’an als Beispiele gegeben werden. Auch ihre wahren Anhänger werden explizit als ‚uswa vorgestellt (al-Qital | 47:4).

Die qur’anische Methode erinnert die Menschen zunächst an die Gesandten und deren Eigenschaften und bringt dann durch wiederholtes Lob nicht nur die Billigung ihres Verhaltens zum Ausdruck, sondern ermutigt die gesamte Menschheit, ihnen zu folgen. Im Herzen des Lesers wird der Wunsch geschaffen, ein lebendiges Beispiel der menschlichen Vollkommenheit zu werden. Aber zuweilen reicht selbst diese Art der Vermittlung durch lebendige Vorbilder nicht aus, da die Menschen die falschen Wege einschlagen können, obwohl sie die besten Maßstäbe besitzen. Sie können irren, wenn es um die praktische Umsetzung der Tugenden geht. Hier besteht der Weg zur einzigen korrekten Wahl in der Unterscheidungskraft des Menschen. Der Heilige Qur’an fordert, dass Menschen beständig reflektieren, und er preist jene sehr, die über Weisheit verfügen (al-i-Imran | 3:190-195). Er stellt ferner explizit fest, dass Menschen nicht Dingen folgen sollten, über die sie kein Wissen haben (Bani Isra’il | 17:36). Der Mangel an genauen vorbildlichen Kriterien oder mangelnde Unterscheidungsfähigkeit können zu Heldenverehrung und Götzendienst führen.

Gender und die Einführung von Beispielen im Qur’an

Der Heilige Qur’an wendet zwei Methoden an, um die gewünschten Tugenden aufzuzeigen: 1. Die einfache Aufzählung von Tugenden. 2. Die Vorstellung vorbildlicher Charaktere. Eine Untersuchung der qur’anischen Verse zeigt, dass bei beiden Methoden Männer und Frauen gleichermaßen wichtig sind. „Wahrlich; den Männer und den Frauen, die sich (Gott) ergeben haben, den gläubigen Männer und den gläubigen Frauen, den gehorsamen Männern und den gehorsamen Frauen, den wahrhaftigen Männern und den wahrhaftigen Frauen, den geduldigen Männern und den geduldigen Frauen, den demütigen Männern und den demütigen Frauen, den Männern, die Almosen geben, und den Frauen, die Almosen geben, den Männern, die fasten, und den Frauen, die fasten, den Männern, die ihre Keuschheit wahren, und den Frauen, die ihre Keuschheit wahren, den Männern, die Gottes häufig gedenken, und den Frauen, die (Gottes häufig) gedenken – Gott hat ihnen (allen) Vergebung und großen Lohn bereitet[1].“

Die gleiche Haltung geht aus der Vorstellung vorbildlicher Menschen hervor: „Ihr habt bereits ein vortreffliches Beispiel an Abraham und denen mit ihm.“[2] „Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Gottes ein schönes Vorbild für jeden, der auf Gott und den Jüngsten Tag hofft und Gottes häufig gedenkt.“[3] „Und Gott legt denen, die glauben, das Beispiel von Pharaos Frau vor, als sie sagte: ‚Mein Herr! Baue mir ein Haus bei Dir im Paradies und befreie mich von Pharao und seinen Taten und befreie mich von dem Volk der Ungerechten.’ Und Maria (a.s.), die Tochter Imrans, die ihre Scham bewahrte – darum hauchten Wir ihr von Unserem Geist ein; und sie glaubte an die Worte ihres Herrn und an Seine Schrift und war eine der Gehorsamen.“[4]

Diese Verse verdeutlichen, dass das Geschlecht irrelevant ist. Mann und Frau können beide die erwünschte Tugend entwickeln und zu vorbildlichen Geschöpfen werden. Ferner gibt es keine Grenze zwischen den Geschlechtern. Vorbildliche Frauen werden als Rollenmodell nicht nur für Frauen, sondern für alle Gläubigen vorgestellt. Das gleiche trifft auf vorbildliche Männer zu, auch sie sind Beispiele für all jene, die am Tag des Gerichts auf Gottes Gnade hoffen. Die Auswahl und Vorstellung von vorbildlichen Charakteren im Qur’an wird deshalb ohne jegliche Berücksichtigung des Geschlechtes gemacht. Der letzte Beweis ist am klarsten: „Dem, der recht handelt – ob Mann oder Frau – und gläubig ist, werden Wir gewiss ein gutes Leben gewähren…“[5]

