Die abrahamitischen Religionen auf einen Blick

Eine Tabelle von Z. Khamehi
Zaynab Khamehi war Chefredakteurin von Al-Fadschr bis 2010

Judentum Christentum Islam
Entstehungszeit Um 1300 v. Chr. Um 100 n. Chr. Um 610 n. Chr.
Prophet Mose (a.s.) Jesus (a.s.) Muhammad (s.a) + Anerkennung von Mose (a.s.) und Jesus (a.s.) als Propheten Gottes
Heilige Schrift Torah Bibel Qur’an
Weitere Glaubensquellen Talmud = Mischna + Gemara Katechismen Worte und Taten des Propheten (Sunna) + Konsens der islamischen Gemeinschaft und Gelehrten (Idschma-ul-Umma) + Vernunftsschluss (Aql)
Vorschriften für das Leben Sabbatgesetze + Vorschriften zur rituellen Reinheit und zu Waschungen + Speisevorschriften + bestimmte Gebetszeiten + Kleidungsvorschriften + Das Judentum kennt kein ausformuliertes Glaubensbekenntnis Drei Texte sind für Inhalt und Gestaltung des christlichen Lebens wichtig: das apostolische Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und die zehn Gebote; zwei Gebote sind von besonderer Bedeutung, nämlich Gott von ganzem Herzen zu lieben und den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Fünf Grundpfeiler: Glaubensbezeugung (Schahada), fünf tägliche Ritualgebete, Fasten im Ramadan, Almosenspenden, Pilgerfahrt nach Mekka (einmal im Leben) + Vorschriften zur rituellen Reinheit und Waschungen + Speisevorschriften + bestimmte Gebetszeiten + Kleidungsvorschriften
Gebet Ein frommer Jude betet dreimal am Tag: morgens, nachmittags und abends zuhause oder in der Synagoge. Es gibt keine bestimmten Gebetszeiten. Das Gebet ist ein Akt der Liebe, das ermöglicht, dass Gott in Christus zum Menschen kommt. Es gibt Gebetszeiten, denen rituelle Waschungen vorausgehen: zwischen Morgendämmerung und Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, nach Sonnuntergang und nachts. Die Gebete werden in Richtung Kaaba (Mekka) verrichtet.
Gottesbild Glaube an Gott, den Schöpfer und Herrscher der Welt, an seine Einheit und dass nur er allein anbetungswürdig ist, an seine Unkörperlichkeit, an seine Ewigkeit und Allwissenheit. Glaube an einen Gott, der die Welt erschaffen hat und Herr über alles ist; Gott ist der gerechte Richter, barmherzig und gnädig Gott ist Einer und Einzig, nichts und niemand gleicht Ihm; Er ist das absolute, von allem unabhängige Sein, der Allmächtige, Allwissende, außerhalb jeder Geschöpflichkeit. Er ist die absolute Wahrheit, die alles Sichtbare und Verborgene, Lebendige und Leblose aus dem Nichts erschafft und erhält.
Glaubensziel Ewige Glückseligkeit Ewige Glückseligkeit Ewige Glückseligkeit
Auferstehung Der Glaube an die Auferstehung ist in der Thora selbst nicht zu finden. Das Judentum ist in hohem Maße mit dem diesseitigen Leben befasst, in dem das Gesetz Gottes befolgt werden soll. Der Glaube an die Auferstehung, Jesu-Kommen und das Jüngste Gericht sind wesentliche Teile der christlichen Botschaft. Alle Menschen sind Sünder und Rebellen gegen Gott und gehen daher seinem Gericht entgegen, und weil Gott gnädig ist, bietet er uns durch Jesus Vergebung und das ewige Leben an. Die Existenz des Menschen endet nicht mit dem Tod. Am Tag der Auferstehung und des Jüngsten Gerichts wird der Mensch für seine Taten gemäß seiner Absichten zur Rechenschaft gezogen. Das Diesseits ist der Acker, den der Mensch mit seinen Handlungen bestellt, und im Jenseits wird er die Ernte davon erhalten.
Kalender Jüdischer Kalender, der die Jahre seit der Erschaffung der Welt zählt (2013 = 5773). Christlicher Kalender Islamischer Kalender, beginnend 622 n. Chr. mit der Auswanderung (Hidschra) des Propheten und seiner Anhänger von Mekka nach Medina (2013 = 1434 n.H).
Gotteshäuser Synagoge; zu einem Gottesdienst sind 10 religionsgesetzlich volljährige (erlangt der Knabe mit dem vollendeten 13. Lebensjahr) männliche Gemeindemitglieder nötig. Grundsätzlich kann jedes männliche Gemeindemitglied alle Kulthandlungen übernehmen. Gottesdienstbesucher bedecken den Kopf. Männer und Frauen sitzen getrennt. Die Kirche ist der Ort, der dem Gottesdienst gewidmet ist. In der Entstehungszeit des Christentums kamen die Menschen zusammen, um sich im Glauben unterweisen zu lassen, gemeinsam zu beten und das Abendmahl zu feiern, ursprünglich wöchentlich. Das Kirchenjahr, wie man es heute kennt, nahm erst im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte Gestalt an. Singen spezieller Kirchenlieder hat einen hohen Stellenwert. Die Moschee ist ein Ort, an dem die Muslime zusammentreffen, um gemeinsam zu beten, aber auch zu lernen und soziale Kontakte zu pflegen. Ein bestimmter Bereich in der Moschee ist als eigentlicher Gebetsraum gekennzeichnet, der der Verrichtung des Gebetes oder z. B. der Lesung des Qur’ans oder auch der religiösen Unterweisung vorbehalten ist. Kirchen und Synagogen werden als Gotteshäuser anerkannt.
Religiöse Ämter Rabbiner, der religionsgesetzliche Fragen entscheidet und im Glauben unterweist. Kantor (chazzan), der die gottesdienstliche Liturgie durchführt. Diakon, Priester, Bischof; die Institution Kirche hat die Aufgabe, Stellvertreter Gottes auf Erden zu sein Imam (Vorbeter), Muezzin (Gebetsrufer) kann jeder gerechte Muslim sein. Richter, Theologen usw. müssen ein entsprechendes wissenschaftliches Studium absolvieren.
Feiertage Sabbat (Sonnabend = wöchentlicher Ruhetag). Passahfest, das an den Auszug aus Ägypten erinnert, und eine darauf folgende siebenwöchige Trauerzeit; Laubhüttenfest – eine Art Erntedankfest; Neujahr (Roschha-Schana), das an die Erschaffung der Welt und Gottes Gericht über sie erinnert; das achttägige Lichterfest (Chanukka), Schawuot, das im Gedenken an die Offenbarung der zehn Gebote an Moses auf dem Berg Sinai erinnert. Sonntag (Auferstehungstag Jesu); Adventszeit und Weihnachten (Geburtstag Jesu); Ostern, das im Gedenken an die Auferstehung Jesu gefeiert wird; Himmelfahrt Jesu, das 40 Tage nach Ostern gefeiert wird und Pfingsten, das zehn Tage nach Himmelfahrt begangen wird und der Ausgießung des Heiligen Geistes gedenkt. Pfingsten gilt als Geburtstag der Institution Kirche. Der Freitag ist der Ruhetag in den islamischen Ländern, an dem mittags in den Moscheen das Freitagsgebet gemeinschaftlich verrichtet wird. Die beiden größten islamischen Feste sind das Opferfest (Id-ul-Adha) während der Pilgerfahrt nach Mekka, das an die Bereitschaft Abrahams erinnert, seinen Sohn als Zeichen seiner Gottergebenheit zu opfern; das Fest des Fastenbrechens (Id-ul-Fitr) nach Beendigung des Fastenmonats Ramadan; die Nacht der Bestimmung (Laylat-ul-Qadr), in der der Qur’an herabgesandt wurde und das Schicksal des Menschen für das kommende Jahr bestimmt wird; Geburtstag und Berufung des Propheten Mohammad, und darüber hinaus auch Geburtstage und Todestage von Imamen.
Hauptrichtungen Orthodoxe + Konservative + liberale
Reformer
Katholiken + Orthodoxe + Protestanten Sunniten + Schiiten