Erforderliche Kriterien und Tugenden

Die Verse 10-12 der Sure at-Tahrim beinhalten einige der wichtigsten Anmerkungen zu dieser Angelegenheit: „Gott legt denen, die ungläubig sind, das Beispiel von Noahs Frau und von Lots Frau vor: diese zwei waren unter zwei Unserer rechtschaffenen Diener, doch sie handelten untreu an ihnen. Darum nützten sie ihnen nichts gegen Gott, und es wurde gesprochen: ‚Geht ihr beide ins Feuer ein, zusammen mit denen, die (darin) eingehen!’ Und Gott legte denen, die glauben, das Beispiel von Pharaos Frau vor, als sie sagte: ‚Mein Herr! Baue mir ein Haus bei dir im Paradies und befreie mich von Pharao und seinen Taten und befreie mich von dem Volk der Ungerechten’! Und Gott legte das Beispiel von Maria (a.s.), der Tochter Imrans vor, die ihre Scham bewahrte – darum hauchten Wir von Unserem Geist in diese ein; und sie glaubte an die Worte ihres Herrn und an Seine Schrift und war eine der Gehorsamen.“ Aus diesen Versen können folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:

  1. Da Männer und Frauen Seite an Seite als Symbole der Tugend und des Glaubens bzw. des Unglaubens und der Sünde vorgestellt werden, ist das Geschlecht, bzw. die Tatsache, ein Mann zu sein, keine Voraussetzung dafür, ein Vorbild zu sein.
  2. Ein Vergleich zwischen den beiden Vorbildern der Gottlosigkeit und jenen der Tugenden zeigt, dass jedes Vorbild eine bestimmte gegensätzliche Haltung zu einem Gegenüber in der gegnerischen Gruppe hat. Noahs gottlose Frau, die mit dem Propheten Gottes lebte und die Grundlage legte für die Erziehung des gottlosen Sohnes Noahs, wird der frommen Frau Pharaos gegenübergestellt, die mit einem Mann zusammen lebte, der behauptete, ein Gott zu sein (an-Naziat | 79:24) und der die Grundlage legte für das Aufwachsen und die Erziehung eines Propheten, nämlich Moses. Beide Charaktere werden zunächst in ihren respektiven Bezugsgruppen erwähnt. Dann wird Lots Frau Maria (a.s.) gegenübergestellt. Beide sind in ihrer Gruppen an zweiter Stelle. Maria (a.s.) ist die Verkörperung der Frömmigkeit und Keuschheit, während Lots Frau die Grundlage legt für die abscheulichste Art der Verderbtheit und Sünde (Hud | 11:81). Auch nach der Geburt ihres Sohnes konnte Maria (a.s.) ihren tugendhaften Weg ungeachtet aller verleumderischen Bemerkungen um sie herum fortsetzen. Lots Frau jedoch entschied sich für die Verderbten, obwohl sie zu den Frommen gehörte.
  3. Der Heilige Qur’an fordert zwei wesentliche Tugenden in diesen Versen: sich der Unterdrückung zu widersetzen und ein frommes Leben zu führen. Das sind die Gegensätze von zwei grundlegenden Tugenden: Widerstand gegen die Wahrheit und ethische Verderbtheit. Da der Widerstand gegen Unterdrückung die Beteiligung an soziopolitischen Aktivitäten verlangt, ist es wichtig, dass alle tugendhaften Männer und Frauen direkt in diese Dinge involviert sein können.
  4. Ein weiterer wichtiger Punkt, der aus diesen Versen abzuleiten ist, ist die Betonung des freien Willens des Menschen und seine Unabhängigkeit beim Treffen von Entscheidungen. Der Heilige Qur’an nennt die Beispiele einiger Frauen, denen es gelang, den Versuchungen und dem Druck ihrer Umgebung zu widerstehen und weise Entscheidungen zu treffen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Frauen immer größerem Druck ausgesetzt waren als Männer, werden sie gewöhnlich als passiv und unterwürfig gegenüber den Konventionen und dem Druck angesehen. Aber der Qur’an zeigt auf, dass Frauen frei wählen können und dass ihr Schicksal nicht von ihrer Umgebung bestimmt wird.

Eine weitere Stellung, die den Frauen vom Qur’an zugewiesen wird, ist die staatliche Stellung. Die Königin von Saba war die Monarchin eines Landes und lebte in der Zeit des großen Propheten Salomo. Der Prophet rief sie und ihr Volk zur Anbetung Gottes auf und letztlich bekannte sie sich zur wahren Religion. Der Heilige Qur’an spricht von ihrer Macht und der Größe ihres Herrscherreichs (an-Naml | 27:23). Sie hatte alles, was ein großer Herrscher braucht, nämlich Entschlossenheit, Vorsehung, starken Willen, Würde, Reichtum und eine mächtige Armee. Dem Qur’an zufolge unterschied sich ihre Methode des Herrschens von der der Männer. Die Begriffe, die sie gebraucht, um Bezug auf den Brief Salomos zu nehmen, sind ehrfurchtsvoll: „…ein ehrenvoller Brief ist mir überbracht worden.“ (an-Naml | 27:2). Dann, nachdem sie den Brief gelesen hat, berät sie sich mit ihren Höflingen, allesamt Männer.

Obwohl diese einen Krieg gegen Salomo führen wollen, lehnt sie Krieg ab, weil er nur Zerstörung und Elend verursacht. Sie entschließt sich für eine Strategie der schrittweisen Begegnung und schließt Frieden mit Salomo, insbesondere weil sie erkennt, dass seine Armee weitaus stärker ist als die ihre. „Aber sie schafft es auch, ihre königliche Würde gegenüber Salomo zu bewahren.“[6] Als sie schließlich die Wahrheit von Salomos Aufruf versteht, erkennt sie bereitwillig seine rechtmäßige Stellung an und verbirgt ihren Glauben nicht hinter einer Maske der Arroganz und des Egoismus. Nichtsdestotrotz agiert sie niemals wie ein unfähiger und feiger Monarch. Sie sagt niemals: „Ich“ habe mich Salomo ergeben oder an ihn geglaubt, sondern sie spricht mit Selbstwertgefühl: „…ich ergebe mich mit Salomo Gott, dem Herrn der Welten.“ Gott erinnert uns an die erhabene und profunde Art ihrer Haltung[7]. Das Bild von der Rolle einer Frau unterscheidet sich sehr von der des Mannes. Sie ist die einzige Monarchin, die sich den Worten Gottes ergibt und führt keinen Krieg gegen Seinen Propheten. Sie ist die einzige Herrscherin, die Frieden dem Krieg vorzieht und den Mut hat, ihre königliche Arroganz der Wahrheit zu opfern.

Vorbildliche Frauen

Diese Frauen können in zwei Hauptgruppen unterteilt werden, nämlich vorbildliche Frauen im Qur’an und vorbildliche Frauen aus der Umgebung, in der sich der Islam allmählich verbreitet hat. Alle qur’anischen vorbildlichen Frauen gehören mit Ausnahme von einer den Völkern der Vergangenheit an, deren Geschichte Judentum, Christentum und Islam gemeinsam ist. Diese Frauen können wiederum in zwei Untergruppen eingeteilt werden: die tugendhaften, die sehr gelobt werden, und die schlechten, die angeprangert werden. Zu den tugendhaften gehören Maria (a.s.), Marias (a.s.) Mutter, Johannes’ Mutter, Moses’ Mutter, Pharaos Frau, Abrahams Frau, Hiobs Frau und die Königin von Saba. Beispiele für die schlechten Frauen sind Noahs Frau, die Frau des ägyptischen Gouverneurs und Abu Lahabs Frau. Zu den Vorbildern, die in den ersten Jahren des Islam und später lebten, gehören die Frauen aus dem Hause des heiligen Gesandten, einige seiner Anhängerinnen, und die Frauen und Töchter einiger seiner Nachfolger.

Die Jungfrau Maria (a.s.) – Maryam al-Azra (a.s.)

Zunächst muss festgehalten werden, dass die Berichte, die im Qur’an enthalten sind, sich völlig von jenen unterscheiden, die von Menschen gegeben werden. Was im Qur’an präsentiert wird, ist die besondere Darstellung eines universellen und zeitlosen Prinzips[8] nicht nur eine faktische Darstellung eines besonderen Ereignisses, dessen Wahrheit auf diesen besonderen Fall begrenzt ist. Folglich ist jede der genannten Tugenden der vorbildlichen Frauen im Qur’an eine Beleuchtung der potentiellen und existierenden Eigenschaften aller Frauen.

Die bekannteste weibliche Figur im Qur’an ist Maria (a.s.). Sie ist die einzige Frau, deren Name und Abstammung im Qur’an erwähnt wird. Die anderen Charaktere werden unter Bezugnahme auf ihre Verwandtschaft benannt. Maria (a.s.) wird im Qur’an mit Verehrung erwähnt.