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Salam, Schalom oder einfach Hallo :-)

    Eine sehr interessante, schöne und informative Übersicht. Vielen Dank für eure Mühe. Alle drei Religionen sprechen von einem barmherzigen und gnädigen Gott. Gerade zwischen den drei großen monotheistischen Weltreligionen gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten. Ich denke es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten. Leider spricht niemand darüber. Gott sei dank es gibt bereits Jugendliche die Hand im Hand zusammen im Dialog voneinander lernen, ich denke nur so schaffen wir unsere gemeinsames Ziel, nämlich die ewige Glückseligkeit.

    Vielen Dank nochmal
    PaymaN

  2. Die abrahamitischen Religionen sind aufgrund ihres gemeinsamen Stammvaters Abrahams / Ibrahims und ihrer gemeinsamen Herkunft zum Dialog verpflichtet. Sie teilen gemeinsame Werte und Normen. Den Fundis und Extremisten ist dieser ökumenischer Dialog ein Dorn im Auge. Mit Provokationen versuchen sie die Abrahamsreligionen auseinander zu dividieren. Die Einheit in der Verschiedenheit zu bewahren ist Auftrag aller Geistlichen.

  3. Salam an die Redaktion, ich wollte mich bei euch bedanken für diese schöne Übersicht. Hat mit sehr geholfen. Auch eure neue Seite ist richtig klasse geworden. Das Design gefällt mir richtig gut. Alles schön übersichtlich und schlicht gestaltet. Ich Wünsche euch weiterhin ganz viel Erfolg und Gottes Segen. Ws.

  4. Erst interessant und wesentlich werden die Unterschiede, wenn man die Gottesbilder der verschiedenen Religionen schonungslos genauer betrachtet und vor allem, die Menschenbilder. Erst dann erkennt man, dass diese 3 Religionen sich wirklich wenig zu sagen haben und weshalb es so viele Missverständnisse gibt.
    Steht nicht im Koran, dass man sich zu ihnen setzen solle, denn sie glauben nur an Lügen und verbreiten nur Lügen?!

  5. Die Aussage von der Kirche als Stellvertreter Gottes, stimmt nicht für die evangelische Kirche.

  6. Die Aussage die Entstehungen der Religionen sind falsch!
    Der Glaube des Volkes Israel beginnt mit Abram/ Abraham und der Begriff Judentum ist schwierig, weil es einen Unterschied gibt zwischen dem Volk Israel mit den 12 Stämmen und dem Stamm Juda.
    Der Glaube an Jesus Christus, begann mit seiner Verkündigung und mit den Menschen die IHN als den Messias erkannten. Als Geheimnis der Präexistenz Jeschuas (Christus), erkannten IHN schon viele aus der Zeit des Ersten Bundes, z.B. Jiob: “Ich weiß das mein Erlöser lebt”.

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