  1. Maria (a.s.) ist das Zeichen (Ayat) der Gegenwart Gottes in der Welt. Ayat ist ein Zeichen, dessen Existenz den Verstand dazu führen kann, Gott und Seine Großartigkeit zu verstehen[9]
  2. Maria (a.s.) gehört zu den Auserwählten. In der dritten Sure spricht Gott von Imrans Familie als einer der auserwählten Familien: „Wahrlich, Gott erwählte Adam und Noah und das Haus Abraham und das Haus Imran vor allen Welten.“[10]
  3. Maria (a.s.) ist das vollkommene Beispiel, dass Gott gebraucht, um die Idee des Geschlechts als Maßstab für menschlichen Wert zu verwerfen. Während ihrer Schwangerschaft gelobte Marias (a.s.) Mutter, ihr Kind dem Herrn zu weihen. Aber als ihr eine Tochter geboren wurde, wusste sie nicht mehr, was sie tun sollte. Der Heilige Qur’an sagt: „…denn der Knabe ist nicht wie das Mädchen…“[11] Der Vers betont den Wert und den Vorzug des Mädchens gegenüber jedem Knaben und verwirft das Geschlecht als Kriterium für den Wert.
  4. Imam Sadiqs Bericht vom Gesandten Gottes zufolge hat Maria (a.s.) den spirituellen Status eines Propheten. In religiösen Schriften wird festgestellt, dass ein Prophet die himmlischen Engel sehen und die Worte Gottes sprechen hören kann. Maria (a.s.) sah den himmlischen Engel als einen Mann, der zu ihr sprach und ihr von Gottes Willen berichtete, wonach „sie ein Kind haben werde.“[12] Das ist der höchste spirituelle Status, den ein Mensch erreichen kann. Maria (a.s.) war jedoch nicht dafür verantwortlich, ihrem Volk die Botschaft Gottes zu überbringen. Der Grund dafür wird im weiteren Verlauf noch erläutert werden.
  5. Maria (a.s.) gehört zu den Wahrhaftigen (al-Ma‘ida | 5:75; at-Tahrim | 66:11). Die Wahrhaftigen sind jene, die gemeinsam mit den Propheten, den Rechtschaffenen und den Märtyrern (d. h. den Glauben Bezeugenden) die führende Gruppe der Frommen bilden.
  6. Maria (a.s.) ist die Verkörperung von Menschlichkeit und ein Symbol des Glaubens: „Und Gott legt das Beispiel von Maria (a.s.), der Tochter Imrans vor, die ihre Scham bewahrte – darum hauchten Wir von Unserem Geiste in diese ein; und sie glaubte an die Worte ihres Herrn und an Seine Schrift und war eine der Gehorsamen.“ (al-i-Imran | 3:32)
  7. Gott gewährte Maria (a.s.) alle Seine Segnungen in den verschiedenen Abschnitten des Lebens: als sie im Tempel lebte (Al-i-Imran | 3:37); als sie schwanger war und gebar und Er frische Datteln wachsen und Wasser fließen ließ, um ihre Augen zu erfreuen ( Maryam |26); und als sie sich dann um Jesus kümmerte, versorgte er sie mit einem friedvollen Platz und erfrischendem Wasser (al-Mu‘minun | 23:50).

Es wird deutlich, dass Maria (a.s.) einen hohen Stellenwert im Qur’an hat. Die qur’anische Sicht von Maria (a.s.) und ihrem Potential spiegeln die Potentiale und die Möglichkeiten für Frauen wieder, die wie im Falle Marias (a.s.) durch Standhaftigkeit und Hingabe erlangt werden. Sicherlich war Maria (a.s.) Mitglied einer auserwählten Familie, aber ein einfacher Vergleich zwischen ihr und Noahs Sohn verdeutlicht, dass es nicht ausreicht, Mitglied einer auserwählten Familie zu sein, um spirituelles Wachstum und Rettung zu erreichen. Die qur’anische Haltung Maria (a.s.) gegenüber und der Begriff, den der Qur´an gebraucht, um ihren Charakter zu beschreiben, beweisen, dass Gott die Bemühungen von Frauen, Vervollkommnung zu erlangen, anerkennt.

Frauen und ethische Integrität im Qur’an

Reinheit ist eine Tugend, die im Qur’an von großer Bedeutung ist. Die Jungfrau Maria (a.s.) (a.s.) und Prophet Josef (a.s.) sind die Verkörperungen der Reinheit, weil sie beide beängstigenden Prüfungen ausgesetzt wurden und in der Lage waren, siegreich und rein daraus hervorzugehen. Aber es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen ihnen. Josef gelang es, seine Reinheit zu bewahren; als Frauen ihn begehrten, dachte er überhaupt nicht daran, eine Sünde zu begehen (an-Naml | 27:24). Marias (a.s.) Fall lag jedoch anders. Maria (a.s.) sprach zum Engel: „Ich nehme meine Zuflucht vor dir beim Allerbarmer, (lass’ ab von mir,) wenn du Gottesehrfurcht hast.“ Und als der Engel zu ihr sprach: „Ich bin der Bote deines Herrn. auf dass ich dir einen reinen Sohn gebe.“ Da entgegnet Maria (a.s.): „Wie soll mir ein Sohn geschenkt werden, wo mich doch kein Mann je berührt hat und ich meine Keuschheit bewahrt habe?“ Dem Qur’an-Gelehrten Jawadi Amoli zufolge ist dies eine Tat, um das Gute zu gebieten und schlechte Taten zu verwehren.[13] Die Worte sind von instruktivem Wert. Maria (a.s.) nimmt nicht nur Zuflucht bei Gott vor der Sünde, sondern warnt zugleich auch den Mann vor dem Sündigen, indem sie ihn an Gott erinnert. Folglich geht Marias (a.s.) spiritueller Einfluss über sie selbst hinaus und beeinflusst die andere Person.

Um diesen Beweis klar zu verdeutlichen, ist es nützlich, auf die Sure über Josef zu schauen, worin die Einstellungen der Frau des ägyptischen Gouverneurs und deren Freunde dargestellt sind. Obwohl sie verheiratet ist, verliebt sich diese gottlose Frau in den jungen Diener Josef, den ihr Mann Sohn nennt. Sie versucht, ihn in die Falle zu locken und ihn zu verführen, aber als ihre Intrige misslingt und ihr Geheimnis offenbar wird, rächt sie sich, indem sie die Wahrheit verfälscht und vorgibt, er habe versucht, sie zu verführen. Folglich wird Josef aufgrund ihrer Machenschaften ins Gefängnis gesteckt. Die Tatsache, dass der Heilige Qur’an das Beispiel einer Frau wählt und nicht das eines Mannes, verdeutlicht die Bedeutung, die den Einstellungen von Frauen zugemessen wird. Darüber hinaus ist im Qur’an von der „großen List“ die Rede, wo er die Einstellungen der Frau und ihrer Freundinnen beschreibt, die versuchten, Josef zu verführen und ihn dann aus Rache als den Schuldigen hinstellten.

In Wahrheit offenbart eine genaue Untersuchung von Josefs Geschichte im Qur’an die Gerissenheit als eines der Hauptthemen. Josefs Brüder täuschen ihren Vater und versuchen Josef loszuwerden. Josef versteckt später einen wertvollen Kelch in der Satteltasche seines Bruders und bezichtigt ihn des Diebstahls. Der Heilige Qur’an stellt fest, dass Gott Josef die Anwendung dieser List gelehrt hat. Als die Frau des ägyptischen Gouverneurs erfährt, dass ihre Freundinnen sie kritisiert haben wegen ihrer Zuneigung zu Josef, lädt sie diese ein und gibt ihnen eine Frucht und ein Messer. Dann stellt sie ihnen Josef vor und die Schönheit des Jungen überwältigt die Frauen so sehr, dass sie sich in die Finger schneiden, weil ihre Blicke nur auf den Jungen gerichtet sind und nicht mehr auf die Frucht in ihren Händen.

Wenn man die Tatsache bedenkt, dass Maria (a.s.) einen Schritt vor Josef ist, was die moralische Integrität betrifft, und dass Frauen die Macht gegeben ist, Männer anzuziehen und folglich in der Lage zu „großer List“ sind, können wir schlussfolgern, dass ihre Rolle bei der Bewahrung der moralischen Integrität der Gesellschaft wichtiger ist als die des Mannes. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Männer keine Verantwortlichkeit in dieser Hinsicht haben. Josef wird im Qur’an als das Beispiel männlicher Keuschheit präsentiert. Obgleich er ledig und attraktiv ist und von zahlreichen Frauen begehrt wird, kontrolliert er seine Wünsche und zieht die Inhaftierung der moralischen Verderbtheit vor. Der heilige Gesandte Gottes sagte, dass am Tag des Gerichts Josef der Maßstab für die Keuschheit von Männern und Maria (a.s.) der Maßstab für die Frauen ist.[14]

Maria (a.s.) war aber nicht die einzige Frau, die mit dem Übernatürlichen kommuniziert hat. Auch von Moses Mutter wird gesagt, dass sie eine Art Weisung erhielt (al-Anbiya | 21:38), und Abrahams Frau hat mit den Engeln gesprochen (Hud | 11:73). Folglich gehört der erhabene Status, Offenbarung zu erlangen, nicht allein den Männern. Aber eine Frage sollte hier gestellt werden: Warum wurden alle Propheten, die die Aufgabe hatten, Gottes Botschaft den Menschen zu überbringen, laut Qur´an aus den Männern ausgewählt? Die Antwort liegt in der historischen Stellung von Frauen in der menschlichen Gesellschaft. Auch heute noch ist es sehr schwierig für patriarchalische Gesellschaften, die Führung oder das Management von Frauen zu akzeptieren. Wie kann man also erwarten, dass in den letzten Jahrtausenden eine Frau nicht nur als religiöse und geistige, sondern auch als politische und militärische Führungsperson der Menschen anerkannt worden wäre?

Die Merkmale, die bisher untersucht wurden, beziehen sich auf die wesentliche Identität von Menschen als Männern und Frauen. Nun ist es an der Zeit, der Rolle der Frauen im Leben Aufmerksamkeit zu schenken. Der Heilige Qur’an schreibt den Frauen mehrere Rollen zu, indem einige vorbildliche Charaktere diskutiert werden, deren Einstellungen zum Leben und zur Erfüllung ihrer Pflichten entweder gelobt oder sehr getadelt werden. Unter diesen Rollen sind die wichtigsten deren Rollen als Mütter und Ehefrauen. Als Ehefrauen wird im Qur’an Bezug genommen auf Frauen wie Imrans Frau, Zacharias’ Frau, Abrahams Frau Sarah und seine andere Frau Hadschar und Hiobs Frau. Zwei grundlegende Gruppen von Tugenden werden bei diesen Frauen gelobt: erstens werden sie als fromme Gottesanbeterinnen und Vollbringerinnen guter Taten geehrt; und zweitens werden sie gelobt, weil sie für ihre Ehemänner die vollkommenen Gefährten waren auf dem Wege Gottes. Es sollte angemerkt werden, dass reine Begleitung und Gehorsam nicht als lobenswert angesehen werden. Diese sind nur dann wertvoll, wenn sie um Gottes willen und um Seiner Sache willen getan werden.

Pharaos Frau wird gelobt für ihren Ungehorsam gegenüber einem unterdrückerischen Ehemann. Noahs Frau und Lots Frau werden getadelt, weil sie ihren frommen Gatten gegenüber ungehorsam waren, und Abu Lahabs Frau wird getadelt, weil sie ihrem schlechten Ehemann gehorsam war und ihm geholfen hat (al-i-Imran | 3:34-36; al-Anbiya | 21:89-90; Hud | 11:69-73; Ibrahim | 14:37; Sad | 38:41-44). Als Mütter gibt der Qur’an Beispiele von solchen Frauen wie Maria (a.s.), der Mutter Marias (a.s.), der Mutter Mose und auch der Frau Pharaos, die Moses rettete, schützte und aufzog. Die Mutterschaft Marias (a.s.) ist von Anfang an beeinflusst von Leiden und Druck. Aber es gelingt ihr, ihrem Volk mutig entgegenzutreten und Jesus richtig aufzuziehen und zu erziehen. (Maryam | 19:22-23). Marias (a.s.) Mutter andererseits hat geschworen, dass sie ihr noch ungeborenes Kind Gott weihen werde, und nachdem Maria (a.s.) geboren war, bat sie Gott, sie und ihr Kind zu schützen (Al-i-Imran | 3:34-36). Moses Mutter überließ in großer Furcht – aber erleichtert durch die Worte Gottes – ihren Sohn den Gewässern des Nils und folgte ihm. Gott hat in Seiner Gnade ihren Sohn zu ihr zurückkehren lassen, um ihre Augen vor Freude erstrahlen zu lassen (Ta Ha | 20:36-40), und Pharaos Frau hielt ihren Mann davon ab, Moses zu töten, erfüllte alle mütterlichen Pflichten ihm gegenüber und wurde letztlich seine Anhängerin und opferte ihr Leben für ihren Glauben (al-Qasas | 28:7-9; at-Tahrim | 66:11-12).

Es gibt keinen direkten Hinweis auf eine schlechte Mutter im Qur’an, aber Noah hatte einen gottlosen Sohn, der von einer gottlosen Mutter erzogen worden war. Obwohl der Heilige Qur’an keine Beziehung herstellt, kann abgeleitet werden, dass es eine Beziehung gibt zwischen der Verantwortungslosigkeit der Mutter und der Bösartigkeit des Sohnes. Das ist nicht von beispielhaftem Wert, weil eine solche Beziehung in der Familie von Lot nicht zu beobachten ist. Der Heilige Qur’an spricht davon, dass alle Mitglieder der Familie Lots mit Ausnahme seiner Frau gerettet werden (Hud | 11:81).

Fatima Zahra (a.s.)

Fatima, die Tochter unseres Gesandten, hält den höchsten Status unter allen weiblichen Charakteren. Ihre Eigenschaften sind identisch mit allem, was der Heilige Qur’an an Frauen für wertvoll und lobenswert hält. Nachfolgend einige der Berichte, die über sie und ihren spirituellen Status überliefert sind:

  1. Fatima ist die Auserwählte unter den Frauen der Welt.[15]
  2. Fatima sprach mit den Engeln[16] und selbst nach dem Ableben des heiligen Gesandten sprach sie mit Gabriel und erhielt Offenbarungen von ihm.
  3. Fatima wird von Gott sehr geschätzt und Gott hat sie als eine Seiner auserwählten Anbeter erwählt. [17]
  4. Fatima ist der zentrale Pol des Hauses des Heiligen Gesandten und alle Mitglieder werden in Bezug auf die Verwandtschaft mit ihr benannt. Es wurde überliefert, dass Gott, wenn Er zu Gabriel spricht, sich auf die Mitglieder dieser Heiligen Familie mit folgenden Worten bezieht: Sie sind Fatima, ihr Vater, ihr Ehemann, und ihre Söhne.[18]
  5. Fatima ist eine von jenen, die beim Vollbringen guter Taten alle übertreffen.[19]
  6. Fatima ist einer der geduldigen Menschen, die alle Leiden und Verfolgungen grausamer Menschen ertrugen, aber niemals irgendeinen von ihnen verfluchten.
  7. Fatima hat den hohen Status eines heiligen Wesens, das für die Menschen bei Gott Fürsprache einlegen kann.
  8. Fatima ist der Maßstab für die Taten der Menschen am Tag des Gerichts.
  9. Fatima ist es gelungen, alle diese Eigenschaften und Stellungen aufgrund ihrer einzigartigen Einstellung zum Leben und der Laune des Schicksals und ihrer unermüdlichen Energie und Suche nach spirituellem Wachstum und Vervollkommnung zu erreichen.

Fatimas Einstellung zum Leben

Eine genaue Untersuchung von Fatimas Lebensweise zeigt, dass ihr ganzes Leben von einem wesentlichen Prinzip bestimmt ist, nämlich dem, die Schwierigkeiten der Mühelosigkeit vorzuziehen. Man mag überrascht sein, so etwas zu hören; warum sollte sie ein solches Prinzip auswählen und es ihr ganzes Leben lang befolgen? In unserer modernen Welt, in der alle Werte auf drastische Weise verändert werden, und in der die Technologie darauf abzielt, Schwierigkeiten zu vermindern und den Menschen mit den größten Möglichkeiten der Mühelosigkeit und Bequemlichkeit auszustatten, ist eine solche Frage nicht so relevant. Der Islam hat jedoch seine eigene Sichtweise. Im Zusammenhang mit Selbsterfahrung undspirituellem Fortschreiten erkennt der Islam das Akzeptieren von Schwierigkeiten in einem dem Individuum entsprechenden Maße an. Der Aufbau von Charakter bedingt das Erleiden von Schwierigkeit: „Also, wahrlich, mit der Drangsal geht Erleichterung einher.“ (al-Inschirah | 5). Das ist das gleiche Prinzip, das im Leben aller frommen Menschen, aller großen Reformer und aller Verfolger wertvoller Ziele zu finden ist[20]. Dies sind einige solche Beispiele:

Die Armut dem Reichtum und dem Wohlergehen vorziehen

Obwohl sie ein festes Einkommen vom Grundstück Fadak hatte, lebte Fatima (o) in Armut und gab ihr Einkommen wohltätig für die Armen aus[21]. „Ich habe nichts außer einem Paar ausgetretener und geflickter Schuhe und einem Kleid und einem Umhang im gleichen Zustand.“[22]

Andere sich selbst vorziehen

Ihr Sohn Imam Hasan erinnerte sich: „Einmal betete meine Mutter von Mitternacht bis zum Morgen und sie betete für alle mit Ausnahme für sich selbst. Und ich fragte sie, was mit ihr selbst sei, und sie antwortete: ‚Mein lieber Sohn! Erst der Nachbar, dann du selbst!’“

Einfachheit dem Luxus vorziehen

Fatima gab ihre Halskette, Ohrringe, den Schmuck ihrer Kinder und den schönen Vorhang ihres Hauses wohltätig und aus ihrem Wunsch heraus weg, das Fortschreiten des Islam zu unterstützen. Ihr Vater war eine Quelle der Ermutigung in dieser Hinsicht.[23]

Arbeit und Schwierigkeiten der Leichtigkeit und dem Luxus vorziehen

Fatima bestand darauf, die Hausarbeit selbst zu erledigen und ihre Hände zeigten die Auswirkungen der harten Arbeit[24].

Das Vorziehen der nächtlichen Gebete gegenüber Schlaf und Ruhe

Ihr Sohn, Imam Hasan, sagte einmal: „Niemand war demütiger als Fatima. Sie stand so lange auf ihren Füßen, dass ihre Füße sich entzündeten.“[25] „Die meisten Nächte betete sie bis zum Morgen.“[26]

Widerstand gegen Unterdrückung dem Schweigen vorziehen

Fatima war eine Kämpferin Gottes gegen Unterdrückung[27], insbesondere nach dem Tod des Heiligen Gesandten, als sie sich der Ungerechtigkeit mit großem Mut widersetzte. Zwei ihrer wichtigen Widerstände sind die zwei Reden, die sie hielt: eine in der Moschee vor allen Leuten und eine zu Hause in der Gegenwart jener, die sie während ihrer Krankheit besuchen kamen. Sie bat ihren Mann Imam Ali, sie im Geheimen zu beerdigen, damit die Unterdrücker den Platz ihres Grabes nicht kennen würden und sie somit vor der heuchlerischen Ehrbezeugung nach ihrem Tod geschützt wäre. Das war auch eine komplexe Form des Widerstandes gegen ihre Unterdrückung[28].

All das zuvor Genannte wurde sorgfältig erledigt, weil Fatima den hohen Status der Zufriedenheit Gottes erlangen wollte und Seinem ewigen Sein nahe sein wollte, der höchsten Stufe der Vervollkommnung für die Menschheit. Frauen, die Fatima erlebt haben, sagten von ihr, dass sie alle erhabenen Eigenschaften der Menschheit hatte. „Ich sah niemals eine Frau, die rücksichtsvoller war als Fatima.“[29] „Der Heilige Gesandte gab mir seine Tochter, damit ich sie erziehe, aber sie war höflicher als ich selbst.“[30] Die Frau des heiligen Gesandten, Aischa, sagte. „Ich sah niemals eine ehrlichere Frau als Fatima.“[31] „Ich sah niemals jemanden, der höher gestellt war als Fatima, ausgenommen ihren Vater.“[32] Es sollte beachtet werden, dass die in den unterschiedlichen Quellen erwähnten Eigenschaften als Beweis für Fatimas spirituellen Status und ihren vorbildlichen Charakter dienen.

Fazit

Es entspricht der menschlichen Natur, seinem Ideal nachzueifern; im Islam wird ein solches Ideal in bestimmten Persönlichkeiten verkörpert, die die erhabensten spirituellen Werte verkörpern. Eine Untersuchung von Charakteren im Qur’an und in islamischen Texten macht deutlich, dass spirituelle Vervollkommnung gleichermaßen Männern und Frauen möglich ist. Uns sind verschiedene Beispiele von Frauen gegeben, die eine solche Nähe zu Gott erlangt haben, und sie sind Paradigmen für Männer und Frauen in der ganzen Welt. In den Persönlichkeiten der zuvor genannten Frauen sind zeitlose Tugenden wie Geduld, Frömmigkeit und Mut angelegt. Als Frauen geben sie der muslimischen Frau auch die idealen Rollenmodelle in ihren Pflichten als Ehefrauen und Mütter. In Maria (a.s.) sehen wir den direkten Einfluss ihrer Reinheit im Aufziehen und der Erziehung ihres Sohnes, des Propheten Jesus. In Khadidscha sehen wir die Bedeutung der Frau als Gefährtin ihres Mannes, ihn bei einem an Gottorientierten Leben zu unterstützen, und im Charakter von Asiya beobachten wir die Personifizierung von Mut und Hingabe an Gott in ihrer Haltung gegen die Tyrannei und Unterdrückung ihres Mannes. Alles Gute und alle Tugend finden ihren Höhepunkt in dem ertragenden Geist von Fatima Zahra (a.s.). Sie ist in der Tat die erhabenste Frau in der Schöpfung, und ihr Licht scheint als Zeichen der Hoffnung für die gesamte Menschheit. Die muslimische Frau ist auf ewig gesegnet mit solchen Vorbildern, die ihr die Rechtleitung und Inspiration vermitteln, die nötig sind, um Vervollkommnung und einen erhabenen Status unter ihren Zeitgenossen zu erlangen.

[1] al-Ahzab | 33:35.  [2] al-Mumtahina | 60:4.  [3] al-Ahzab | 33:21.  [4] at-Tahrim | 66:11-12.  [5] an-Nahl | 16:97.  [6] al-i-Imran | 3:36.  [7] Ebd., S. 27; an-Naml | 3:23-44; at-Tahrim | 66:11-12; Allama Tabatabai: The Standard Interpretation, a. a. O., Bd. 15, S. 556-559.  [8] Groß-Ayatollah Jawadi Amoli: Women in the Mirror of Elegance & Glory, S. 280f.  [9] al-Ambiya | 21:91; al-Mu’minun | 23:50.  [10] al-i-Imran | 3:9.  [11] al-i-Imran | 3:16.  [12] al-i-Imran und Maryam.  [13] Mohammad Hassan Horre Amoli: The Means of Shiites, 1983, Bd. 14, S. 2f.  [14] Mohammed Bagher Madschlesi: The Seas of Light. Bd. 11, S. 113.  [15] Ebd., S. 99. 24; Allama Tabatabai: The Standard Interpretation, a. a. O., Bd. 4, S. 233.  [16] Allama Tabatabai: The Standard Interpretation, a.a.O., Bd. 4, S. 233.  [17] Ebd., S. 248.  [18] Ebd.  [19] Ebd., Bd. 14, S. 50.  [20] Ebd.  [21] Muhammad Baqir Majlisi: The Seas of Light, a.a.O., Bd. 12, S. 130.  [22] Ebd.  [23] Mohammad Hassan Horre Amoli: The Means, a.a.O., Bd. 3, Teil 8.  [24] Muhammad Baqir Majlisi: The Seas of Light, a.a.O., Bd. 12, S. 97.  [25] Allama Tabatabai: The Standard Interpretation, a.a.O., Bd. 10, S. 505.  [26] Ebd.  [27] Zabihollah Mahallati: The Flowers of Religious Law. Bd. 1, S. 162, 213.  [28] Seyed Ahmad Alam al-Hoda: Zahra – The Fruit of Revelation, S. 52.  [29] Allama Tabatabai: The Standard Interpretation, a. a. O., Bd. 10, S. 494.  [30] Ebd.  [31] Ebd.  [32] Ebd., Bd. 14, S. 23.

Schahin Iravani